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Rückblick Wissenschaft im Schloss

Rückblick: Videos der Vorlesungsreihe online

Mit der Event-Reihe „Wissenschaft im Schloss“ will die FAU aktuelle und hochspannende Forschungsprojekte einem breiten Publikum vorstellen. Durch den Abend führt Prof. Dr. Günter Leugering,  FAU-Vizepräsident für Internationales. Im Anschluss an die Vorträge stehen die Wissenschaftler für Fragen zur Verfügung.

Warum unsere Vorstellungen vom Älterwerden dazu beitragen, wie gesund wir älter werden und wie lange wir leben

  • Montag, 22.1.2018, 18.30
  • Prof. Dr. Susanne Wurm, Professur für Psychogerontologie

Viele Menschen können heutzutage erwarten, dass sie ein hohes Alter erreichen werden. Dies geht meist mit dem Wunsch einher, in möglichst guter Gesundheit alt zu werden. Die Gene tragen nur zu rund einem Viertel dazu bei, wie gesund Menschen sind, während der Lebensstil eine viel größere Rolle für die Gesundheit spielt. Wie Menschen leben und was sie für ihre Gesundheit tun, ist mit dadurch bestimmt, welche Vorstellungen sie vom Älterwerden haben. Erwarte ich zunehmende Verluste, habe ich weiterhin viele Pläne? Der Vortrag stellt die Rolle von solchen Altersbildern für die Gesundheit vor und erläutert, wie man seinen eigenen negativen Altersstereotypen auf die Schliche kommen kann – der Gesundheit zuliebe.

 


Eisenoxidnanopartikel: ein vielversprechendes Material für die klinische Forschung

  • Montag, 11.12.2017, 18.30
  • Dr. Christina Janko, HNO-Klinik, Kopf- und Halschirurgie, Sektion für Experimentelle Onkologie und Nanomedizin (SEON)

Eisenoxidnanopartikel weisen zahlreiche Eigenschaften auf, die sie für die Anwendung in der Medizin interessant machen.
Das Material kann beispielsweise als Kontrastmittel für die diagnostische Bildgebung verwendet werden. Da die Partikel auf Grund ihrer Eigenschaften auch magnetisiert werden können, lassen sie sich aber auch als steuerbare Transportmittel für Therapeutika nutzen. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist die Magnetisierung ganzer Zellen, um somit die Rekonstruktion von Gewebe durch diese sogenannten Hybridzellen zu ermöglichen. Unser Labor beschäftigt sich sowohl mit der Synthese als auch mit der Erforschung der physikochemischen und toxikologischen Eigenschaften der Eisenoxidnanopartikel. Gleichzeitig wird auch die Wirksamkeit der nach Apothekenstandards hergestellten Partikel getestet mit dem Ziel, sie künftig erfolgreich für Therapien einsetzen zu können. Der Vortrag beleuchtet die Entwicklungsarbeit dieser vielfältig nutzbaren Eisenoxidnanopartikeln und ihre zukünftige biomedizinische Anwendung.

 


Ein ungetrübter Blick ins trübe Dunkel: Vulkanismus in der Tiefsee

  • Montag, 27.11.2017, 18.30
  • PD Dr. Christoph Beier, Lehrstuhl für Endogene Geodynamik

Wüst und leer, das ist eine weit verbreitete Vorstellung über den Zustand des Meeresbodens. Das geologische Wissen über die Tiefen des Meeres ist heute noch lückenhaft. Gesteinsproben von Tiefseevulkanen machen es nun möglich, die grundlegenden Prozesse unseres Planeten besser zu verstehen. Dabei halten die Tiefseevulkane und die an ihnen vorkommenden Organismen immer wieder neue wissenschaftliche Überraschungen für uns bereit.

Dieser Arbeit am Meeresboden und dem wissenschaftlichen – und womöglich wirtschaftlichen – Gewinn aus diesen seltenen Proben widmet sich der Geologe PD Dr. Christoph Beier, der mit zahlreichen Forschungsfahrten auf den Ozeanen unterwegs war: Welche Hindernisse und Erfolge bringt die Arbeit auf See mit sich? Wie tragen die Erlanger Reinstraumlabore zur modernen Forschung bei.

 


Ade, liebes Sofa: Wie werden Sportmuffel aktiver?

