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Rückblick Wissenschaft auf AEG 2015

Rückblick 2015: Videos der Vorlesungsreihe online

Mit der Event-Reihe „Wissenschaft auf AEG“ stellt die FAU aktuelle und hochspannende Forschungsprojekte einem breiten Publikum vor. Der Veranstaltungsort „Auf AEG“ ist ganz bewusst gewählt: Die Aufbruchsstimmung, die dieser Ort transportiert, bietet ein ideales Klima für Wissen und Wissenschaft. Und macht offen für neue Erkenntnisse. Moderiert wurden die drei Abende 2015 von der FAU-Vizepräsidentin für Forschung, Prof. Dr. Nadine Gatzert.

Was ist Licht? Eine moderne Antwort auf eine alte Frage

  • Montag, 12.1.2015, 18.30 – 20 Uhr
  • Prof. Dr. Joachim von Zanthier, Institut für Optik, Information und Photonik

Was ist Licht? Diese Frage beschäftigt die Menschen seit der Antike. Newton hat sich Licht als Strom von Teilchen vorgestellt, ein Jahrhundert später führten Beobachtungen von Thomas Young zu der Überzeugung, dass Licht eine Welle sei. Seit etwa 100 Jahren wissen wir jedoch: Licht ist beides, sowohl Welle als auch Teilchen. Es kommt in einer Messung nur darauf an, welchen Aspekt man beobachten möchte. In dem Vortrag werden beide Eigenschaften des Lichts vorgestellt und über aktuelle Entwicklungen in der Beschreibung wie auch Handhabung von Licht berichtet. So können Atome mit Lichtteilchen bombardiert und auf die tiefsten Temperaturen im Universum gekühlt werden. Gleichzeitig werden Lichtwellen als Taktgeber in den genauesten Uhren der Welt verwendet. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass auch mehrere Lichtteilchen aufgrund ihrer Welleneigenschaft miteinander interferieren und dabei bewirken können, dass die Messung eines Lichtteilchens an einem Ort die Beobachtung eines anderen Lichtteilchens an einem anderen Ort beeinflusst.

Was ist Licht? Eine moderne Antwort auf eine alte Frage

 

Der Islam im deutschen Rechtstaat

  • Montag, 27.4. 2015, 18.30 – 20 Uhr
  • Prof. Dr. Mathias Rohe, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechstvergleichung

Der Islam ist in Deutschland zum Angstfaktor geworden, obwohl Millionen von Muslimen längst ein Teil der deutschen Gesellschaft geworden sind. Umso mehr ist es Aufgabe der Wissenschaft, die rechtlichen und sozialen Grundlagen für ein gedeihliches Zusammenleben zu untersuchen und weiterführende Vorschläge zu erarbeiten. Dazu gehört auch eine präzise Analyse bestehender Probleme. Das 2009 an der FAU gegründete Erlanger Zentrum für Islam und Recht in Europa ist eine europaweit einzigartige, interdisziplinär arbeitende Einrichtung, die sich solchen Fragestellungen widmet.

Im Vortrag werden Erkenntnisse aus nationalen und internationalen Forschungsprojekten vorgestellt, etwa zum Thema religiöse Streitschlichtung und Paralleljustiz. Ein anderer Punkt ist die Selbstorganisation und Teilhabe von Muslimen, zum Beispiel durch islamischen Religionsunterricht und islamische Theologie. In diesem Bereich nimmt die FAU durch das Department Islamisch-Religiöse Studien ebenfalls eine Vorreiterrolle ein.

Der Islam im deutschen Rechtstaat

Aus alt mach digital: Die Zukunft historischer Schätze

  • Montag, 11.5.2015, 18.30 – 20 Uhr
  • Prof. Dr. Günther Görz, AG Digital Humanities

Das Meer strahlt hellblau unter weißer und roter Schrift, Fahnen markieren wichtige Orte, Länder leuchten in hellbraun – vor gut 500 Jahren muss der Behaim-Globus recht bunt gewesen sein. Heutzutage ist er von einem braun-gelblichen Schleier überzogen. Doch Forscher der FAU und des Germanischen Nationalmuseums lassen den Globus wieder in alter Pracht aufleben. Ihr Werkzeug: der Computer. Neben einem online zugänglichen 3D-Modell arbeiten sie an einer umfassenden Datenbank der unzähligen Abbildungen und Inschriften, die logisch verknüpft ist und in Zukunft auch computergestützte Vergleiche mit anderen Objekten zulassen wird.

Das Behaim-Projekt ist ein Paradebeispiel für die sogenannten Digital Humanities, die digitalen Geisteswissenschaften. Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Frage, wie das Kulturerbe digital erschlossen werden kann, einerseits um es Menschen weltweit leichter zugänglich zu machen und andererseits um der Wissenschaft neue Erkenntnisquellen zu verschaffen.

Aus alt mach digital: Die digitale Zukunft historischer Schätze

 

Verbrechen im Netz: Cyberkriminelle und ihre Tricks

  • Montag, 15.6.2015, 18.30 – 20 Uhr
  • Prof. Dr. Felix Freiling,
    Lehrstuhl für IT-Sicherheitsinfrastrukturen

Cyberkriminelle entwickeln laufend neue Methoden, um an Daten und damit an Geld zu gelangen. Der Schaden, der Unternehmen dadurch entsteht, beläuft sich auf Milliardenbeträge. Wie groß der Schaden tatsächlich ist, lässt sich schwer sagen – zu hoch ist die Dunkelziffer. Aber nicht nur große Unternehmen, sondern auch Privatpersonen sind betroffen. Die Methoden, mit denen die Kriminellen an ihre Daten gelangen, sind vielfältig. Sie installieren beispielsweise Schadsoftware auf möglichst vielen Rechnern oder locken die Internetnutzer auf gefälschte Seiten, um darüber an sensible Informationen zu gelangen.

