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40-Millionen-Euro-Forschungsbau für DZI in Erlangen

Gruppenbild
DZI-Sprecher Prof. Dr. Markus Neurath, Staatsminister Bernd Sibler und FAU-Präsident Prof. Dr. Joachim Hornegger (v. l. n. r.) freuen sich gemeinsam auf das neue Forschungsgebäude CITABLE, das bis 2025 entstehen wird. (Foto: Michael Rabenstein/Uni-Klinikum Erlangen)

Bis 2025 soll das „Center for Immunotherapy, Biophysics & Digital Medicine (CITABLE)“ für Forscher aus FAU Erlangen-Nürnberg und Uni-Klinikum Erlangen fertig sein

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) hat jetzt ein Forschungsgebäude für rund 40 Millionen Euro in direkter Nachbarschaft zum Deutschen Zentrum Immuntherapie (DZI) am Universitätsklinikum Erlangen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU Erlangen-Nürnberg) genehmigt. Das „Center for Immunotherapy, Biophysics & Digital Medicine (CITABLE)“ soll auf dem Nordgelände des Uni-Klinikums Erlangen zwischen Kopfkliniken und Internistischem Zentrum bis Ende 2025 vom Staatlichen Bauamt Erlangen-Nürnberg errichtet werden.

Im CITABLE sollen aktuelle Strategien der Immuntherapie mit neuartigen Analysemethoden der Biophysik und den Möglichkeiten der modernen digitalen Medizin zur Entwicklung und Anwendung neuer Diagnostik- und Therapieverfahren für chronische Entzündungsprozesse kombiniert werden. „Künftig können wir Therapieentwicklung und Patientenversorgung am Uni-Klinikum Erlangen durch den nun genehmigten Forschungsneubau noch enger miteinander verzahnen“, sagte der Dekan der Medizinischen Fakultät der FAU Erlangen-Nürnberg und Sprecher des DZI, Prof. Dr. Markus Neurath, auf einer Pressekonferenz in Erlangen. Das CITABLE werde in unmittelbarer räumlicher Nähe zur klinischen Patientenversorgung am Internistischen Zentrum mit dem Deutschen Zentrum Immuntherapie und dem Comprehensive Cancer Center Erlangen-EMN errichtet. „Durch eine direkte bauliche Anbindung über eine Verbindungsbrücke zum DZI, in dem die klinische Patientenversorgung stattfindet, wird es möglich, einen bidirektionalen, translationalen Forschungsansatz in idealer Weise ‚bed to bench‘ und ‚bench to bed‘ umzusetzen“, erklärte Prof. Neurath.

Studien der vergangenen Jahre würden zeigen, dass Entzündungsvorgänge durch den Einsatz von Immuntherapien mit großem Erfolg behandelt werden können. Allerdings sprächen nicht alle Patientinnen und Patienten auf die bisher verfügbaren Immuntherapien an. Daher sei ein neues molekulares Verständnis dieser Erkrankungen notwendig. „Je besser die immunologischen Vorgänge in den entzündeten Geweben verstanden werden, desto zielgerichteter kann die Auswahl der optimalen individuellen Therapiestrategie erfolgen. Hierbei ist es das Ziel, die Immuntherapie für betroffene Patienten gezielt unter Einbeziehung neuester biophysikalischer Messmethoden und digitaler Analyseverfahren zu entwickeln und auszuwählen“, erläuterte Prof. Neurath. Als erster Meilenstein in diese Richtung wurde 2018 das DZI am Uni-Klinikum Erlangen und an der FAU Erlangen-Nürnberg errichtet, in dem Experten verschiedener Fachdisziplinen Patienten mit chronischen Entzündungen und Krebserkrankungen interdisziplinär behandeln. „Das CITABLE ist nun der zweite zentrale Meilenstein“, sagte Prof. Neurath.

