Chancen für den Nachwuchs

Die zukünftige Generation von Forschenden fördern: Jugend forscht 2026 an der FAU.
Die zukünftige Generation von Forschenden fördern: Jugend forscht 2026 an der FAU. (Bild: FAU/Giulia Iannicelli)

Schülerinnen und Schüler stellen an der FAU auf dem Regionalwettbewerb Jugend forscht Erlangen eigene Forschungsprojekte vor

Jugend forscht ist der bekannteste Wettbewerb für Nachwuchstalente in den MINT-Fächern. Jugendliche präsentieren dort wissenschaftliche Projekte, erfolgreiche Teilnehmende der Regionalwettbewerbe treten danach auf Landes- und Bundesebene an. Der Erlanger Regionalwettbewerb fand auch in diesem Jahr an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) statt.

In der Forschungshalle des Erlangen Centre for Astroparticle Physics (ECAP) der FAU herrscht großes Gewusel. An Projektständen erzählen Jugendliche von den Ergebnissen ihrer Experimente, andere Teilnehmende, Interessierte, Eltern und Pressevertreter lauschen gespannt. Auf Tischen stehen Prototypen und Forschungsmaterialien, Plakate an Pinnwänden daneben informieren über den Forschungsprozess. In einer Ecke der Halle leuchtet es bunt: Jugendliche löten kleine Leuchten und Metallbilder zusammen. Direkt daneben bauen andere konzentriert an Miniaturschiffen.

An zwei Tagen stellten Nachwuchsforscher/-innen in der Halle des ECAP ihre Projekte vor. Am ersten Wettbewerbstag waren die 15- bis 21-Jährigen dran, am zweiten die 9- bis 14-Jährigen. Unter den Forschungsprojekten waren sowohl Alltagshelfer wie Katzenfutterautomaten, beheizte Matratzen und Schuhe als auch technische Innovationen wie klimafreundliche Raketenabschussrampen oder CO2-Zink-Batterien. Die Sieger/-innen des Regionalwettbewerbs der 15- bis 21-Jährigen qualifizieren sich für den Landeswettbewerb, die dortigen Gewinner/-innen wiederum für den Bundeswettbewerb, der in Herzogenaurach stattfindet.

Wiederverwendetes CO2 und recycelte Goldzähne

Emil Dreyer präsentiert an seinem Stand stolz zwei Klumpen Gold und Silber. Gewonnen hat der 18-Jährige die Klumpen aus den alten Goldzähnen seiner Großeltern. „In den Ferien half ich meiner Großmutter auf ihrem Bauernhof. In einer Schublade fanden wir ein Tütchen mit Goldzähnen.“ Um daraus reines Gold zu gewinnen, wandte Emil ein industrielles Verfahren in seinem Schullabor an. Dabei nutze er unter anderem Säurebäder, Fällungen und Waschverfahre, um die Legierung in ihre ursprünglichen Bestandteile zurückzuführen. 

Emil Dreyer präsentiert an seinem Stand zwei Klumpen Gold und Silber, die er aus alten Goldzähnen gewonnen hat.
Emil Dreyer präsentiert an seinem Stand zwei Klumpen Gold und Silber, die er aus alten Goldzähnen gewonnen hat. (Bild: FAU/Giulia Iannicelli)

Selin Özbays Thema ist nachhaltige Energienutzung. Eine von ihr entwickelte CO2-Zink-Batterie soll CO2 verwerten. Der Regionalwettbewerb ist nicht ihr erstes Mal an der FAU: Die Schülerin der Fachoberschule Erlangen verbrachte ein zweiwöchiges Praktikum am Department Physik. „Dadurch weiß ich nun, dass ein Physikstudium das Richtige für mich ist.“

Selin Özbay hat eine CO2-Zink-Batterie entwickelt, mit der CO2 recycelt werden kann. (Bild: FAU/Giulia Iannicelli)

Eine Mammutaufgabe

In der Halle steht auch Dr. Angela Fösel. Ihr kommen an diesem Tag viele verschiedene Aufgaben zu, denn sie ist als Patenbeauftragte gemeinsam mit dem Wettbewerbsleiter Diethard Grießhammer die Hauptorganisatorin des Regionalwettbewerbs Jugend forscht Erlangen. Und nicht nur das: Sie leitet ebenfalls das Erlanger SchülerForschungs-Zentrum (ESFZ) an der FAU.

