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Mobil bleiben im Alter

Bild: Veer

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Senioren und Forscher diskutierten an der FAU

Das Wissenschaftsjahr 2013 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung unter das Motto „Die demografische Chance“ gestellt. Aus diesem Grund diskutierten am 8. Mai 2013 in einem so genannten „Demografie-Werkstattgespräch“ Senioren mit Forschern an der FAU einen ganzen Tag lang über Fragestellungen, die ihnen am Herzen liegen und die in Zukunft in den Fokus der Wissenschaft rücken sollten. Im Mittelpunkt des Treffens am Institut für Psychogerontologie (IPG) stand das Thema „Gesellschaftliche Teilhabe: Mobil und in Verbindung bleiben“.

Mobilität darf keine Frage des Alters sein. Genauso wichtig wie der Zugang zu lebenswichtigen Einrichtungen sind der Kontakt und Austausch mit den Mitmenschen. Daher standen bei dem Treffen von 20 Senioren und zehn Forschern an der FAU nicht nur intelligente und barrierefreie Mobilitätsangebote für ältere Menschen auf der Agenda, sondern auch moderne Informations- und Kommunikationstechnologien. Ziel der Veranstaltung war es, Ideen zu sammeln, wie sich Forschung und Entwicklung von Beginn an am Bedarf von Senioren ausrichten kann, damit diese auch im Alter ein aktiver Teil der Gesellschaft bleiben.

In Kleingruppen haben sich die Senioren und Forscher dafür zu einzelnen Teilaspekten des Gesamt-Themas ausgetauscht. Ein Teil der Veranstaltung in Nürnberg etwa befasste sich mit Wohnen im Alter: Ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden ist für ältere Menschen nach wie vor die bevorzugte Wohnform. Wichtige Fragen sind daher, wie die Versorgung mit Dingen des alltäglichen Lebens – auch bei abnehmender Mobilität – gewährleistet werden kann und wie ältere Menschen die nötigen Wege zurücklegen können.

Ein zweiter Fokus lag auf dem Thema Gesundheit und Mobilität: Wie kommen Angebote, die die Gesundheit erhalten oder fördern sollen, wirklich bei den Senioren an und wodurch kann eine beeinträchtige Mobilität ausgeglichen werden? Ein drittes Diskussionsthema drehte sich um Verkehr und Sicherheit: Wie muss die individuelle Mobilität als Autofahrer, Radfahrer oder Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln im städtischen und vor allem auch im ländlichen Raum gerade für ältere Menschen aussehen, so die Fragestellung.

Mobile Dienstleistungen waren Gegenstand des vierten Gesprächskreises – dazu gehören etwa technische Hilfsmittel wie elektronische Übersetzungshilfe bei Reisen ins Ausland oder Informationssysteme für Ernährung sowie neuartige soziale Dienstleistungen, die auf individuelle Wünsche und Bedürfnisse eingehen. Und schließlich machten sich die Teilnehmer in einer fünften Diskussionsrunde Gedanken über die Berührungspunkte zwischen virtueller und „wirklicher“ Welt: Wie sicher und verlässlich sind die neuen Informationstechnologien? Wie können gerade ältere Menschen moderne Medien nutzen? Welche Rolle spielen dabei die Kosten und welche Nachteile bringen neue Medien womöglich mit sich?

Die Ergebnisse aus den Gesprächsgruppen an der FAU fließen Anfang Juli zusammen mit Erkenntnissen aus den Demografie-Werkstattgesprächen an den Universitäten in Heidelberg, Dortmund, Berlin, Dresden und Frankfurt am Main in eine zentrale Diskussion zwischen Seniorenvertretern und Wissenschaftlern ein, die daraus Empfehlungen für das Bundesforschungsministerium ableiten.

Als Mitglied eines der führenden Zentren für Alternsforschung in Deutschland war das IPG erste Wahl als Veranstaltungsort für das Thema „Gesellschaftliche Teilhabe: Mobil und in Verbindung bleiben“: „Im neuen Interdisziplinären Centrum für Alternsforschung (ICA) der FAU arbeiten Wissenschaftler aus vielen Disziplinen, von der Medizin über die Psychologie bis zu Sport- und Wirtschaftswissenschaften zusammen, um die Herausforderungen des Alterns besser zu verstehen und Rückschlüsse für ein aktives und mobiles, langes Leben zu ziehen“, betont Prof. Dr. Frieder Lang, Leiter des IPG.

Zugleich sind die Wissenschaftler des IPG aktuell Partner des Bundesforschungsministeriums für das Projekt „EMN-Moves – Europäische Metropolregion Nürnberg macht mobil durch technische und soziale Innovationen für die Menschen in der Region“ – und erwarten dafür auch aus dem Demografie-Werkstattgespräch neue Impulse und Synergien.

Weitere Informationen für die Medien:

Prof. Dr. Frieder Lang
Tel.: 0911/5302-96100
frieder.lang@fau.de

 

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