Bundesprojekte

Wissenschaft und Forschung „made in Germany“ 

Die Bundesregierung fördert im Rahmen ihrer Forschungsprogramme Basistechnologien, die Entwicklungen in zentralen Anwendungsfeldern vorantreiben und so als Wachstumstreiber in vielen Branchen wirken. Die Forschungsförderung der Bundesregierung dient der Lösung globaler Herausforderungen, der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und der Sicherung zukunftsfähiger Arbeitsplätze.

Auf der Grundlage konkreter Förderausschreibungen verschiedenster Bundesministerien werden Vorhabensanträge in einem kompetitiven Verfahren ausgewählt und bewilligt.

Die meisten Fördermittel erhält die FAU vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Nachfolgend sind einige herausragende Projekte aufgelistet und kurz beschrieben:

Das Ziel der Forschungsgruppe „Duxdrugs“ ist die Charakterisierung und Nutzung von Herpesvirus-Wirt-Wechselwirkungen zur Entwicklung neuartiger antiviraler Therapien. Dabei sollen zelluläre Prozesse identifiziert werden die für die Virusreplikation wesentlich sind und als Angriffspunkte für antivirale Medikamente dienen können. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem zellulären Transkriptionsfaktor DUX4. Eigene Vorarbeiten konnten zeigen, dass Infektionen mit allen bisher getesteten Herpesviren zur Expression des Transkriptionsfaktors DUX4 und seiner Zielgene führen, und dass diese Aktivierung von DUX4 essentiell ist für die Virusvermehrung. Herpesviren sind bedeutende menschliche Krankheitserreger und können insbesondere bei immungeschwächten Patienten zu schweren Infektionen mit tödlichen Verläufen führen. Deshalb besteht ein dringender Bedarf an neuen anti-herpesviralen Medikamenten.

Die Forschungsgruppe „Duxdrugs“ will die Herpesvirus-DUX4-Induktion bis ins Detail charakterisieren und DUX4-Inhibitoren für die antivirale Therapie entwickeln. Außerdem ist die fehlgeleitete Expression von DUX4 Ursache der Muskeldystrophie FSHD und auch an der Entstehung vieler Tumoren beteiligt. Während der Hauptfokus des Projekts direkt auf der Entwicklung eines DUX4 Inhibitors und somit einer neuen anti-herpesviralen Therapie liegt, soll ein DUX4 Inhibitor auch im Zusammenhang mit FSHD und einer Vielzahl von Tumoren Einsatz finden können. Weitere Ziele der Forschungsgruppe sind ein besseres Verständnis der Auswirkungen einer DUX4-Expression auf die Zelle, da DUX4 als Transkriptionsfaktor wiederum eine Vielzahl von zellulären Genen und endogenen Retroelementen aktiviert und die Funktion dieser Gene nicht bekannt ist. Die Effekte von DUX4 und DUX4-Zielgenen auf die Zelle sollen detailliert charakterisiert werden und somit zu einem besseren Verständnis der Herpesvirusbiologie, Embryonalentwicklung, FSHD und Tumorentstehung beitragen.

Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter den Förderkennzeichen 01KI2017 in der Zeit vom 1. Dezember 2020 bis 30. November 2025 gefördert.

Das Internationales Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung (IKGF) „Schicksal, Freiheit und Prognose. Bewältigungsstrategien in Ostasien und Europa.“ ist eines von bundesweit zehn Käte Hamburger Kollegs, die das BMBF mit dem Ziel fördert, geisteswissenschaftliche Forschung in Deutschland sowie deren internationale Vernetzung zu stärken.

Ein Team lokaler Forscher an der FAU wird dabei durch 10-12 jährlich wechselnde internationale Gastwissenschaftler erweitert, die gemeinsam Vorstellungen zum individuellen und kollektiven Schicksal in Lebenswelt und Weltanschauung des traditionellen, modernen und gegenwärtigen Chinas (bzw. Ostasiens), mittelalterlichen Europas sowie weiterer Kulturräume untersuchen.

