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„Schuppenflechte als komplexe Krankheit ernst nehmen“

Patienten-Infotag an der Hautklinik am 26. Oktober

„Die Schuppenflechte oder Psoriasis ist eine komplexe Systemerkrankung, die nicht nur die Haut betrifft und daher einer intensiven, langfristigen und häufig innerlichen Therapie bedarf“, sagt der stellvertretende Direktor der Hautklinik des Universitätsklinikums Erlangen, Prof. Dr. Michael Sticherling. Mit einer wissenschaftlichen Fortbildung und einer Patientenveranstaltung zusammen mit dem Deutschen Psoriasisbund (Patienten-Selbsthilfegruppe) soll diese häufigste chronisch-entzündliche Hauterkrankung am kommenden Samstag (26.10.2013, 15-17 Uhr) im Vorfeld des Welt-Psoriasistages in den Mittelpunkt gestellt werden. Veranstaltungsort: Hörsäle Medizin, Ulmenweg 18, Erlangen. Der Eintritt ist frei.

Etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland (zwei bis drei Prozent der Bevölkerung) sind von der Psoriasis betroffen. Frauen und Männer sind gleich häufig erkrankt. „Die Ursachen und Auslöser der Krankheit sind bis heute im Detail unbekannt“, erläutert Prof. Sticherling. Vor einem angeborenen Hintergrund können verschiedene Umweltfaktoren, wie Infekte und Medikamente, aber auch Stress zu einem Ausbruch oder einer Verschlechterung der Erkrankung führen. Obwohl die Schuppenflechte in jedem Lebensalter das erste Mal auftreten kann, kommt der erste Ausbruch in 30 Prozent aller Fälle schon vor dem 20. Lebensjahr. „Dies hat erhebliche Konsequenzen für die körperliche und seelische Entwicklung der betroffenen Kinder und Jugendlichen“, weiß Prof. Sticherling.

Typischerweise finden sich an der Haut entzündliche, verdickte, schuppende und häufig juckende Plaques, oft am Kopf, den Ellenbogen und Knien, prinzipiell aber auch an allen übrigen Stellen der Körperoberfläche. Neben dieser häufigsten so genannten Plaque-Form (Psoriasis vulgaris) finden sich in 20 Prozent der Fälle auch pustelbildende Formen, die an Hand- und Fußsohlen, aber auch verteilt am ganzen Körper auftreten. Die Psoriasis kann neben der Haut in 30 Prozent der Fälle Gelenke und andere Anteile des Bewegungsapparates betreffen – mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität der Betroffenen. Darüber hinaus sind Stoffwechsel- und Herz-Kreislauferkrankungen bei Schuppenflechtenpatienten wesentlich häufiger als in der gesunden Bevölkerung, wodurch sich die Lebensprognose der Patienten deutlich verschlechtert. „Die Psoriasis ist damit eine potentiell schwere Systemerkrankung“, warnt der Erlanger Hautexperte.

Zur Behandlung stehen verschiedene Lokaltherapeutika als Cremes und Salben, die Anwendung von ultraviolettem Licht und Systemtherapeutika als Tabletten oder Spritzen zur Verfügung. „Diese können alleine oder in Kombination das Krankheitsbild der Schuppenflechte bessern, im Idealfall unterdrücken, nicht jedoch heilen“, sagte Prof. Sticherling. Die neueste Generation von Therapeutika – die so genannten Biologika – stellen Eiweißstoffe dar, die injiziert werden müssen und bei deutlich geringerer Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen als die klassischen Therapeutika eine große Wirksamkeit zeigen. „Ihre hohen Kosten schränken jedoch die breite Anwendung ein“, so Prof. Sticherling.

Patientenfortbildung am 26. Oktober 2013 – Umgang mit der Psoriasis – eine (Zwischen)Bilanz des Erreichten

Im Vorfeld des Weltpsoriasistages (29.10.) veranstaltet die Erlanger Hautklinik am Samstag, 26.10.2013, im Anschluss an eine wissenschaftliche Fortbildung von 15.00 bis 17.00 Uhr eine Informationsnachmittag für Interessierte und Betroffene in den Hörsälen Medizin, Ulmenweg 18. Mitarbeiter des Psoriasiszentrums Erlangen werden dabei die verschiedenen Aspekte der Schuppenflechte umfassend und allgemeinverständlich darstellen. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos zum Programm unter www.hautklinik-erlangen.de.

Informationen für die Medien:

Prof. Dr. Michael Sticherling
Tel.: 09131 / 85-33851
michael.sticherling@uk-erlangen.de

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