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Informationen zum Schadstoff Asbest

Schadstoff-Fund am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften - Antworten auf häufig gestellte Fragen

Bei der Vorbereitung von Baumaßnahmen im Altbau Lange Gasse des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften ist asbesthaltiges Baumaterial gefunden worden. Derartige Proben werden im Vorfeld vorbeugend entnommen, um die spätere Freisetzung von Schadstoffen bei den Bauarbeiten und damit die Gefährdung von Arbeitern und allen Nutzern des Gebäudes zu verhindern. Im konkreten Fall konnte der Schadstoff in mehreren Proben von Spachtelmassen aus Trockenbauwänden nachgewiesen werden.

Da die Gesundheit aller Mitarbeiter und Studierenden oberste Priorität hat, haben die Universität und das zuständige Staatliche Bauamt entschieden, die geplanten Arbeiten in den betroffenen Bereichen nicht aufzunehmen. Sofort veranlasste Messungen haben gezeigt, dass die Raumluft bei ausgesetzten Bauarbeiten unbedenklich ist. Für Mitarbeiter und Studierende kann die Universität daher Entwarnung geben.

Asbest ist die Sammelbezeichnung für natürlich vorkommende, faserartige silikatische Minerale mit Faserdurchmessern bis herab zu zwei Mikrometern. Wegen seiner vielen praktischen Eigenschaften wurde Asbest so häufig wie kaum ein anderer Werkstoff verwendet, denn die Faser besitzt eine große Festigkeit, ist hitze- und säurebeständig, isoliert hervorragend und kann verwoben werden. In den vergangenen Jahrzehnten wurde Asbest vor allem bei der Herstellung von Baustoffen eingesetzt. Besonders in den 1960er und 70er Jahren sind in beiden Teilen Deutschlands eine Vielzahl von Gebäuden unter Verwendung von asbesthaltigen Baustoffen – überwiegend Asbestzement – erbaut worden.

In Deutschland wurde Asbest im Jahr 1993 verboten, weil es krebserregend ist, allerdings noch bis 1995 verbaut. Die vielen langlebigen Asbestprodukte wie Bodenbeläge oder Dachplatten begegnen uns allerdings noch heute im Alltag und sind oftmals gar nicht bekannt. Deshalb besteht normalerweise in der Umwelt bereits eine gewisse Hintergrundbelastung durch Asbestfasern. (Quelle: Umweltbundesamt)

Asbest ist ein eindeutig krebserregender Stoff. Charakteristisch für Asbest ist seine Eigenschaft, sich in feine Fasern zu zerteilen, die sich der Länge nach weiter aufspalten und dadurch leicht eingeatmet werden können. Die eingeatmeten Fasern können langfristig in der Lunge verbleiben und das Gewebe reizen. Atemnot, Einschränkungen der Lungenfunktion und in schweren Fällen Ateminsuffizienz können die Folge sein. Die Zeit vom Einatmen der Asbestfasern bis zum Auftreten einer darauf zurückzuführenden Erkrankung, kann allerdings Jahrzehnte dauern.

Asbest tritt in zwei unterschiedlichen Formen auf: schwachgebunden und festgebunden. Festgebundener Asbest, wie er jetzt an der FAU entdeckt wurde, kommt überwiegend in Asbestzement vor und ist grundsätzlich weniger gefährlich. Er wird erst kritisch, wenn der Asbestzement zerstört oder mechanisch bearbeitet wird, etwa durch Bohren, Sägen oder Zerschlagen der Materialien.

Bei der normalen Raumnutzung können keinerlei Gefährdungen auftreten, da das gefundene Asbest fest in den Baustoffen gebunden ist. Beim direkten Eingriff in die belastete Bausubstanz muss allerdings mit der Freisetzung von Asbestfasern gerechnet werden. Um Studierende und Mitarbeiter keinem Risiko auszusetzen, hat die Universität in Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt entschieden, in den betroffenen Bereichen keine Bauarbeiten aufzunehmen.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Asbestbelastung wurden an verschiedenen Stellen des Gebäudes von unabhängigen Gutachtern Raumluftmessungen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Messungen können als unbedenklich eingestuft werden.

Die Stellen, an denen die asbesthalten Materialproben entnommen wurden, haben Fachleute versiegelt, so dass auf diesem Weg keine Fasern in die Raumluft gelangen können.

Beim direkten Eingriff in belastete Bausubstanz besteht die Möglichkeit, dass Asbestfasern freigesetzt werden. Dies betrifft auch kleinere Hausmeister- und Ausbesserungsarbeiten, wie zum Beispiel das Bohren von Löchern. Auch die Hausmeister sind angewiesen, keine Arbeiten mehr auszuführen, die in die Trockenbausubstanz eingreifen – zum Beispiel das Bohren von Löchern. Zur Vermeidung der Freisetzung von belastetem Material sind bei direktem Eingriff in die vorhandene Trockenbausubstanz umfangreiche Schutzvorkehrungen notwendig. Wir bitten alle Nutzer des Gebäudes, nicht selbstständig bauliche Eingriffe vorzunehmen, wie zum Beispiel Löcher in die Wände zu bohren.

In den vergangenen Tagen wurden Sachverständige beauftragt, die Sachlage zu klären, um über ein weiteres Vorgehen entscheiden zu können. Sanierungsarbeiten in Bereichen des Gebäudes Lange Gasse, in denen kein Asbest gefunden wurde, werden fortgesetzt. Dazu gehören unter anderem die Sanierung der Tiefgarage, der Austausch der Sheddach-Verglasung über der Bibliothek, die Grundsanierung zweier Aufzüge, die Sanierung der kältetechnischen Anlagen sowie die Kanalsanierung.

Wichtige Informationen werden auch weiterhin per E-Mail kommuniziert. Regelmäßige Informationen werden in der Regel auf dieser Webseite bereitgestellt.

Betroffene Mitarbeiter und Studierende, die konkrete Fragen zu möglichen Gefahren von Asbest für die Gesundheit haben, können sich unter Telefon: 09131/85-23666 an den Betriebsärztlichen Dienst der FAU wenden. Die Arbeitsmediziner beraten unabhängig und unterliegen selbstverständlich der ärztlichen Schweigepflicht.

Fragen rund um Asbest in den betroffenen Gebäudeteilen des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften aus baulicher Sicht beantwortet das Sachgebiet Arbeitssicherheit der FAU per E-Mail: zuv-sgas@fau.de