Ringvorlesung Machtmissbrauch: Gewerkschaftsaktivismus von Migrantinnen

Datum: 6. Mai 2026Zeit: 18:15 – 19:45Ort: Großer Hörsaal (Alte Mathematik), Bismarckstraße 1a in Erlangen und via Zoom  

Ausbeutung, Widerstand und Emanzipation. Typische Muster des Gewerkschaftsaktivismus von Migrantinnen

Aktuell geraten sowohl gleichstellungspolitische Fortschritte als auch Maßnahmen der Antidiskriminierung zunehmend unter Druck „von rechts“. Es waren und sind auch viele Migrantinnen, die diese erkämpft und durchgesetzt haben, um ihre Arbeits- und Lebensverhältnisse zu verbessern. Die historischen Arbeitskämpfe führten sie dabei teils mit, teils ohne die Unterstützung von Gewerkschaften. Dabei blieben sie in der bundesdeutschen und auch gewerkschaftlichen Geschichtsschreibung lange ungesehen.

Im Beitrag werden die Vortragenden sich daher einerseits der Geschichte weiblicher Migration in Deutschland widmen, typische Ausbeutungsmechanismen und intersektionale Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts und der Herkunft nachzeichnen. Diese finden gesamtgesellschaftlich, auf dem Arbeitsmarkt sowie innerhalb von Organisationen statt, und damit auch in Gewerkschaften. Dabei gehen Diskriminierungen insofern mit Machtmissbrauch einher, als dass die im Kapitalismus vergeschlechtlichten und rassistischen Gesellschaftsverhältnisse Hierarchien und Ungleichheiten hervorbringen, von denen insbesondere Migrantinnen negativ betroffen sind.

Andererseits werden die Vortragenden ihren Fokus auf Kämpfe des Widerstands und der Emanzipation gegen jene Verhältnisse legen – sowohl aus historischer Perspektive als auch aus der Perspektive der Migrantinnen selbst. Im Mittelpunkt stehen dabei Arbeitskämpfe, Streiks und Migrantinnen als Streik- und Gewerkschaftsaktivistinnen. Anhand eigener Empirie aus dem Projekt „Migrantinnen als Gewerkschaftsaktivistinnen. Zur Konstruktion intersektionaler Solidarität“ (Hans-Böckler-Stiftung) zeichnen Judith Holland und Andreas Fischer nach, aus welchen Gründen und unter welchen Lebens- und Arbeitsbedingungen Frauen mit Migrationsgeschichte in Streiks und Gewerkschaften aktiv werden. Dabei rekonstruieren sie typische Hürden, Verlaufsmuster und Bruchpunkte gewerkschaftlicher Aktivität. Nicht zuletzt steht die Frage im Raum, welche Rolle das Geschlecht und die Migrationsgeschichte im Rahmen des gewerkschaftlichen Aktivismus einnehmen.

Mit der Ringvorlesung greift das Team der Frauenbeauftragten der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie im Sommersemester 2026 das Thema Machtmissbrauch auf und bringt es in einen interdisziplinären Dialog. Das Ziel: Machtmissbrauch sichtbar zu machen, das Bewusstsein für seine Strukturen zu schärfen und zur kritischen Auseinandersetzung anzuregen.

Die Vorträge:

    • 29.04. Machtmissbrauch in der Kunst.
      Prof. Dr. Aida Bosch (mit einem Grußwort von Prof. Dr. Kay Kirchmann, Dekan der Philosophischen Fakultät um 18:00 Uhr)

    • 06.05. Ausbeutung, Widerstand und Emanzipation. Typische Muster des Gewerkschaftsaktivismus von Migrantinnen
      Dr. Judith Holland und Dr. Andreas Fischer

    • 13.05. Gute oder böse Organisation? Macht und Machtmissbrauch aus organisationspädagogischer Sicht
      Prof. Dr. Nicolas Engel und Dr. Jenny Kipper

    • 27.05. Machtmissbrauch und #Metoo im Film: Wie Hollywood von sich selbst erzählt
      Prof. Dr. Heike Paul

    • 03.06. Wie herrschen Imperien? Strukturen, Institutionen und Akteure imperialen Machtstrebens
      Prof. Dr. Eva Marlene Hausteiner

    • 10.06. „Aber ich habe doch gar nichts gemacht?!“ – Strukturelle Beherrschung in Akademia
      Prof. Dr. Christine Bratu

    • 24.06. „Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass“ – von Machtmissbrauch an Universitätskliniken und funktionalem Scheitern von Gleichstellungsarbeit
      Alexandra Pfisterer M.A.

    • 01.07. Vermachtete Öffentlichkeiten – Zum Machtmissbrauch durch undemokratische Verfahren und Unterdrückung im Spannungsfeld zwischen deliberativen Ansprüchen und der politischen Praxis.
      Prof. Dr. Christian Schicha

    • 08.07. Sexuelle Belästigung und Machtmissbrauch am Arbeitsplatz – Folgen und Interventionsmaßnahmen
      Prof. Dr. Monika Schröttle

Alle Infos: https://www.phil.fau.de/fakultaet/organisation-organe/frauenbeauftragte/ringvorlesung-machtmissbrauch/

Zum Kalender hinzufügen

Details

Datum:
6. Mai 2026
Zeit:
18:15 – 19:45
Ort:

Großer Hörsaal (Alte Mathematik), Bismarckstraße 1a in Erlangen und via Zoom

 

Link zur Videokonferenz:

Veranstaltungskategorien:
Die FAU