Seiteninterne Suche

Universität

Rückblick Wissenschaft im Schloss 2016

Rückblick Sommer 2016: Videos der Vorlesungsreihe online

Mit der Event-Reihe „Wissenschaft im Schloss“ will die FAU aktuelle und hochspannende Forschungsprojekte einem breiten Publikum vorstellen. Durch den Abend führt Prof. Dr. Günter Leugering,  FAU-Vizepräsident für Internationales. Im Anschluss an die Vorträge stehen die Wissenschaftler für Fragen zur Verfügung.


Der Vortrag "Mimik aus der Dose: Videomanipulation in Echtzeit" von Prof. Dr. Marc Stamminger, Lehrstuhl für Graphische Datenverarbeitung, ist Teil von Wissenschaft im Schloss 2016 und findet am 14. November statt.

Bild: panthermedia.net/olly18

Mimik aus der Dose: Videomanipulation in Echtzeit

  • Montag, 14.11.2016, 18.30 Uhr
  • Prof. Dr. Marc Stamminger, Lehrstuhl für Graphische Datenverarbeitung

Nichts ist mehr, wie es scheint: Forscher der FAU haben zusammen mit Partnern der Universität Stanford und des Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken eine Technologie entwickelt, mit der sich Mimik und Lippenbewegungen eines Menschen erfassen und auf das Videobild eines anderen übertragen lassen – in Echtzeit.

Prof. Dr. Stamminger zeigt in seinem Vortrag wie die Facial Reenactment Software (Face2Face) funktioniert: Das Programm erkennt Mimik und Lippenbewegungen eines Menschen in einem Video und überträgt diese im gleichen Moment auf das Videobild eines anderen. Bei computeranimierten Filmen werden ähnliche Technologien seit Jahren eingesetzt – jedoch mit viel größerem Aufwand. In Zukunft könnte die Software bei Simultanübersetzungen, Filmsynchronisationen aber auch zum Erlernen der eigenen Gesichtsmimik nach einem leichten Schlaganfall eingesetzt werden.

Mimik aus der Dose: Videomanipulation in Echtzeit


Europa erlebt eine neue Völkerwanderung. Oder doch nicht?

Warum die Flüchtlinge, die derzeit nach Europa kommen, keine neue Völkerwanderung darstellen? Weil bereits die Völkerwanderung vor über 1500 Jahren alles andere als das war. Weder in der Spätantike noch im frühen Mittelalter gab es eine Vorstellung von einem „Wandern der Völker“. Erst im frühen 16. Jahrhundert entstanden das zugrunde liegende Geschichtsbild sowie die Begriffe „migratio gentium“
und später „Völkerwanderung“.

PD Dr. Roland Steinacher von der Freien Universität Berlin erklärte am 18. Juli 2016, was die Basis für diese Entwicklung in Antike und Mittelalter bildete. Warum traten an die Stelle des römischen Reiches im frühen Mittelalter ethnisch definierte Staatsgebilde wie das vandalische Afrika oder das fränkische Gallien? Und wie bewältigten die Menschen damals die geistige Spannung zwischen einem universalen Christentum, der Selbstdefinition als Römer und einer spezifischen ethnischen Identität?

Europa erlebt eine neue Völkerwanderung. Oder doch nicht?


Ankommen ist nicht einfach: psychosoziale Aspekte der Integration

Mehr als eine Million Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommen – die soziokulturelle Integration stellt eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung dar. Prof. Dr. Yesim Erim von der Psychosomatischen und Psychotherapeutischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen stellte am 23. Mai Theorien zur Wanderungsmotivation sowie zur psychischen und kulturellen Anpassung von Migranten vor. Darüber hinaus geht sie der Frage nach, wie Migration und psychische Gesundheit zusammenhängen. Welche Belastungsfaktoren sind bekannt? Was ist an psychischen Folgestörungen zu erwarten? Wie wirken sich die kulturelle Anpassung, der Aufenthaltsstatus und die Integration ins Arbeitsleben auf die psychische Stabilität aus? Daneben beleuchtet die Expertin das Thema auch aus gesellschaftlicher Sicht: Gibt es ausreichend Angebote, um Geflüchtete angemessen psychotherapeutisch zu behandeln? Was können Ehrenamtliche tun und wie erklärt die Sozialpsychologie ihre Hilfsbereitschaft?

Ankommen ist nicht einfach: Psychosoziale Aspekte der Integration


Brennpunkt Nahost – Umbrüche, Staatsversagen und regionale Neuordnung

Die Region des Nahen Ostens kommt nicht zur Ruhe. Fünf Jahre nachdem die Protestierenden in Tunesien und Ägypten die Diktatoren Ben Ali und Mubarak entmachteten und einige Beobachter schon das demokratische Zeitalter ausriefen, dominieren Berichte über Verfolgung, Repression, Terrorismus und Staatszerfall die Schlagzeilen – Stichpunkt „Islamischer Staat“. Der Vortrag von Prof. Dr. Thomas Demmelhuber (Lehrstuhl für Politik und Gesellschaft des Nahen Ostens) am 25. April 2016 zeigt systematisch die unterschiedlichen Verlaufslinien der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung dieser Länder auf. Die Regionen befinden sich in einem fundamentalen Wandel, in dem sich eine neue regionale Ordnung herauszubilden scheint – Fragen der Demokratie spielen dabei eine Nebenrolle.

Brennpunkt Nahost: Umbrüche, Staatsversagen und regionale Neuordnung