Bereits die alten Ägypter kannten den Geburtstag. Dabei hat es über die Jahrhunderte hinweg viele verschiedene Auffassungen gegeben, wer und wie gefeiert wird.
Das individuelle Geburtstagsfest, das ab dem ersten Jahr nach der Geburt fortlaufend gefeiert wird, war oft ein Vorrecht der Reichen und Adligen bis ins 19. Jahrhundert. So ist auch oft bis heute der Geburtstag von Herrschern, Königen und Diktatoren ein Fest für das gesamte Volk. Wir wissen, dass die Pharaonen ihren Geburtstag feierten, auch die Perser maßen – je nach Reichtum – ihrem Geburtstag eine große Bedeutung zu. Die Griechen und Römer feierten an ihrem Geburtstag ihre Schutzgötter, was insofern von den Christen übernommen wurde, als sie mit dem Geburtstag auch die Feier für den Heiligen verbanden, nach dem sie benannt wurden. Bei den Christen wurde recht früh der Geburtstag des Heilands (Weihnachten) gefeiert.
Der eigene Geburtstag kam eigentlich zuerst in den protestantischen Gebieten auf, während in katholischen Gebieten der Namenstag zentraler war. Im Alten Testament ist der Geburtstag häufig negativ belegt und mit dem mit Unheil verbundenen Geburtstag von „Tyrannen“ (Pharao, Herodes Antipas) verbunden. Daher lehnen Rabbiner diese Feier ab, außer derjenigen, die junge jüdische Menschen als religiöses Mündigkeitsfest feiern. Auch die Muslime lehnen häufig die Geburtstagsfeier als vermeintlich christliche Sitte ab. Der Geburtstag Mohameds wird aber gefeiert.
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Es antwortete:
Prof. Dr. Boris Dreyer,
Professur für Alte Geschichte an der FAU
Kinder fragen, Wissenschaftler/-innen antworten
Warum ist der Himmel blau? Woher kommt das Salz im Meer? Und warum langweilen wir uns? Kinder haben viele Fragen – FAU-Wissenschaftler/-innen kennen die Antworten.