In dem Vortrag geht Prof. Freiling darauf ein, welche Tricks besonders erfolgreich sind. Neben der Frage, wie die Verbrechen technisch ausgeführt werden, geht es auch darum, wie sich solche Straftaten verhindern lassen. Denn viele Rechner sind unzureichend geschützt und bieten damit eine ideale Angriffsfläche für Cyberkriminelle.

 

100 Jahre Allgemeine Relativitätstheorie: Was sie vorhersagt und wo sie an ihre Grenzen stößt

  • Montag, 19.10.2015, 18.30 – 20 Uhr
  • Prof. Dr. Thomas Thiemann, Lehrstuhl für Theoretische Physik

Ohne sie könnten GPS-Geräte nicht auf wenige Meter genau unsere Position bestimmen – die Rede ist von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie, die in diesem Jahr genau 100 Jahre alt wird. Aber was besagt sie eigentlich? Und warum sind Physiker auf der Suche nach einer neuen Theorie? Die Allgemeine Relativitätstheorie ist eine sehr erfolgreiche Theorie der Gravitation – also der Schwerkraft – und sie hilft uns, auf immensen Skalenunterschieden, vom kleinen Planetensystem bis hin zum ganzen Universum, unsere Welt zu beschreiben und zu verstehen.

Albert Einstein stellte sich die Schwerkraft nicht mehr als Kraft vor, bei der – übertragen auf unser Planetensystem – die Sonne quasi wie mit Fäden an den Planeten zieht. Sondern er erklärte die Gravitation als geometrisches Objekt. Die Theorie lässt aber Fragen offen.  So beschreibt sie den Beginn unseres Universums als den sogenannten Urknall. An diesem Anfang von Raum und Zeit verliert die Theorie jedoch ihre Vorhersagekraft, da die durch sie beschriebenen physikalischen Größen unendlich große Werte annehmen würden.

 

Optimiert ist nicht optimal: Energiekosten senken durch intelligente Planung

  • Montag, 2.11.2015, 18.30 – 20 Uhr
  • Prof. Dr. Alexander Martin, Lehrstuhl für Wirtschaftsmathematik

Intelligente Zugfahrpläne können helfen, Stromkosten zu sparen. Die Kapazitäten des Stromnetzes richten sich nach der Peak-Leistung, also dem Punkt, an dem der Verbrauch am höchsten ist. Im Haushalt ist das der Fall, wenn gleichzeitig alle Geräte wie Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine angeschaltet sind. Das Stromnetz muss für solche Leistungsspitzen ausgelegt sein. Was hier im Kleinen zu beobachten ist, trifft auch auf das deutschlandweite Netz der Bahn zu. Je mehr Züge gleichzeitig abfahren und beschleunigen, desto höher ist der momentane Energieverbrauch. Durch leichtes Verschieben der Abfahrtszeiten im Personensowie im Güterverkehr können die Kapazitäten im Stromnetz verkleinert werden – und damit sinken die Preise. Neben diesem Beispiel für einen effizienten Energieverbrauch gibt es noch weitere Anwendungen für diese aus der Mathematik stammenden Optimierungsansätze wie beim Transport von Gas in Pipelines, bei der Beschickung von Geldautomaten oder bei einer familienfreundlichen Personaleinsatzplanung. Dabei prüfen die Wissenschaftler nicht nur welche Potenziale sie ausschöpfen können. Sie fragen sich auch, wie sie die Potenziale überhaupt erkennen und wie sie abschätzen können, in welchem Bereich sich ein Eingriff in das bestehende System lohnt.

Optimiert ist nicht optimal: Energiekosten senken durch intelligente Planung

 

Was ist Intelligenz?

  • Montag, 14.12.2015, 18.30 -20 Uhr
  • Prof. Dr. Albert Ziegler, Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie und Exzellenzforschung

Intelligent ist, wer gute Schulnoten hat. Oder knifflige Rätsel löst. Oder im Kopf mühelos mit Zahlen jongliert. Oder doch nicht? Bislang ist es der Forschung nicht gelungen, sich auf eine Definition des Phänomens zu einigen. Intelligenz ist eines der schillerndsten Konstrukte der Psychologie, das nach wie vor kontrovers diskutiert wird.

Wie sich die Intelligenz eines Menschen entwickelt, hängt von vielen Faktoren ab: angefangen von der genetischen Veranlagung, dem sozialen Umfeld, der Erziehung bis hin zur Ernährung. Im Vortrag wird versucht, die vielfältigen Einzelbefunde zu einem stimmigen
Bild zusammenzufügen. Dabei werden Fragen gestreift wie: Lässt sich Intelligenz trainieren? Ist Intelligenz tatsächlich nur etwas Geistiges oder spielen Emotionen und unser Körper auch eine Rolle? Waren unsere Großeltern durchschnittlich intelligenter als wir es heute sind? Und nicht zuletzt: Wer ist eigentlich intelligenter – Männer oder Frauen?