MINT-Wissenschaftlerinnen

Dr. Aswathy Muttathukattil kommt aus Kerala, spricht Malayalam und hat sich wissenschaftlich der Physikalischen Chemie verschrieben. Kerala ist ein tropischer Staat im Südwesten Indiens mit einer Bevölkerung von 33 Millionen Menschen, grünen Landschaften, Palmen und Stränden am arabischen Meer; die Sprache, die Aswathy neben Englisch spricht, sieht geschrieben so schön aus wie eine Blütengirlande. Sie sei privilegiert aufgewachsen, betont die 31-jährige Postdoktorandin der FAU - und wenn sie von ihrer Heimat spricht, leuchten ihre Augen. Sie stammt aus einer großen, sie unterstützenden Familie und genoss freien Zugang zu Bildung. Das sei für Mädchen in Indien nicht selbstverständlich, wie sie betont, wohl aber in diesem Bundesstaat.

Dr. rer. nat. Christina Müdsam hat einen Master of Science und forscht als Molekularbiologin am Lehrstuhl für Zellbiologie an Pflanzen. „Mein Arbeitsplatz auf dem Südgelände ist von so viel Grün umgeben, dass man sich allein deswegen schon wie eine stilechte Biologin fühlt“, schwärmt die wissenschaftliche Mitarbeiterin. Sie untersucht Abläufe und genetische Veränderungen in Pflanzenzellen. Auch wenn sie ihre Forschung an der FAU liebt, hadert die gebürtige Fränkin hin und wieder mit dem Mangel an unbefristeten Stellen und einer ungewissen Zukunft in der Wissenschaft. Davon will sie sich aber den Spaß und die Leidenschaft an der Forschung nicht nehmen lassen.

Doktorandin Malvina Supper arbeitet im Department Chemieund Bioingenieurwesen an der FAU und ist eine weitgereiste Nachwuchswissenschaftlerin. Praktika und Studienaufenthalte brachten sie rund um den Globus und so ist klar, dass die 30-Jährige nach ihrer Promotion einen Postdoc im Ausland anstrebt. Dabei wollte die Ingenieurin ursprünglich eine künstlerische Karriere einschlagen, weil sie eigentlich mit der Mathematik haderte …

Nina Reiter, 1995 in Fürth geboren und dort aufgewachsen, hat familiär bedingt und in der Schule schon früh in technische Berufe hineingeschnuppert. An der FAU absolvierte sie ihren Bachelor und Master im Fach Maschinenbau, sie ist also Maschinenbau-Ingenieurin. Derzeit promoviert sie in der Biomechanik und beschäftigt sich mit den mechanischen Eigenschaften des Gehirngewebes. Ihre Forschung dient dazu, Methoden zu entwickeln, wie das Gehirn geschützt werden kann, etwa bei Unfällen. Nach der Promotion strebt sie eine Karriere in der Wissenschaft an und will Professorin werden.

Rahel Olivia Algül, 1994 in Füssen geboren, hat aramäische Wurzeln und wuchs in einer großen Familie im Allgäu auf. Ihr Interesse für die Naturwissenschaften wurde schon früh geweckt – unter anderem durch den Onkel, einen damals angehenden Arzt. Letztlich führten aber ganz rationale Überlegungen dazu, ein MINT-Fach zu studieren, nämlich die guten Berufsaussichten! An der FAU absolvierte sie zunächst ihren Bachelor im Fach Life Science Engineering. Danach wechselte sie zum Fach Chemie- und Bioingenieurwesen (CBI), wo sie derzeit ihren Master macht.

Anne Zartmann kommt ursprünglich aus der Nähe von Heilbronn in Baden-Württemberg. Nach ihrer natur- und sozialwissenschaftlich geprägten Gymnasialzeit studierte sie an der FAU Lebensmittelchemie – ein sehr alltagsrelevantes MINT-Fach, in dem es an der FAU mehr weibliche als männliche Studierende gibt. Nach neun Semestern machte sie ihr Staatsexamen und schrieb ihre wissenschaftliche Abschlussarbeit unter anderem über Omega-3-Fettsäuren in Nahrungsergänzungsmitteln.

Irina Kirchberger hat wahrscheinlich einen der schönsten Arbeitsplätze an der FAU – direkt im Schlossgarten. Hier befindet sich das GeoZentrum Nordbayern. Nach ihrem Studium der Geowissenschaften – mit einem Frauenanteil von etwa 50 Prozent – erforscht die Doktorandin nun am Lehrstuhl Mineralogie verschiedene Zement-Arten.

Prof. Dr. Anne Koelewijn hat einen Bachelor in Luft- und Raumfahrttechnik. Ihren Master sowie ihren Doktor machte sie im Fach Maschinenbau. Seit 2019 – damals war sie 26 Jahre alt – ist die gebürtige Niederländerin Juniorprofessorin am Lehrstuhl für Maschinelles Lernen und Datenanalytik der FAU. Mit ihren 28 Jahren hat sie bereits in den Niederlanden, den USA, der Schweiz und Deutschland geforscht.

Bevor Frederike Jäschke zum Studieren nach Erlangen kam, kannte sie die Stadt gar nicht. 1999 in Dorsten am Rande des Ruhrgebiets geboren, machte sie nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Sozialeinrichtung in Indien. Danach wollte sie nicht in ihre alte Heimat zurück, sondern einen anderen Teil Deutschlands kennenlernen. 2018 begann sie an der FAU Chemie- und Bioingenieurwesen zu studieren. Nach zwei Semestern wechselte sie zum Fach Chemie – und ist glücklich mit ihrer Entscheidung.

Von Erlangen nach Harvard und zurück: Doktorandin Stefanie Klostermeier absolvierte einen Bachelor und Master of Science im Bereich Materials Science und Engineering an der FAU. Als ausgebildete Werkstoffingenieurin schrieb sie ihre Masterarbeit an der Harvard Medical School. Jetzt promoviert sie am Erlanger Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin auf dem Gebiet der Neural Mechanics. Dort ist sie auch am Aufbau einer internationalen Zusammenarbeit mit der Harvard Medical School und der ETH Zürich beteiligt.