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Rückblick Wissenschaft auf AEG

Rückblick: Videos der Vorlesungsreihe online

Mit der Event-Reihe „Wissenschaft auf AEG“ stellt die FAU aktuelle und hochspannende Forschungsprojekte einem breiten Publikum vor. Der Veranstaltungsort „Auf AEG“ ist ganz bewusst gewählt: Die Aufbruchsstimmung, die dieser Ort transportiert, bietet ein ideales Klima für Wissen und Wissenschaft.

Schrödingers Spiegel

  • Montag, 7.5.2018, 18.30 bis 20 Uhr
  • Prof. Dr. Florian Marquardt
    Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts

Erwin Schrödinger war einer der Gründerväter der Quantenmechanik. Sein berühmtes Gedankenexperiment von 1935 beschreibt eine Katze, die sich in einer sogenannten Quanten-Überlagerung aus tot und lebendig befindet. Sein Ziel war es damals zu betonen, wie mysteriös und unverstanden die Quantenphysik ist. Heutzutage jedoch versuchen Wissenschaftler tatsächlich, Überlagerungszustände von makroskopischen Objekten zu erzeugen, um die Grenzen der Quantenphysik genauer zu erforschen. Zur Hilfe kommt ihnen dabei eine Idee, die sogar noch etwas älter ist als die der Katze: Schrödingers Spiegel.

Von Lego mit Nanoteilchen zu schillernden Farben und abweisenden Oberflächen

  • Montag, 15.1.2018, 18.30
  • Prof. Dr. Nicolas Vogel, Lehrstuhl für Feststoff- und Grenzflächenverfahrenstechnik

Selbstorganisation beschreibt die Fähigkeit einzelner Bausteine, sich von selbst in eine geordnete Struktur zusammenzulagern.Selbstorganisationsprozesse sind in der Natur weitverbreitet. Aus einzelnen Molekülen entstehen so hochkomplexe Strukturen, die letztendlich die Grundlage von komplexen Lebensformen bilden. In ähnlicher Weise lassen sich verschiedene faszinierende Eigenschaften in der Natur durch eine kontrollierte Strukturierung einfacher Bausteine erklären, beispielsweise die schillernden Farben von Vögeln, Käfern oder Schmetterlingen, die wasserabweisenden Eigenschaften der Lotuspflanze oder die hohe mechanische Stabilität der Schalen von Muscheln. Technologisch versucht man von der Natur zu lernen und funktionelle Materialien aus einfachen Bausteinen herzustellen. Der Vortrag gibt einen Überblick über diesen Ansatz und zeigt an einzelnen Beispielen das Potential dieses Forschungsgebietes auf.


Spinnenseide als Grundgerüst für Herzersatzgewebe

  • Montag, 4.12.2017, 18.30
  • Prof. Dr. Felix Engel, Experimentelle Nieren- und Kreislaufforschung

Trotz erheblicher Fortschritte, Herzschäden vorzubeugen und zu minimieren, leiden immer mehr Menschen an Herzinsuffizienz. Die Hauptursache für solch eine verminderte Herzfunktion ist der irreversible Verlust von Herzmuskelzellen durch Herzerkrankungen, vor allem ischämischer Erkrankungen wie dem Herzinfarkt. Zurzeit gibt es keine Therapie, die einen solchen Schaden umkehren kann. Ein vielversprechender Ansatz ist die Herstellung von Herzmuskelgewebe aus Stammzellen und geeigneten Materialen zu deren Stabilisierung und Organisation. Seidenproteine stellen ein vielversprechendes Gerüstmaterial dar, denn sie sind elastisch, werden vollständig im Körper abgebaut ohne toxische Abbauprodukte zu erzeugen, und sie lösen keine oder nur eine geringe Immunantwort aus. In Zusammenarbeit mit Prof. Thomas Scheibel (Universität Bayreuth) konnten wir nun zeigen, dass das rekombinante optimierte Seidenprotein eADF4 (κ16), das mithilfe von E. coli Bakterien in großen Mengen bei hoher gleichbleibender Qualität hergestellt werden kann, für die Herstellung von Herzgeweben geeignet ist.