  • Montag, 17.7.2017, 18.30 Uhr
  • Prof. Dr. Klaus Pfeifer, Lehrstuhl für Sportwissenschaft mit Schwerpunkt Bewegung und Gesundheit

Nur 15 Minuten körperliche Belastung am Tag oder 90 Minuten pro Woche machen einen Unterschied, wie lange wir leben. Bewegen wir uns mindestens so lang, sinkt das relative Sterberisiko um 14 Prozent – was durchschnittlich drei Jahren entspricht. Wer mehr Sport treibt, reduziert das Risiko noch weiter. In vielen Teilen unserer Welt herrscht jedoch Bewegungsmangel.

Prof. Dr. Klaus Pfeifer geht in seinem Vortrag der Frage nach, wie sich Menschen trotzdem dazu bringen lassen, im Alltag aktiver zu werden. Der Sportwissenschaftler hat zielgruppenspezifische Empfehlungen für Bewegung und deren Förderung entwickelt, um der Untätigkeit entgegenzuwirken. Egal ob Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren oder Menschen mit Vorerkrankungen: Jeder kann durch Bewegung etwas für seine eigene Gesundheit tun.


„Die sind schuld, wenn es mir schlecht geht“: psychologische Perspektiven auf Fremdenfeindlichkeit

  • Montag, 22.5.2017, 18.30 Uhr
  • Prof. Dr. Andrea Abele-Brehm, Lehrstuhl für Sozialpsychologie und Genderforschung, In Kooperation mit FAU INTEGRA

Es ist ein altbekanntes Phänomen: Wenn im eigenen Leben etwas nicht so läuft wie gewünscht, wird dafür schnell ein Sündenbock gesucht – die anderen sind schuld, nicht ich. Studien aus der Sozialpsychologie zeigen, dass solche Schuldzuweisungen sowohl bewusst als auch unterschwellig und automatisiert erfolgen. Die Frage, inwieweit sich jemand in seiner Identität bedroht fühlt, spielt hier ebenso eine Rolle wie das Einteilen der Mitmenschen in „Wir“ versus „Andere“.

Sozialpsychologin Prof. Dr. Andrea Abele-Brehm gibt einen Überblick über die aktuelle Forschung und geht der Frage nach, welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Der Vortrag findet im Rahmen der INTEGRA Ringvorlesung statt, die sich unter anderem mit Populismus beschäftigt.


Genetisch wie wir? Das Verhältnis zwischen Neandertaler und modernem Menschen

  • Montag, 16.1.2017, 18.30 Uhr
  • Prof. Dr. Thorsten Uthmeier, Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte

In der Art und Weise, wie Neandertaler wahrgenommen werden, spiegeln sich die Werte einer Gesellschaft wider. Für Darwin waren sie zunächst das fehlende Bindeglied zwischen Affe und Mensch. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden dem Neandertaler immer weniger tierische und mehr menschliche Eigenschaften zugeschrieben. Heute steht außer Frage, dass Neandertaler als erfolgreiche Großwildjäger an der Spitze der Nahrungskette standen und sich dank kultureller Errungenschaften durchsetzen konnten.

Prof. Dr. Thorsten Uthmeier geht in seinem Vortrag der Frage nach, ob Neandertaler auch in anderen Bereichen ihrer Kultur dem modernen Menschen ebenbürtig waren oder nicht – zum Beispiel bei Bestattungen, der Schmuckherstellung, sozialer Fürsorge oder hinsichtlich Gewalt und Kannibalismus. Die Diskussion darum ist groß, obwohl der Mensch nachweislich bis heute Neandertaler-Gene in sich trägt.


Prothesen aus dem Drucker

  • Montag, 12.12.2016, 18.30 Uhr
  • Prof. Dr. Christian Zagel, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik,insbesondere im Dienstleistungsbereich

In Krisengebieten verlieren Menschen Tag für Tag durch Waffen und Minen Gliedmaßen. Prothesen könnten den Opfern helfen, doch selbst einfache Modelle sind dort für die meisten Betroffenen unerschwinglich. Mit Hilfe von 3DScans und 3D-Druckern arbeitet Prof. Dr. Christian Zagel mit dem Lehrstuhl für Graphische Datenverarbeitung der FAU und in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Lübeck an einer Methode, individuell anpassbare Prothesen zu  entwickeln – einfach und kostengünstig, vor Ort herstellbar und noch dazu weitgehend aus recycelten Materialien. In seinem Vortrag zeigt der Wissenschaftler wie das Projekt funktioniert: Mithilfe einer Kamera wird ein dreidimensionales Ebenbild des eigenen Körpers erstellt – eigentlich, um virtuell in einem Online-Shop Kleidung anzuprobieren. Doch das System eignet sich auch für andere Zwecke, bei denen es auf die Passgenauigkeit ankommt – eben zum Beispiel für Prothesen.


