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Die FAU wird FAIR

Forschende am Lehrstuhl für Mikro- und Nanostrukturforschung nutzen mittlerweile ein elektronisches Laborbuch. (Bild: FAU/Mingjian Wu)

Die Arbeitsgruppe Forschungsdaten und Forschungsinformationen (AGFD) unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der FAU bei der Erhebung und Speicherung ihrer Forschungsdaten.

Moderne Wissenschaft ist zunehmend von Daten getrieben. Das sind erhobene Primärdaten sowie daraus errechnete Sekundärdaten, aus deren Analyse überhaupt erst Resultate entstehen. „Wissenschaft profitiert vom freien Austausch erhobener Forschungsdaten, aber diese lassen sich mit den bisherigen Publikationspraktiken nur schwer fassen“, sagt Dr. Marcus Walther, wissenschaftlicher Koordinator der an der FAU-Arbeitsgruppe Digitale Forschungsdaten und Forschungsinformationen (AGFD). „Neue Methoden, um Forschungsdaten sicher zu archivieren und effizient auszutauschen, werden in einigen Fächern erst in jüngster Zeit allgemein verfügbar. Hier gilt es, mehr Anreize zu schaffen, diese Methoden auch zu praktizieren.“

Dr. Marcus Walther, wissenschaftlicher Koordinator der Arbeitsgruppe Forschungsdaten und Forschungsinformationen (AGFD). (Bild: FAU/Boris Mijat)

Qualität der Daten

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fordert in der Neuauflage ihrer Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis, dass Forschende, wann immer möglich, ihre den Publikationen zugrunde liegenden Forschungsdaten öffentlich machen. Hierbei gelten dann allgemeine Qualitätsmerkmale, das sogenannte FAIR-Prinzip. FAIR steht für Findable, Accessible, Interoperable, Reusable. Das heißt, dass Daten auffindbar, zugänglich, interoperabel sowie wiederverwendbar sein sollen. Diese Qualitätsanforderungen sind nicht immer leicht einzuhalten. Damit zum Beispiel Temperaturdaten interoperabel und damit vergleichbar sind, müssen nicht nur die Maßeinheiten festgelegt werden, also Kelvin, Celsius oder Fahrenheit, sondern auch die Messvorschriften – also was genau wurde gemessen – sowie die Parameter der Messgeräte, also Genauigkeit oder Eichung.

Vielfältige Unterstützung

Um diese Qualitätsmerkmale bei der Erhebung von Forschungsdaten an der FAU sicherzustellen, hat die FAU Grundsätze zum Umgang mit digitalen Forschungsdaten verabschiedet. Außerdem berät und hilft beim Erstellen von Datenmanagementplänen das Referat Forschungsdatenmanagement (FDM) der Universitätsbibliothek Erlangen.

Hinzu kommt seit 2019 noch die AGFD. Ihre Aufgabe ist es, die Aktivitäten des FDM zu koordinieren. „Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist es, die zentralen Angebote der FAU zusammen mit der Universitätsbibliothek und dem RRZE zu realisieren sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der technischen Grundausstattung zu versorgen, um Forschungsdatenmanagement und -archivierung zu ermöglichen“, sagt. Dr. Walther. Hierfür arbeiten 34 Leute in der Arbeitsgruppe zusammen, davon ehrenamtlich 27 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den einzelnen Fakultäten.

Um diese Unterstützung zu gewährleisten und um den Bedarf der Forschenden in Fragen des Forschungsdatenmanagements besser einschätzen zu können, fand Mitte 2020 ein FAU-Forschungsdatenzensus statt. Dieser brachte unter anderem zutage, dass Forschende digitale Forschungsdaten breit verwenden und dabei auch auf fremde Daten zugreifen. Hindernisse bestünden vor allem durch lizenz- und datenschutzrechtliche Fragestellungen, unzureichende Dokumentation und Metadaten, Kosten für den Datenerwerb und unbrauchbare Formate. Letztlich wünschten sich die Forschenden eine allgemeine Unterstützung bei Strukturen, Speicherplatz, Know-how-Transfer, Beratung, Standardisierung sowie einfach nutzbare zentrale Systeme.

Die AGFD kümmert sich deshalb darum, die Speicherung der erhobenen Forschungsdaten zu organisieren – in manchen Forschungsgruppen fallen mehr als 100 Terabyte im Jahr an. Aber sie sorgt auch dafür, dass beispielsweise die richtigen Datenformate Verwendung finden oder passende Verwaltungssoftware zur Verfügung steht. „Wir beraten und unterstützen Forschungsprojekte aktiv, damit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ihre Forschungsdaten auch nach den FAIR-Prinzipien optimal erheben und speichern können“, sagt Dr. Walther.

Weitere Informationen

AGFD
agfd.fau.de


alexander – Aktuelles aus der FAU

FAU Magazin alex Titel Ausgabe 114

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Die aktuelle Ausgabe richtet den Focus auf die Künstliche Intelligenz: Klangmuster in der Musik werden mittels KI identifiziert, KI kommt in der personalisierten Medizin zum Einsatz und KI verbessert Prozesse in Unternehmen. Vorgestellt wird auch der neue Bachelor-Studiengang Data Science und ein Start-up, welches mit KI einen Sprachassistenten entwickelt.

FAU-Magazin alexander Nr. 114 (Oktober 2020)

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