FAU-Althistoriker Boris Dreyer und sein Team bereiten ihre Römer-Nachbauten für das kommende Jahr vor
Auch im Winter herrscht Betrieb im Römerzentrum Gunzenhausen am Altmühlsee, denn viel Zeit bleibt nicht mehr. Im Februar 2026 wird der bekannte Kutschen-Experte und Sammler Jörg Wildung die FAU-Nachbauten eines keltischen Kampfwagens sowie eines römischen Reise- und eines römischen Schnellwagens auf dem Gestüt des Schlosses Kühlenfels bei Pottenstein testen. Deshalb arbeiten Boris Dreyer von der Professur für Alte Geschichte und sein Team aus Studierenden und Freiwilligen auf Hochtouren. Unterstützung erhielten sie zuletzt von Schülerinnen und Schülern des Melanchton-Gymnasiums in Nürnberg, die im Rahmen eines gemeinsamen Seminars des Lehrstuhls für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Schulentwicklungsforschung und Experiential Learning der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vor Ort waren. In diesem Seminar entwickeln Studierende einen Geschichtsunterricht, bei dem die Jugendlichen des Gymnasiums auch einmal selbst Hand anlegen dürfen.
Winterarbeit und Testvorbereitungen
Ein wichtiger Bauabschnitt bei den römischen Wägen wurde Anfang November abgeschlossen: Die Räder der römischen Wägen wurden mit Eisenreifen versehen. Die Museumsstellmacherei Langenrehm bei Hamburg fertigte die sechs Segmenträder der Wägen. Die Eisenreifen wurden dann von Dreyers Team mittels Holzfeuer und Holzkohleglut auf rund 500 Grad erhitzt, auf die Räder aufgesetzt und schnell abgekühlt. Dieser Vorgang heißt Aufschrumpfen. Zudem nietete das Team Eisenbeschläge für die Querfederung am römischen Reisewagen auf.



Auch um die Nachbauten römischer Boote mussten sich Dreyers Team und die Schülerinnen und Schüler kümmern. Gemeinsam holten sie das erst im September vom Stapel gelaufene Prahmboot Alchmona rediviva aus dem Wasser. So wie die F.A.N. und die Danuvina, die 2026 auf Reise nach Osijek in Kroatien geht, wird auch das Prahmboot über den Winter renoviert und ausgebessert. Daneben werden die F.A.N. und die Alchmona rediviva sowie die Katapulte, Geschütze und Wägen für Tests vorbereitet. Diese finden in Kooperationen mit ungarischen Strömungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie Ingenieurinnen und Ingenieuren der Technischen Universität Dortmund im kommenden Jahr statt.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Boris Dreyer
Professur für Alte Geschichte
Boris.dreyer@fau.de
