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Erinnerung an ein grausames Verbrechen

Frau hält Smartphone Nahaufnahme vor Naturhintergrund
Bild: Colourbox.de

Studentischer Audiowalk zur NS-Geschichte der Erlanger Heil-und Pflegeanstalt

Zum Gedenken an die NS-Medizinverbrechen in der Erlanger Heil- und Pflegeanstalt haben Studierende der FAU den Audiowalk „Patientenmord hinter Sandsteinmauern – zwischen Abriss und Erinnerung“ entworfen und umgesetzt. Dieser kann ab 22. November über die kostenlose App izi.travel genutzt werden.

Entstanden ist der Audiowalk in einem interdisziplinären Projektseminar des Lehrstuhls für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte sowie des Lehrstuhls für Geschichte der Medizin im Wintersemester 2019/20 an der FAU. Der Audiowalk folgt den Spuren der NS-Medizinverbrechen quer durch die Erlanger Altstadt. Er soll einen Beitrag dazu leisten, die Erinnerungen an die Opfer wach zu halten.

Der historische Hintergrund

Die 1846 als „Kreisirrenanstalt“ gegründete Erlanger Heil- und Pflegeanstalt galt noch in den 1920er Jahren als Musteranstalt der modernen Reformpsychiatrie. In den Jahren 1939 bis 1945 wurde sie Schauplatz eines bis dato beispiellosen Verbrechens. Über 900 psychisch kranke sowie geistig und körperlich „behinderte“ Patientinnen und Patienten wurden in Tötungsanstalten deportiert und dort ermordet. Am 22. November 1940 wurden mit dem dritten Transport insgesamt 129 Patientinnen und Patienten, davon 109 Frauen und 20 Männer, in die Tötungsanstalt Hartheim bei Linz in Österreich gebracht und dort ermordet. Nach der Einstellung der Transporte im Jahr 1941 fiel eine bislang nicht bekannte Zahl von Patienten und Patientinnen in der Erlanger Anstalt der sogenannten Hungerkost zum Opfer.

Weitere Informationen

Helen Wagner
Lehrstuhl für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte
Tel.: 09131/85-22369
helen.wagner@fau.de

Dr. Susanne Ude-Koeller
Lehrstuhl für Geschichte der Medizin
susanne.ude-koeller@fau.de

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