Mitleid mit der Maschine

  • Montag, 13.11.2017, 18.30
  • Dr. Martin Boss, Lehrstuhl für Klassische Archäologie

Alle Worte, mit denen wir die Erscheinungen des digitalen Zeitalters, der Mechanisierung und Automatisierung beschreiben, gehen samt und sonders auf lateinische oder griechische Begriffe zurück – mit einer einzigen Ausnahme, und das ist der „Roboter“. Seltsamerweise ist aber die älteste Geschichte um einen Roboter ebenfalls in der griechischen Mythologie zu finden – es ist Geschichte des Τάλος (Talos) in der Argonautensage, ein vom Gott Hephaistos durch μηxανικὴ τέxνη (die Kunst der Erfindung) erschaffener αὐτόματος (Automat).

Der Vortrag folgt den Spuren dieser frühesten Maschinenwesen und versucht nachzuzeichnen, wo die Griechen die Grenze von künstlicher Schöpfung und einem Geschöpf mit einem eigenen Willen zogen. War es in der Antike denkbar, für Talos so etwas wie συμπάθεια, (also Mitleid) zu empfinden?


„Das ist Sparta!“: Welt der Gesunden und Starken?

  • Montag, 10.7.2017, 18.30 Uhr
  • Prof. Dr. Karl-Heinz Leven, Lehrstuhl für Geschichte der Medizin

Im antiken Sparta – so will es die Überlieferung – existierten Ansätze einer staatlichen Gesundheitsüberwachung. Das Ziel: Gesunde und kräftige Männer, Frauen und Kinder sollten
die Kampfkraft und Wehrhaftigkeit des Stadtstaates stärken. Unter anderem wird berichtet, dass Neugeborene, die krank, schwach oder missgebildet waren, ausgesetzt und so umgebracht wurden. Im späten 19. Jahrhundert wurde diese Idee im Kontext der Eugenik aufgegriffen und im Nationalsozialismus radikal umgesetzt. In seinem Vortrag geht Prof. Dr. Karl-Heinz Leven der Frage nach, wie vertrauenswürdig die antiken Quellen sind. Oder sind die spartanischen Bräuche doch der Phantasie von Geschichtsschreibern zuzuordnen? Im Anschluss daran analysiert der Medizinhistoriker, wie die Vorstellung über das historische Sparta in der Neuzeit wieder aufgegriffen und instrumentalisiert wurde.


Science-Fiction wird Realität: Warum liegen Autoren richtiger als Forscher?

  • Montag, 19.6.2017, 18.30 Uhr
  • Dr. Bernd Flessner, Zentralinstitut für Wissenschaftsreflexion und Schlüsselqualifikation (ZiWiS)

Ein Taschentelefon nicht größer als eine Zigarettenschachtel? Unmöglich! Soziale Netzwerke, Roboterjournalisten und Drohnen? Lächerlich! Roboter, die dem Menschen verblüffend ähnlich sehen? Nie im Leben! Wurden die Visionen, die Autoren und Regisseure in Büchern und Filmen entwarfen, einst von Forschern verlacht, hat sich deren Meinung in den vergangenen 20 Jahren grundlegend geändert: Zu oft lagen Science-Fiction-Geschichten letztlich näher an der Realität als die Prognosen von Wissenschaft und Experten. Handelt es sich lediglich um Zufälle oder gibt es dafür Gründe? In seinem Vortrag geht Dr. Bernd Flessner genau diesen Fragen nach. Denn mittlerweile stellt sich zunehmend heraus: Es handelt sich um mehr als glückliche Fügungen. Eigentlich ist es sogar ganz logisch, dass Autoren und Filmemacher mit ihren fantastischen Ideen meist richtiger liegen als Wissenschaftler, die nüchtern an ihren Themen forschen.


Zwitterbilder: sexuelle Ambivalenz in der antiken Kunst

  • Montag, 23.1.2017, 18.30 Uhr
  • Prof. Dr. Andreas Grüner, Lehrstuhl für Klassische Archäologie

In der Geschlechterdiskussion werden die vielseitigen Phänomene und feinen Unterschiede im Spannungsfeld von Mann und Frau nicht selten zu harter Munition ideologischer Grabenkämpfe. Die griechische und römische Kunst hingegen kennzeichnen einen geradezu spielerischen Umgang mit der Diversität der Geschlechter. In Statuen, Gemälden und Bildern auf Alltagsgegenständen werden Männer zu Frauen, Frauen zu Männern, männliche und weibliche Kennzeichen und Verhaltensweisen vermischen sich.