Eines der besten Vorhaben in Deutschland und zentraler Baustein in der Medizinforschung

Laut FAU-Präsident Prof. Dr. Joachim Hornegger wird das CITABLE „eine große Anziehungskraft“ auf den neuen Forschungscampus des Uni-Klinikums Erlangen haben: „Das CITABLE wird lokal unmittelbar durch das Forschungszentrum Translational Research Center (TRC) sowie das neue Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin (MPZPM), das die Entwicklung von neuen physikalischen Messmethoden zum Ziel hat, unterstützt und hat hervorragende Kooperationsmöglichkeiten mit verschiedenen Einrichtungen und Medizintechnikfirmen aus der Region.“ Der Antrag für diesen Forschungsbau habe sich in einem „hoch kompetitiven bundesweiten Verfahren“ (Förderung nach Art. 91b Grundgesetz) durchgesetzt und wurde als eines der besten drei Vorhaben in Deutschland ausgezeichnet. „Dieser große Erfolg für den Wissenschaftsstandort Erlangen wurde jetzt durch die Genehmigung der entsprechenden Fördergelder in Höhe von rund 40 Millionen Euro durch die GWK noch einmal unterstrichen“, betonte Prof. Hornegger.

Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, erklärte vor Ort zur Bekanntgabe der Förderung: „Ich freue mich sehr über die Entscheidung der GWK, denn mit dem CITABLE wird in Erlangen ein einzigartiges interdisziplinäres Forschungsgebäude mit dem Charakter eines Leuchtturmprojektes entstehen. Hier wird in unmittelbarer Nähe zur Patientenversorgung erstmals Forschung an der Schnittstelle von Immuntherapie, Biophysik und der Digitalen Medizin ermöglicht. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Fachgebieten werden daran arbeiten, bahnbrechende und teils weltweit einzigartige neue Diagnostik- und Immuntherapieverfahren bei Entzündungs- und Krebserkrankungen zu entwickeln – zum Wohle der Patientinnen und Patienten. Das CITABLE eröffnet für die FAU eine langfristige Forschungsperspektive auf international höchstem Niveau und wird zu einer hohen Attraktivität des Standortes für exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt beitragen.“

Patienten mit Krebs und entzündlichen Erkrankungen profitieren

Gruppenbild im Labor

Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst (r.), überzeugte sich in einem Labor des Uni-Klinikums Erlangen von der Forschungskraft des DZI und des zukünftigen CITABLE. (Foto: Michael Rabenstein/Uni-Klinikum Erlangen)

Auch der Ärztliche Direktor des Uni-Klinikums Erlangen, Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Iro, freut sich über die Fördergelder, von denen vor allem auch die Versorgung von Patienten mit Krebs und entzündlichen Erkrankungen am Standort profitieren werde. Chronische Entzündungen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Schuppenflechte (Psoriasis) und Rheumatoide Arthritis seien für Betroffene stark belastend und könnten zu erheblichen Komplikationen führen. „Darüber hinaus können chronische Entzündungen oftmals Auslöser für Krebserkrankungen sein und das Wachstum einer Vielzahl von malignen Erkrankungen kontrollieren. Eine frühzeitige Diagnostik und optimierte Therapie dieser Erkrankungen ist daher sehr wichtig“, so Prof. Iro. Patientenproben würden künftig fußläufig vom Patientenbett in ein CITABLE-Labor gebracht, was eine patientennahe Forschung auf höchstem Niveau ermögliche. „Die Mediziner können ihre umfassende klinische Expertise unmittelbar in die Forschung einbringen und Erfolg versprechende Forschungsergebnisse in Form von neuen Therapien im Rahmen von Studien direkt an die Patienten weitergeben“, so der Ärztliche Direktor.

Weitere DZI-Informationen unter www.dzi.life; DZI-Hotline für Patientinnen und Patienten mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen unter Telefon: 09131 85-40333, für Krebspatientinnen und -patienten unter Telefon: 09131 85-44944 (jeweils Montag bis Freitag von 8.00 bis 12.00 Uhr)

Weitere Informationen

Prof. Dr. Markus Neurath
Tel.: 09131 85-40333
markus.neurath@uk-erlangen.de

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