Mimik aus der Dose: Videomanipulation in Echtzeit

  • Montag, 14.11.2016, 18.30 Uhr
  • Prof. Dr. Marc Stamminger, Lehrstuhl für Graphische Datenverarbeitung

Nichts ist mehr, wie es scheint: Forscher der FAU haben zusammen mit Partnern der Universität Stanford und des Max-Planck-Instituts für Informatik in Saarbrücken eine Technologie entwickelt, mit der sich Mimik und Lippenbewegungen eines Menschen erfassen und auf das Videobild eines anderen übertragen lassen – in Echtzeit.

Prof. Dr. Stamminger zeigt in seinem Vortrag wie die Facial Reenactment Software (Face2Face) funktioniert: Das Programm erkennt Mimik und Lippenbewegungen eines Menschen in einem Video und überträgt diese im gleichen Moment auf das Videobild eines anderen. Bei computeranimierten Filmen werden ähnliche Technologien seit Jahren eingesetzt – jedoch mit viel größerem Aufwand. In Zukunft könnte die Software bei Simultanübersetzungen, Filmsynchronisationen aber auch zum Erlernen der eigenen Gesichtsmimik nach einem leichten Schlaganfall eingesetzt werden.


Europa erlebt eine neue Völkerwanderung. Oder doch nicht?

Warum die Flüchtlinge, die derzeit nach Europa kommen, keine neue Völkerwanderung darstellen? Weil bereits die Völkerwanderung vor über 1500 Jahren alles andere als das war. Weder in der Spätantike noch im frühen Mittelalter gab es eine Vorstellung von einem „Wandern der Völker“. Erst im frühen 16. Jahrhundert entstanden das zugrunde liegende Geschichtsbild sowie die Begriffe „migratio gentium“
und später „Völkerwanderung“.

PD Dr. Roland Steinacher von der Freien Universität Berlin erklärte am 18. Juli 2016, was die Basis für diese Entwicklung in Antike und Mittelalter bildete. Warum traten an die Stelle des römischen Reiches im frühen Mittelalter ethnisch definierte Staatsgebilde wie das vandalische Afrika oder das fränkische Gallien? Und wie bewältigten die Menschen damals die geistige Spannung zwischen einem universalen Christentum, der Selbstdefinition als Römer und einer spezifischen ethnischen Identität?


Ankommen ist nicht einfach: psychosoziale Aspekte der Integration

Mehr als eine Million Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommen – die soziokulturelle Integration stellt eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung dar. Prof. Dr. Yesim Erim von der Psychosomatischen und Psychotherapeutischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen stellte am 23. Mai Theorien zur Wanderungsmotivation sowie zur psychischen und kulturellen Anpassung von Migranten vor. Darüber hinaus geht sie der Frage nach, wie Migration und psychische Gesundheit zusammenhängen. Welche Belastungsfaktoren sind bekannt? Was ist an psychischen Folgestörungen zu erwarten? Wie wirken sich die kulturelle Anpassung, der Aufenthaltsstatus und die Integration ins Arbeitsleben auf die psychische Stabilität aus? Daneben beleuchtet die Expertin das Thema auch aus gesellschaftlicher Sicht: Gibt es ausreichend Angebote, um Geflüchtete angemessen psychotherapeutisch zu behandeln? Was können Ehrenamtliche tun und wie erklärt die Sozialpsychologie ihre Hilfsbereitschaft?


Brennpunkt Nahost – Umbrüche, Staatsversagen und regionale Neuordnung

Die Region des Nahen Ostens kommt nicht zur Ruhe. Fünf Jahre nachdem die Protestierenden in Tunesien und Ägypten die Diktatoren Ben Ali und Mubarak entmachteten und einige Beobachter schon das demokratische Zeitalter ausriefen, dominieren Berichte über Verfolgung, Repression, Terrorismus und Staatszerfall die Schlagzeilen – Stichpunkt „Islamischer Staat“. Der Vortrag von Prof. Dr. Thomas Demmelhuber (Lehrstuhl für Politik und Gesellschaft des Nahen Ostens) am 25. April 2016 zeigt systematisch die unterschiedlichen Verlaufslinien der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung dieser Länder auf. Die Regionen befinden sich in einem fundamentalen Wandel, in dem sich eine neue regionale Ordnung herauszubilden scheint – Fragen der Demokratie spielen dabei eine Nebenrolle.


Mehr Videos der Reihe finden unter video.fau.de.