Freier Zugang für alle

Schreibtisch vor großer Bücherwand
Open Access an der UB: Zugriff auf wichtige Fachzeitschriften von jedem Ort aus, ohne auf Fernleihe angewiesen zu sein. Auch das Publizieren wird dadurch einfacher (Bild: isockphoto.com/peshkov)

Die UB hat Verträge mit Wissenschaftsverlagen geschlossen, um Wissenschaftlern und Lesern den Zugriff auf Open Access-Publikationen zu vereinfachen

Wer wissenschaftlich erfolgreich sein und sich einen Namen machen möchte, publiziert. Das ist eine Binsenweisheit. Wer darüber hinaus Open Access publiziert – also seine Forschungsergebnisse online frei zugänglich macht – profitiert in mehrfacher Hinsicht. Forscher erreichen eine größere Leserschaft – und sie werden häufiger zitiert. Die Leserschaft kann auf die Open-Access-Publikationen sowohl kostenfrei zugreifen, als auch Dokumente herunterladen, weiterleiten oder drucken.

Hohe Kosten schrecken ab

Doch gibt es dabei Hürden zu überspringen. Wollen Wissenschaftler ihre Arbeiten in abonnementpflichtigen Fachzeitschriften Open Access veröffentlichen, müssen sie dafür zusätzlich eine oft hohe Gebühr berappen. „Das kann von ein paar hundert bis zu mehreren Tausend Euro reichen“, weiß Markus Putnings, der Leiter des UB-Referats Open Access. „Viele Wissenschaftler müssen dies selbst finanzieren, da die Publikationsfonds in Deutschland in der Regel nur jene Open-Access-Zeitschriften unterstützen, die ihre Inhalte grundsätzlich kostenfrei ins Netz stellen.“ Die Gefahr, auf den Kosten sitzen zu bleiben, schreckt viele Wissenschaftler ab. Ihre Ergebnisse bleiben damit weiterhin nur jenen Lesern zugänglich, deren Bibliotheken die Zeitschriften abonnieren.

Deutlicher Mehrwert

Doch nun gibt es eine gute Nachricht. Um das Open-Access-Publizieren auch in Abonnementzeitschriften zu unterstützen, schließt die Universitätsbibliothek Erlangen Nürnberg seit 2019 neue Rahmenverträge – unter dem Namen „Read and Publish“. „Die Teilnehmer erhalten Zugriff auf die Fachzeitschriften der jeweiligen Verlage und dürfen in diesen ohne oder nur mit geringen Kosten Open Access publizieren“, erklärt Markus Putnings.
So hat die FAU den ersten Vertrag mit dem Verlag Cambridge University Press (CUP) geschlossen. Alle Autoren, die seit 2019 bei CUP in einer Abonnementzeitschrift publizieren, erhalten einen Hinweis auf die für sie dann kostenfreie Open-Access-Möglichkeit. Eine weitere neue Vereinbarung gibt es mit dem Verlag SAGE. Hier ist es gelungen, die hohe Open-Access-Gebühr für FAU-Angehörige von 3.000 Britische Pfund auf 200 zu reduzieren. Für die Physiker wurde zudem ein Rahmenvertrag mit IOP Publishing abgeschlossen. Auf diese Weise kann jeder Physiker zusätzlich zum Lesezugriff auf die Fachzeitschriften, neun Artikel pro Jahr kostenfrei Open Access stellen.
„Damit haben wir einen deutlichen Mehrwert erzielt“ sagt Rainer Plappert, der in der UB die Abteilung der Medienbearbeitung leitet. „Unsere Wissenschaftler und Studierenden müssen nicht mehr auf die Fernleihe zurückgreifen und haben nun eine sehr bequeme Zugangsmöglichkeit zu den Zeitschriften.“ Und dies sowohl innerhalb des Campus als auch über eine gesicherte Netzwerkverbindung von zu Hause aus oder von unterwegs. Mehr noch: „Die Sichtbarkeit von Autorinnen und Autoren der FAU wird deutlich erhöht, die Rezeption und Zitation steigt“, ergänzt Plappert. Zudem zeichneten sich laut Plappert die Fachzeitschriften der jeweiligen Verlage durch eine hohe Qualität aus – für Forscher ein wichtiges Kriterium in Zeiten von Raubverlegern.

Unterstützung durch die FAU

Schon seit vielen Jahren ermutigt die FAU ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, etwa in ihrer Eigenschaft als Herausgeber, den Übergang renommierter wissenschaftlicher Zeitschriften in Open-Access-Geschäftsmodelle zu unterstützen. Auch fördert die FAU seit langem das Publizieren in reinen Open-Access-Zeitschriften. So spricht die Entwicklung des entsprechenden Open-Access-Publikationsfonds der FAU eine klare Sprache: Allein von 2011 bis 2019 stieg die Unterstützungssumme von 60.000 auf 265.000 Euro jährlich. Die FAU unterstützte in diesem Zeitraum das Open-Access-Publizieren in den reinen Open-Access-Zeitschriften also mit mehr als 1,4 Mio. Euro.

Weitere Informationen:
www.fau.info/ub-open-access


Das FAU-Magazin alexander

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Dieser Text erschien zuerst in unserem Magazin alexander. In der Ausgabe Nr. 110 blicken wir auf 100 Jahre WiSo zurück, durch Knochen hindurch und auf Fremd- und Selbstbilder.

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