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Wenn Ärzte Teddys retten

Franziska Schindler leitet das Teddybärkrankenhaus. (Bild: FAU/Franziska Sponsel)

Kindern die Angst vor dem Arzt nehmen – das ist der Grund, warum Franziska Schindler und ihre Kommilitonen einmal im Jahr im Erlanger Schlossgarten Teddys und andere Stofftiere verarzten. Franziska studiert im 8. Semester Humanmedizin und leitet das Teddybärkrankenhaus Erlangen. Wir haben sie zu ihrem Ehrenamt interviewt:

Beim Teddybärkrankenhaus ist unser Ziel, den Kindern die Angst vor dem Arzt und dem Krankenhaus zu nehmen. Das heißt, die Kinder kommen mit ihren Kuscheltieren zu uns und wir – freiwillige Human- und Zahnmedizinstudenten – untersuchen die Kuscheltiere. So erleben die Kinder die Untersuchung als Teddyeltern mit, ohne selbst untersucht  zu werden.

Hasen, Bären und Schildkröten mit Prellungen und gebrochenen Beinen

Ganz viele Kuscheltiere, über Hasen, Bären und Schildkröten fallen vom Hochbett oder vom Fahrrad. Was auch ganz beliebt ist: Sie verschlucken sich an Gummibärchen und Bonbons und haben dann einen ganz dicken Bauch, der ganz schön weh tut.

Hat bereits einen Nachfolger fürs Teddybärkrankenhaus: Franziska Schindler. (Bild: FAU/Franziska Sponsel)

Hat bereits einen Nachfolger fürs Teddybärkrankenhaus: Franziska Schindler. (Bild: FAU/Franziska Sponsel)

Zurück zum Anfang: Wie alles begann

Ich bin jetzt seit vier Jahren beim Teddybärkrankenhaus mit dabei. Es wird immer bei den Erstis vorgestellt – das heißt im ersten Semester gibt es eine Einführungswoche, in der unsere Fachschaft „Kanüle“ ihre Projekte vorstellt. Als es das nächste Mal stattfand, habe ich beim Auf- und Abbau mitgeholfen und da ist das Organisationsteam auf mich aufmerksam geworden. Im nächsten Jahr habe ich dann mitorganisiert und seit vergangenem Jahr leite ich das Ganze. Ich habe aber auch schon einen Nachfolger, da es wohl mein letztes Teddybärkrankenhaus ist – ich studiere ja bereits im 8. Semester.

Was ich an meinem Ehrenamt so mag

Bei schönem Wetter ist es unglaublich toll, den ganzen Tag draußen zu verbringen. Und ich mag, dass man viel auf den Beinen ist – im Studium drückt man ja eigentlich nur die Bank. Besonders gefällt mir auch, dass wir so ein cooles Orga-Team sind! Wir kennen uns alle von der Uni und sind in unterschiedlichen Semestern. Letztes Jahr hat mich sogar ein Teammitglied gefragt, ob ich bei ihr einziehen will. Dadurch habe ich jetzt eine neue WG gefunden und Freundschaften fürs Leben geknüpft.

Franziska Schindler studiert Medizin, spielt mehrmals die Woche Handball und findet trotzdem noch zeit für ihr Ehrenamt. (Bild: FAU/Franziska Sponsel)

Franziska Schindler studiert Medizin, spielt mehrmals die Woche Handball und findet trotzdem noch Zeit für ihr Ehrenamt. (Bild: FAU/Franziska Sponsel)

Wieviel Zeit habe ich übrig?

Weil ich außerdem noch Handball spiele und viel trainiere, ist es gar nicht so einfach, Zeit für ein Ehrenamt zu haben. Drei Mal die Woche und teilweise am Wochenende bin ich mit meinem Sport beschäftigt. Dadurch ist für mich kein Ehrenamt in Frage gekommen, für das man jede Woche Zeit haben muss. Das Teddybärkrankenhaus findet an drei Tagen, aber nur einmal im Jahr statt. Dazu kommt natürlich noch die Vor- und Nachbereitung, die auch ganz schön anstrengend ist und mehrere Monate dauert. Insgesamt ist die Organisation aber nicht so zeitintensiv wie ein regelmäßiges Ehrenamt.

In der Freizeit fürs Studium lernen

Zur Vorbereitung haben wir jedes Jahr Dr. Jörg Matthias Jüngert zu Gast. Er ist Oberarzt an der Kinder- und Jugendklinik am Uni-Klinikum Erlangen und gibt uns eine Einführung zu den gängigen Kinderkrankheiten. Dabei lernen wir, worauf man beim Untersuchen von Kindern generell achten muss. Aber insgesamt ist es nicht nur Fachwissen, was da mitspielt, sondern vor allem ganz viel Fantasie und auch ein bisschen Improvisation.

Mitmachen können alle Human- und Zahnmedizinstudenten. Wichtig ist, dass man Spaß an der Arbeit mit Kindern mitbringt. Mehr Informationen gibt es auf dem Blog des Teddybärkrankenhauses https://blogs.fau.de/tbkh.

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