Prof. Dr. Andreas Grüner ergründet in seinem Vortrag die vielfältigen Wechselbeziehungen weiblicher und männlicher Körperformen in der griechischen und römischen Kunst. Die Bilder problematisieren und konterkarieren viele Stereotype, die in der sozialen Praxis ihrer Gesellschaften fest verankert waren, auf raffinierte und humorvolle Art und Weise. Das macht die Antike auf diesem Gebiet zu einem kulturellen Gegenmodell, von dessen Betrachtung die Gegenwart in vielerlei Hinsicht lernen kann.


Dem Klima auf der Spur: wenn Tiere und Pflanzen auswandern

  • Montag, 5.12.2016, 18.30 Uhr
  • Prof. Dr. Wolfgang Kießling, Lehrstuhl für Paläoumwelt

Pflanzen und Tiere reagieren auf vielfältige Weise auf den heutigen Klimawandel. Sie verändern ihren jahreszeitlichen Rhythmus, wachsen teils schneller, teils langsamer – und vor allem wandern sie. Die erwärmungsbedingten Migrationen ziehen Flora und Fauna überwiegend polwärts, aber die räumliche Dynamik des Klimas führt auch zu ganz anderen Wanderrouten. Der Vortrag von Prof. Wolfgang Kießling zeigt Vorhersagen, wohin und über welche Routen Pflanzen und Tiere im 21. Jahrhundert wandern werden und diskutiert Konsequenzen, die sich daraus für Ökosysteme an Land und Meer ergeben. In einem Streifzug durch die geologische Vergangenheit beleuchtet Kießling zudem, unter welchen Bedingungen es durch Klimawandel sogar zu massenhaftem Artensterben kommen kann.


Riecht, stinkt, duftet? Wie wir Gerüche empfinden

  • Montag, 21.11.2016, 18.30 Uhr
  • Prof. Dr. Andrea Büttner, Professur für Aromaforschung

Klebstoff, Papier, Orangen, Zimt – nahezu alles in unserer Umwelt riecht. Der Mensch nimmt Gerüche im Unterbewusstsein zwar wahr, dennoch wird der Geruchssinn vollkommen unterschätzt, wenn es darum geht, wie wir unsere Umwelt bewerten. Käse riecht trotz Schimmel zum Anbeißen. Ledersitze im neuen Auto verbreiten einen besonderen Duft. Rote Beete riecht nach Erde. Warum empfindet das der eine als wohlriechend und der andere nicht? Prof. Dr. Andrea Büttner stellt in ihrem Vortrag vor, wie der Mensch Gerüche analysiert. Durch Erfahrungen hat er gelernt, Gerüche als angenehm oder unangenehm zu definieren. Die Forscherin geht auf die Ambivalenz des Lernprozesses ein, denn oft sind es extreme Gerüche, die der Mensch als gutriechend empfindet. Das ist mitunter problematisch, wenn sie gesundheitsschädlich sind und der Mensch das nicht mehr bemerkt.


Trump gegen Hillary: Wahlkampf in den USA

  • Der Vortrag "Trump gegen Hillary: Wahlkampf in den USA" von Prof. Dr. Christina Holtz-Bacha, Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft, am 24.10.2016 ist Teil der Reihe Wissenschaft auf AEG.

    Bild: panthermedia.net/hemul75

    Montag, 24.10.2016, 18.30 Uhr

  • Prof. Dr. Christina Holtz-Bacha, Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft

Wahlkämpfe in den USA verlaufen nach anderen Gesetzen als in Europa. Die Kampagnen sind lang, verschlingen unvorstellbare Mengen Geld und sind durch und durch inszeniert. Sie sind kandidatenzentriert und aggressiv. Im Wahlkampf 2016 im Mittelpunkt: Donald Trump und Hillary Clinton.