Die Erkenntnisse zum Verhältnis zwischen den Einstellungen zu Schicksal und Prognose sollen Antworten auf die Frage nach dem Ort ermöglichen, den Freiheit in verschiedenen Kulturen einnimmt.

Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter den Förderkennzeichen 01UK0904 und 01UK1504 in der Zeit vom 1. Juli 2009 bis 30. Juni 2021 gefördert.

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Kinder sind bei der Behandlung mit Arzneimitteln sowohl hinsichtlich deren Sicherheit als auch der Datenlage zur Wirksamkeit benachteiligt. Aufgrund der häufigen off-label Anwendung sind Kinder deutlich erhöhten Risiken bei der Arzneimitteltherapie ausgesetzt. Mit dem Projekt KiDSafe soll die Durchführung einer evidenzbasierten Pharmakotherapie durch die Einführung von PaedPharm erleichtert und die Arzneimitteltherapiesicherheit bei Kindern und Jugendlichen verbessert werden. Die Wirksamkeit von PaedPharm wird in 12 Clusterregionen in Deutschland geprüft.

Das Projekt wird mit Mitteln des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss unter dem Förderkennzeichen 01NVF16021 in der Zeit vom 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2021 gefördert.

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Im November 2015 wurde das Förderprogramm „Medizininformatik-Initiative“ (MI-I) zur Förderung von IT-Innovationen für die Gesundheitsforschung und die medizinische Versorgung ausgerufen. Ziel ist es, die Patientenversorgung in Deutschland zu verbessern. Dafür sollen die Vorteile der Digitalisierung in der Medizin genutzt werden, um Daten zu verknüpfen und medizinisches Wissen zu generieren sowie innovative IT-Lösungen für ein besseres, datenbasiertes Gesundheitsversorgungssystem zu entwickeln und anzuwenden.

Das MIRACUM Konsortium (Medical Informatics in Research and Care in University Medicine) ist eines der vier geförderten Konsortien; die Konsortialleitung liegt bei Prof. Dr. Hans-Ulrich Prokosch, Lehrstuhl für Medizinische Informatik, FAU.

MIRACUM – das sind zehn Universitäten mit zehn Universitätskliniken, zwei Fachhochschulen und einem Industriepartner in sieben Bundesländern und einem Gesamtfördervolumen von 37 Millionen Euro. Im Mittelpunkt stehen dabei Datenintegrationszentren, die in den kommenden Jahren aufgebaut und in die IT-Infrastruktur des Krankenhauses eingebettet werden sollen, mit dem Ziel die Datenerfassung und den Datenaustausch innerhalb des Konsortiums zu erleichtern.

Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter den Förderkennzeichen 01ZZ1606H und 01ZZ1801A in der Zeit vom 1. August 2016 bis 31. Dezember 2021 gefördert.

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Die WHO empfiehlt Müttern mindestens 6 Monate und nach Einführung der Beikost bis zu 2 Jahre zu stillen. Obwohl Muttermilch vor schweren Krankheiten und Infektionen schützt, gibt es einige wenige Viren, die über die Muttermilch übertragen werden. Zu diesen zählt das Humane T-Zell-Leukämie-Virus Typ 1 (HTLV-1), ein vernachlässigtes Retro- und Tumorvirus, welches vor allem weiße Blutkörperchen (CD4+ TZellen) infiziert und nach lebenslanger Persistenz zu unheilbaren Erkrankungen führen kann. Weltweit sind mindestens 5-10 Millionen Menschen mit HTLV-1 infiziert, jedoch wissen viele nicht von ihrer Infektion. Das Virus wird über zellhaltige Körperflüssigkeiten übertragen. Dazu zählen neben Muttermilch, die hauptsächlich für die Übertragung von HTLV-1 von Mutter zu Kind verantwortlich ist, z.B. auch Blutprodukte und Samenflüssigkeit. Das Risiko der Virusübertragung steigt mit der Dauer der Stillzeit, aber der Verzicht auf Stillen ist vor allem in Ländern mit begrenzten Ressourcen oder innerhalb unterrepräsentierter Bevölkerungsgruppen wie z.B. ethnischen Minderheiten keine Option. Obwohl molekulare Details der Virusübertragung von Zelle zu Zelle immer besser verstanden werden, ist noch unklar, welche Zellen in welchen Organen über die Muttermilch als Erstes infiziert werden, wie diese Zellen infiziert werden, und wie Muttermilch die Infektion dieser Zellen beeinflusst. Außerdem ist die Entwicklung von Präventionsstrategien, die das Stillen nach wie vor erlauben, vor allem in ökonomisch unterentwickelten Gebieten dringend erforderlich. Daher möchten wir diese Fragen experimentell adressieren. Zu diesem Zweck wollen wir unterschiedliche Gewebekultur-Modelle verwenden und therapeutisch nutzbare HTLV-1-spezifische Einzeldomänen-Antikörper entwickeln. Unser zentrales Ziel ist die Entwicklung von Präventionsstrategien, die letztlich erlauben, dass die Säuglinge von den Vorzügen des Stillens profitieren ohne einem erhöhten Risiko der HTLV-1-Übertragung ausgesetzt zu sein.

Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter den Förderkennzeichen 01KI2023 in der Zeit vom 1. November 2020 bis 31. Oktober 2025 gefördert.

Sensorische Anwendungen finden heutzutage durch moderne Technologien vielfach Einzug in den Alltag. Beispiele dafür sind die Verwendung von Smartwatches und Fitness-Apps. Diese bieten auch neue Möglichkeiten für die reguläre Schwangeren-Vorsorge, indem etwa Herzfrequenz, Blutdruck und weitere gängige Messungen daheim durchgeführt werden. Es stellt sich die Frage, ob diese in den Smart-Home-Bereich transferiert werden können und dabei valide Ergebnisse liefern, um so Klinikbesuche zu reduzieren und zu spezifizieren.

Im Fokus der Fragestellung dieses Projekts steht die klinische Usability, die gesellschaftliche Akzeptanz, die Compliance durch die betroffenen Akteure und die Weiterentwicklung dieser sensorischen Techniken im häuslichen Bereich sowie damit assoziierte ethisch/medizinrechtliche Themen.

Die Grundidee des hier vorgestellten Projektes ist, die Vorsorge für schwangere Frauen zu optimieren und zu vereinfachen, indem sowohl bewährte als auch innovative Sensorik in die Heim-Versorgung überführt und mit künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen analysiert wird. In diesem Projekt werden direkte Anwendungsmöglichkeiten zur Implementierung der Smart Sensorik geschaffen, welche die optimierte Gesundheitsbetreuung durch die Ärztin oder den Arzt, aber auch die eigene Kontrolle und Optimierung der metabolischen Aktivität durch die schwangeren Frauen ermöglicht. Als Zielgruppe sind schwangere Frauen und deren Partner/innen angesprochen, die offen für die gesundheitsbezogene Anwendung moderner, digitaler Medien wie Smartphones und Smartwatches sind.

Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Gesundheit unter dem Förderkennzeichen ZMVI1-2519DAT400 in der Zeit vom 1. März 2020 bis 31. August 2022 gefördert.

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Der Software Campus ist ein Weiterbildungsprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung für Führungskräfte in der Informatik. Er sucht Masterstudierende und Promovierende der Informatik aus Deutschland und dem Ausland mit herausragenden akademischen Leistungen und innovativem Unternehmergeist. Im Rahmen des Programms können Masterstudierende oder Promovierende eine eigene IT-Idee im Rahmen eines Projektes gemeinsam mit einem Industriepartner verwirklichen und managen. Das BMBF fördert das IT-Projekt mit bis zu 100.000 Euro für maximal zwei Jahre. Im Rahmen des Programms bilden Sie außerdem in speziellen Trainings ihre Methoden- und Führungskompetenzen sowie auch ihre Social Skills weiter.

Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01IS17045 in der Zeit vom 1. November 2017 bis 31. Oktober 2023 gefördert.

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