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Wissenschaft im Schloss

Wissenschaftliche Vorträge für jedermann

Aufgrund der aktuellen Problematik in Zusammenhang mit dem Coronavirus müssen die Vorträge bei Wissenschaft im Schloss im Sommersemester 2020 leider entfallen. Im Wintersemester 2020/21 kann die Reihe hoffentlich wie gewohnt fortgesetzt werden.

Wissenschaft im Schloss – „Best-of“

Um Ihnen die Wartezeit bis dahin etwas zu verkürzen, haben wir für Sie die besten Vorträge hier noch einmal zusammengestellt. Wir wünschen Ihnen viel Freude bei Einblicken in die Kultur der Neandertaler, die automatische Erkennung von Musikstilen, die Grenzen des medizinischen Fortschritts und weiteren spannenden Themen.

Analog finden Sie die ein Best-of unserer Nürnberger Vorträge bei Wissenschaft auf AEG.

Im Bann des Schwarzen Loches: Neues von Aktiven Galaxien

Prof. Dr. Jörn Wilms, Dr. Karl-Remeis-Sternwarte Bamberg – Astronomisches Institut, WiSe 2012/13

Schwarzes Loch

Bild: panthermedia.net

Wir wissen heute, dass die meisten Galaxien – darunter auch die Milchstraße – in ihrem Zentrum ein supermassives Schwarzes Loch besitzen. Oft gelangt normale Materie, etwa Sterne und Gaswolken, in die Nähe dieses Schwarzen Lochs und wird verschluckt. Dadurch werden in solchen „Aktiven Galaxien“ gewaltige Mengen von Strahlung erzeugt und die verschluckte Materie wird in sogenannten „Jets“ ausgestoßen, die Hunderttausende von Lichtjahren ins Universum reichen.

Jörn Wilms erklärt, wie astronomische Beobachtungen verschiedenster Wellenlängen, von der Radio- bis hin zur Gammastrahlung, zur Erforschung dieser Vorgänge eingesetzt werden, was wir von der Beobachtung von Neutrinos lernen können und fasst unser heutiges Wissen und die offenen Fragen zur Physik Aktiver Galaxien zusammen.


Genetisch wie wir? Das Verhältnis zwischen Neandertaler und modernem Menschen

Prof. Dr. Thorsten Uthmeier, Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte, WiSe 2016/17

Neandertaler

Bild: panthermedia.net

In der Art und Weise, wie Neandertaler wahrgenommen werden, spiegeln sich auch die Werte einer Gesellschaft wider. Waren sie für Darwin zunächst das fehlende Bindeglied zwischen Affe und Mensch, so wurden dem Neandertaler im Laufe des 20. Jahrhunderts immer weniger tierische und mehr menschliche Eigenschaften zugeschrieben. Heute steht außer Frage, dass Neandertaler als erfolgreiche Großwildjäger an der Spitze der Nahrungskette standen und sich dank kultureller Errungenschaften durchsetzen konnten.

Thorsten Uthmeier geht der Frage nach, ob Neandertaler auch in anderen Bereichen ihrer Kultur uns, dem modernen Menschen, ebenbürtig waren – zum Beispiel bei Bestattungen, der Schmuckherstellung, sozialer Fürsorge oder hinsichtlich Gewalt und Kannibalismus. Die Diskussion darum ist groß, obwohl der Mensch nachweislich bis heute Neandertaler-Gene in sich trägt.


Ernährung und Sport bei Krebspatienten

Prof. Dr. Yurdagül Zopf, Lehrstuhl für Innere Medizin I, SoSe 2018

Frau mit Sportband.

Bild: panthermedia.net

Menschen, die an Krebs erkrankt sind, haben ein hohes Risiko für die Entwicklung einer Fehlernährung und eines Muskelabbaus. Lebensqualität und die körperliche Leistungsfähigkeit leiden dabei enorm unter den Folgen der Krankheit. Um der Mangelernährung und dem Muskelabbau entgegen zu wirken, werden spezielle ernährungstherapeutische Ansätze zur Stabilisierung der Ernährungssituation und körperlichen Aktivität entwickelt.

Yurdagül Zopf präsentiert die aktuellen Ernährungs- und Bewegungstherapieempfehlungen bei einer Krebserkrankung. Eine proteinreiche Ernährung beispielsweise scheint angesichts des erhöhten Proteinumsatzes bei Krebserkrankungen von Vorteil für die Erhaltung der Muskelmasse zu sein, so dass in den aktuellen Leitlinien der nationalen und internationalen Fachgesellschaften eine proteinreiche Ernährung empfohlen wird. In Hinblick auf den Muskelabbau ist zusätzlich eine individuell angepasste Sporttherapie notwendig.


Das ist Haydn, ganz sicher! – Über die automatische Erkennung von Musikstilen

Dr. Christof Weiß, International Audio Laboratories Erlangen, SoSe 2019

Grafische Darstellung von Musik.

Bild: panthermedia.net

Musikliebhaberinnen und leidenschaftliche Konzerthörer haben oft ein feines Ohr für die musikalische Stilistik. Viele von ihnen erkennen sofort den Komponisten, auch wenn sie ein bestimmtes Stück noch nie gehört haben. Kann auch ein Computer solche Fähigkeiten erlernen? Und wie geht er dabei vor? Antworten auf solche Fragen gibt Christof Weiß, Mitarbeiter der AudioLabs Erlangen und selbst Komponist. In seiner Dissertation hat er Algorithmen entwickelt, die Musikaufnahmen in verschiedene Kategorien einordnen können. Er erläutert die Funktionsweise dieses Systems und bietet dabei einen Einblick in die Vermessung musikalischer Eigenschaften – von Tonhöhen über Akkorde bis hin zum Musikstil.


Medizinische Überversorgung und die Grenzen des Fortschritts

Prof. Dr. Thomas Kühlein, Lehrstuhl für Allgemeinmedizin, SoSe 2019

Verabreichung von Medikamenten auf der Intensivstation.

Bild: panthermedia.net

Medizin ist etwas Gutes. Aber auch in der Medizin gibt es „des Guten zu viel“. Woran liegt es, dass immer mehr Menschen, aber auch Ärztinnen und Ärzte sich in unserem Gesundheitssystem nicht mehr wohl fühlen? Sind die einen zu anspruchsvoll? Sind die anderen zu profitorientiert? Ist vielleicht die Politik schuld? Oder sind wir es am Ende alle gemeinsam? Wer aber profitiert davon und wer leidet darunter, dass die Medizin so geworden ist, wie sie ist? Wie kann man zwischen sinnvoller, unnützer oder gar schädlicher Medizin unterscheiden? Thomas Kühlein ist Direktor des Allgemeinmedizinischen Instituts und greift diese und viele weitere Fragen auf.


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