friedrich120: Editorial

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Prof. Dr. Joachim Hornegger, Präsident der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Bild: FAU/Thomas Einberger)

Liebe Leserinnen und Leser,

einige von Ihnen kennen vielleicht die Gedichtzeilen des großen amerikanischen Dichters Robert Frost: „Two roads diverged in a wood, and I— I took the one less travelled by, And that has made all the difference.“ Jeden Tag in unserem Leben müssen wir uns entscheiden, welche Wege wir einschlagen wollen – neue, alte, gefährliche oder bequeme, innovative oder ausgetretene. Manche gehen wir wie im Schlaf, weil sie uns vertraut sind. Oft packt uns aber auch die Neugierde, wir suchen nach neuen, vielleicht sogar riskanten Wegen. Das gilt für die Wissenschaft in ganz besonderem Maß. Immer suchen Forscherinnen und Forscher nach neuen Wegen, um die großen Fragen unserer Gesellschaft zu lösen.

Und so ist das Thema „Wege“ für unsere aktuelle friedrich-Ausgabe ein sehr naheliegendes. Wir haben uns die verschiedensten Wege angesehen. Wir haben uns zum Beispiel gefragt, warum und wie Menschen unterwegs sind: Freiwillig jeden Morgen und Abend auf dem Weg zur Arbeit und zurück etwa. Wie können diese Wege umweltbewusster gestaltet werden? Welchen Einfluss haben Ereignisse wie Corona auf unsere Mobilität? Viele Menschen sind aber auch unfreiwillig unterwegs. Sie müssen aus ihrem Heimatland fliehen, alles zurücklassen und sich auf einen unsicheren Weg begeben. Wir haben nachgefragt, was Menschen zur Flucht bewegt und wie die aktuelle Situation von Geflüchteten in Deutschland ist.

Wege zu gehen bedeutet aber auch ganz wörtlich: sich be-wegen. In unserer digitalisierten Gesellschaft tun wir das manchmal viel zu wenig. Wie können wir diesem Trend entgegenwirken? Und wie können wir denen, die durch Krankheiten in ihrer Bewegung eingeschränkt sind, helfen? Aber auch unsere Umgebung ist in Bewegung: Wie prägen der Wasser- und der Luftkreislauf unser Leben – und umgekehrt: Wie beeinflusst unser Verhalten diese Kreisläufe?

Wenn Wege nicht geradlinig sind, dann ist Anpassungsfähigkeit gefragt. Forschungsreisen sind ein gutes Beispiel dafür. Wir haben einen Blick darauf geworfen, wie Humboldt und andere sich diesen Herausforderungen gestellt haben. Und manchmal gibt es zwar einen vorgegebenen Weg, etwa bei bestimmten Arbeitsabläufen, wir ignorieren ihn aber. Was verleitet uns zu einem „Workaround“?

Sie sehen schon: Diese friedrich-Ausgabe geht ganz verschiedene Wege – lassen Sie sich darauf ein und begleiten Sie uns für ein paar vergnügliche Lesestunden auf der Reise. Falls Sie übrigens das eine oder andere Foto durch Illustrationen ersetzt finden – auch im Layout probieren wir gerne Neues aus. Wir sind gespannt, ob Ihnen das Ergebnis genauso gut gefällt wie uns.

Joachim Hornegger
Präsident der FAU


FAU-Forschungsmagazin friedrich

friedrich120: CoverDies ist ein Beitrag aus unserem Forschungsmagazin friedrich. Die aktuelle Ausgabe nimmt Sie mit auf ganz verschiedene Wege – alltägliche, aber auch ungewöhnliche, auf berühmte Handelsstraßen, auf Entdeckungsreisen, Umwege und Pilgerpfade.

Ein Print-Exemplar können Sie sich direkt an einer der vielen Auslagen der FAU mitnehmen oder kostenfrei bestellen – einmalig oder als Abo.

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