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FAU-Studierende gründen ein Ingenieurbüro

Die aktuellen Geschäftsführer von FutureING Lars Boolzen (l.) und Stefan Eckart (r.) bei einer Team- besprechung. (Bild: pudding paul productions)

Start-up-Serie: Die Freigeist-Technologen

Es gibt viele Möglichkeiten, sein Studium zu finanzieren: Man kann kellnern, Nachhilfe geben, als Interviewer arbeiten. Wer Glück hat, schnuppert bereits während der Ausbildung in seinen späteren Beruf. Genau das wollten auch Stefan Eckart und Lars Boolzen – doch sie suchten keinen Nebenjob in einem Unternehmen, sie gründeten kurzerhand ihr eigenes. Und zwar ein ganz besonderes: ein Ingenieurbüro, in dem nur Studierende arbeiten.

„Die Idee dazu kam uns 2013“, erzählt Eckart, der in Erlangen Mechatronik studiert und gerade seine Abschlussarbeit schreibt. „Ich wollte die Studienfinanzierung mit der späteren Berufsperspektive verbinden, dabei selbstständig arbeiten, mich zugleich aber auch an der Uni engagieren.“ Bei der Suche nach Möglichkeiten, diesen Anspruch zu verwirklichen, stießen Stefan Eckart und Lars Boolzen auf das Konzept des studentischen Ingenieurbüros. In Braunschweig und Karlsruhe, wo es solche Büros bereits gab, konnten sich die Studenten wichtige Anregungen holen und waren vom Ansatz letztlich so überzeugt, dass sie FutureING gegründet haben. Das Besondere an FutureING: Hier arbeiten ausschließlich Studierende – sowohl in den Projektgruppen, als auch im Management. Kein Co-Geschäftsführer aus der Industrie, kein Professor als Mentor. Stefan Eckart: „Das heißt in letzter Konsequenz, dass auch ich die Geschäftsführung abgeben werde, wenn ich die Uni im kommenden Jahr abgeschlossen habe.“

Interview mit den Gründern auf dem Youtube-Kanal der FAU

Unbefangener Blick von außen

Ein Ingenieurbüro ausschließlich mit Studierenden – wie kann das funktionieren? „Der grundlegende Ansatz ist, dass wir sehr unbefangen an Probleme und Projekte gehen, einen anderen Blick haben als etwa die Planer und Ingenieure in den Unternehmen, die ja sehr stark in ihrer Produktionsumgebung und ihrem Anwendungsportfolio verhaftet sind“, erklärt Eckart. Wie aber vermittelt man Unternehmen einen solchen Ansatz? Die Start-up-Gründer haben es mit Kaltakquise versucht, Firmen in der Region angeschrieben, ihr Konzept vorgestellt und gehofft. Und Glück gehabt: Als erstes Unternehmen meldete sich Continental mit einem interessanten Auftrag: einer Umfrage zur Elektromobilität. „Wir waren natürlich ganz euphorisch, haben den Fragebogen entworfen, 1000 Leute interviewt, eigens ein Webtool für die Auswertung entwickelt“, sagt Stefan Eckart. Der Auftraggeber war offenbar zufrieden mit dem Engagement und dem Ergebnis: Heute zählt Continental zu den Stammkunden von FutureING.

Inzwischen arbeiten bis zu 16 Studierende aus zehn Fachrichtungen im Ingenieurbüro, darunter Informatiker, Medizintechniker, Wirtschaftsingenieure. Hier haben sie die Möglichkeit, in fachbezogene Projektarbeit hineinzuschnuppern und erste Kontakte zu den Auftraggebern zu knüpfen, zu denen auch der Automobilzulieferer Schaeffler sowie mehrere Start-up-Firmen gehören. Schwerpunkt der Aufträge sind Zukunftsstudien – zur Anwendung neuer Materialien etwa oder zur Organisation der Logistik in 20 Jahren. Aber es ist auch Technik zum Anfassen dabei: Continental hat FutureING kürzlich damit beauftragt, ein Hybrid-Modellauto zu bauen, mit Elektro- und Verbrennungsmotor sowie Fernsteuerung. „Das ist natürlich ein Highlight, wenn man das Ergebnis seiner Arbeit so hautnah erleben kann.“ Als günstige Konkurrenz zu Ingenieurbüros auf dem freien Markt sieht Eckart sich nicht: „Wir machen keine High-End-Entwicklungen, wir sind eher ein Ideenpool. Für Projekte, die wir bearbeiten, fehlt den Unternehmen meistens die Zeit zur internen Umsetzung, und für spezialisierte Ingenieurbüros sind sie zu unspezifisch.“

Das FAU-Magazin alexander

alexander Nr. 104 InhaltsverzeichnisDieser Text erschien im alexander (Ausgabe 104) – dem Magazin rund um alles, was an der FAU gerade aktuell ist.

Die Ausgabe 104 hat unter anderem folgende Themen: Projekte, die das Studium erleichtern, ein Interview mit dem neuen FAU-Kanzler Christian Zens, Wissenschaftler erklären das Phänomen Populismus sowie zwei Studentinnen, die Lexikographie studieren.

Weitere Artikel aus dem alexander finden Sie außerdem online unter dem Stichwort alexander.

 

 

 

 

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