Prof. Dr. Christina Holtz-Bacha stellt in ihrem Vortrag am Beispiel der aktuellen Wahl besondere Eigenheiten des US-amerikanischen Wahlkampfs vor. Welche Bedeutung kommt den Wahlspots im Fernsehen zu? Was ist mit den sozialen Medien? Welche Rolle spielt der Gender-Aspekt? Zudem präsentiert die Wissenschaftlerin aktuelle Ergebnisse einer Analyse über die Berichterstattung des Wahlkampfes speziell in Deutschland und zieht einen Vergleich zu den Präsidentschaftswahlen der Jahre 2008 und 2012.


Jenseits der „Flüchtlingskrise“: Fluchtursachen, Fluchtwege, Fluchtburgen

  • 18.6.2016
  • Prof. Dr. Petra Bendel, Zentralinstitut für Regionenforschung

Ob aus Afrika oder dem Nahen Osten: Wer nach Europa will, muss sich auf Schlepper einlassen. Jede Etappe ist auf andere Art gefährlich. Erst zu Fuß durch die Sahara, danach mit dem Schlauchboot über das Mittelmeer. Und wie geht es dann in Europa weiter? Im Vortrag ging es um vier Kernfragen der europäischen Flüchtlingspolitik: Inwiefern kooperieren die EU-Länder mit den Herkunfts- und Transitstaaten der Flüchtlinge? Werden die Transitrouten überprüft? Wie werden die Flüchtlinge im Inneren der Europäischen Union verteilt und behandelt? Welche Instrumente stehen der EU zur Verfügung, um den großen Zuzug zu bewältigen? Um die aktuell eingeschlagene Politik zu bewerten, schlägt die Expertin klare Kriterien vor, die in den selbst gesetzten Normen der EU und ihrer Mitgliedstaaten wurzeln. Sie diskutiert zudem, wie realistisch alternative Vorschläge für eine Lösung der Krise sind und welche Handlungsoptionen sich daraus ergeben können.

 


Zuwanderung – Integration – Stadt: Potenziale und Probleme raum- und communityorientierter Integrationspolitiken

  • 6.6.2016
  • Prof. Dr. Georg Glasze und Jan Winkler vom Lehrstuhl für Kulturgeographie

Vor dem Hintergrund der aktuellen Zuwanderung werden wieder vermehrt Fragen des Zusammenlebens in Städten diskutiert. Der Vortrag verglich die Potenziale und Probleme raum- und community-orientierter Integrationspolitiken: Maßnahmen, welche auf bestimmte Stadträume zielen und Maßnahmen, die auf bestimmte, in der Regel ethnische oder religiöse, Gruppen ausgerichtet sind.

Einen raumorientierten Ansatz verfolgt die „Politique de la ville“ in Frankreich, die aus heutiger Sicht als gescheitert gilt. Sie setzt auf die gezielte Förderung problematischer Stadtquartiere – vielfach die Großwohnsiedlungen in den „Banlieues“ – durch bauliche und soziale Maßnahmen. Im zweiten Fallbeispiel berichten die beiden Sozial- und Kulturgeographen über ein laufendes Forschungsprojekt, in dem sie interreligiöse Dialoge als neues Instrument „community-orientierter“ Integrationspolitiken in deutschen Großstädten sowie als Baustein des kommunalen Zugangs auf den Islam untersuchen.


Flüchtlingsrecht: zwischen Politik und Ethik

  • 9.5.2016
  • Prof. Dr. Andreas Funke, Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie

Das Flüchtlingsrecht ist kompliziert. Internationale, europäische und nationale Regelungen greifen ineinander; der deutsche Gesetzgeber versucht, mit immer wieder neuen Änderungen die Entwicklung zu steuern. Die Juristinnen und Juristen streiten über illegale Einreise, Aufnahmezentren und „Obergrenzen“. Aber was sind eigentlich die entscheidenden rechtlichen, politischen und moralischen Wertungen?

Prof. Dr. Andreas Funke stellte in seinem Vortrag die Grundprinzipien des geltenden Flüchtlingsrechts vor, die sich derzeit bewähren müssen. Welche Rechte haben Flüchtlinge, oder anders gesagt: Was schulden wir ihnen? Er legt dar, welchen Gestaltungsspielraum das Recht der Politik lässt, um den aktuellen Herausforderungen gerecht zu werden. Zudem geht er darauf ein, ob es moralische beziehungsweise ethische Anforderungen gibt, denen Recht und Politik genügen müssen.


Alle Videos der Reihe finden Sie unter video.fau.de.