Eigentlich ist Angela Fösel wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Didaktik der Physik. „Die Organisationsarbeit von Jugend forscht hat häufig wenig mit Physik oder Naturwissenschaft zu tun. Wir arrangieren die Verpflegung der Kinder, kümmern uns um einen Moderator für die Siegerehrung und stellen ein Rahmenprogramm auf die Beine“, erklärt sie. Schon im Oktober gehen die Vorbereitungen für den Regionalwettbewerb Ende Februar los: Dr. Fösel sucht einen Veranstaltungsort, kontaktiert Sponsoren und die Teilnehmenden werden in die verschiedenen Wettbewerbskategorien eingeteilt. „Die heiße Phase beginnt eine Woche vor Wettbewerbsbeginn. Innerhalb einer Woche bauen wir Tische, Pinnwände und Steckdosen für 55 Kinder auf. Und wir müssen durchplanen, wie wir alles von Tag 1 auf Tag 2 umbauen.“ Alle Kinder erhalten zusätzlich FAU-Stofftaschen mit Informationsmaterial, Süßigkeiten und FAU-Artikeln, die Angela Fösel und ihr Team packen. Doch diese Mammutaufgabe zu stemmen, lohnt sich. „Es ist toll zu sehen, wie die Jugendlichen an ihren eigenen Projektideen, die ihnen keiner vorgegeben hat, forschen und mit welcher Begeisterung sie diese Projekte vorantreiben und präsentieren“, sagt Angela Fösel. „In Mittelfranken gibt es mittlerweile so viele Teilnehmenden, dass seit diesem Jahr neben dem Wettbewerb in Erlangen erstmals ein zweiter mittelfränkischer Wettbewerb in Nürnberg stattfindet. Viele der Teilnehmenden nehmen immer wieder Teil, einige der Jugendlichen in Erlangen traten 2026 zum dritten Mal an.“

Angela Fösel, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Didaktik der Physik, ist eine der Organsitatorinnen des Jugend forscht-Wettbewerbs.
Angela Fösel, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Didaktik der Physik, ist eine der Organsitatorinnen des Jugend forscht-Wettbewerbs. (Bild: FAU/Giulia Iannicelli)

Experimentieren von 9 bis 18 Uhr, fünf Tage die Woche

Damit die Jugendlichen nicht nur zu Hause oder in der Schule an ihren Jugend-forscht-Projekten arbeiten können, gründete Angela Fösel zusammen mit ihren Kollegen und Kolleginnen aus der Physik 2009 das ESFZ. Schüler und Schülerinnen können dort während der Schulferien eine Woche lang an ihren eigenen Projektideen aus Physik und Technik experimentieren. Betreut werden sie von Physikstudierenden der FAU, die größtenteils ehemalige Teilnehmenden des Schülerforschungszentrum sind. „Viele der Jugendlichen kommen immer wieder, um weiter an ihren Projekten zu forschen“, erklärt Dr. Fösel, „einige waren schon vierzehn Mal beim Forschungscamp dabei.“

Die Schüler und Schülerinnen haben schon Geysire oder eine Bauchspeicheldrüse als Funktionsmodell nachgebaut, die Ideen dazu bringen sie immer selbst mit. „Ich finde es sehr wichtig, dass man die Jugendlichen einfach machen lässt. In dem Punkt haben wir ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Schülerlaboren.“ Mit ihren Projekten sind die Teilnehmenden des ESFZ schon bis ins Bundesfinale von Jugend forscht eingezogen, auch auf dem German Young Physicist’s Tournament, sowie auf dessen internationalem Schwesterturnier gab es Erfolge. Ebenfalls profitieren die Jugendlichen persönlich, wie Angela Fösel schildert: „Sie erhalten Unterstützung für ihre Projekte und merken, dass sie was können. Die Teilnehmenden haben unglaublich viel Spaß und Freude am Tüfteln.“

Nach zwei langen Wettbewerbstagen findet die Siegerehrung dann im Hörsaals A am Biologikum statt. Die Sitzreihen sind vollgepackt mit Nachwuchsforschenden, Eltern, Lehrkräften und Interessierten. Angela Fösel überreicht gemeinsam mit dem Wettbewerbsleiter, dem Moderator, dem Studiendekan der NatFak und Sponsoren Preise und Urkunden an die Teilnehmenden. Unter den Sieger/-innen ist auch Emil Dreyer. Mit seinem Projekt zu den Goldzähnen seiner Großeltern gewinnt er den ersten Platz im Bereich Chemie und zieht damit in den Landeswettbewerb ein. „Ich freue mich enorm, das ist eine tolle Würdigung – all die Zeit im Labor hat sich ausgezahlt.“

Weitere Informationen:

Dr. Angela Fösel
Professur für Didaktik der Physik
Tel.: +49 9131 85-28363
angela.foesel@fau.de

File Name
FAU_Jugend forscht_2026_Selin Özbay
File Size
604 KB
File Type
JPEG
Emil Dreyer präsentiert an seinem Stand zwei Klumpen Gold und Silber, die er aus alten Goldzähnen gewonnen hat.
File Name
FAU_Jugend forscht_2026_Emil Dreyer
File Size
867 KB
File Type
JPEG
Angela Fösel, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Didaktik der Physik, ist eine der Organsitatorinnen des Jugend forscht-Wettbewerbs.
File Name
FAU_Jugend forscht_2026_Fösel
File Size
661 KB
File Type
JPEG
Die zukünftige Generation von Forschenden fördern: Jugend forscht 2026 an der FAU.
File Name
FAU_Jugend forscht_2026_Zukunft
File Size
761 KB
File Type
JPEG
Die Gewinnerinnen und Gewinner von Jugend forscht Junior.
File Name
FAU_Jugend forscht junior_26_Gewinner
File Size
955 KB
File Type
JPEG
Die Gewinnerinnen und Gewinner der 15- bis 21-Jährigen bei Jugend forscht 2026.
File Name
FAU_Jugend forscht_26_Gewinnerinnen uind Gewinner
File Size
845 KB
File Type
JPEG