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Schulterschluss für die Forschung

Bild: Massachusetts Institute of Technology (MIT)
Bild: Massachusetts Institute of Technology (MIT)

Durch das MIT-Germany-Programm kooperieren die FAU und das Massachusetts Institute of Technology (MIT) künftig verstärkt miteinander.

Eine leuchtend gelbe Sonne und ein satter blauer Himmel. Wellen, die sich sanft am menschenleeren Strand brechen, der Geruch von Sand und Meerwasser steigt in die Nase. So oder so ähnlich erscheinen die virtuellen Welten, die nachweislich körperliche und geistige Entspannung fördern. Gebraucht werden hierfür eine VR-Brille, mit der sich künstliche Welten dreidimensional in 360 Grad Vollansicht darstellen lassen, ein Geruchshalsband, das entsprechenden Gerüche verbreitet, und ein EEG-Stirnband, um Hirnströme und damit den Entspannungsgrad zu messen. Untersucht hat das Nachwuchsforscher Robert Richer vom Lehrstuhl für Maschinelles Lernen und Datenanalytik der FAU zusammen mit Judith Amores und anderen Wissenschaftlern des Massachusetts Institue of Technology.

Transatlantische Kooperation

Richer und seine Kollegen vom MIT stellten ihre Ergebnisse dieses Jahr auf einer internationalen Konferenz in Las Vegas vor und gewannen dort mit ihrem Artikel den Best Student Paper Award. Das Paper war im Rahmen von Richers Masterarbeit während eines Aufenthalts am MIT Media Lab entstanden. Wissenschaftler sowohl des MIT als auch der FAU betreuten dabei die Masterarbeit Richers. Prof. Dr. Björn Eskofier vom Lehrstuhl für Maschinelles Lernen und Datenanalytik war einer dieser Betreuer, der selber ebenfalls in mehreren gemeinsamen Projekten mit Forschern des MIT zusammenarbeitet. Zum Beispiel hat er sich für mit Prof. Dr. Alex Pentland zusammengetan, um gemeinsam neue Trackingsysteme zu entwickeln und zu untersuchen, wie sich das Sammeln von Informationen am Arbeitsplatz auf Gesundheit, Motivation und Leistung auswirkt.

Ein Gewinn für beide Seiten

Informatikprofessor Björn Eskofier ist die Kontaktperson für gemeinsame Projekte mit dem MIT.

Kooperationen dieser Art sind wichtiger Bestandteil der Internationalisierungsstrategie der FAU und zeigen, wie eng die beiden Universitäten jetzt schon zusammenarbeiten. Das MIT-Germany-Programm – eine Initiative des MIT, an dem auch die FAU teilnimmt – soll dies noch verstärken. „Die FAU eignet sich für das Programm besonders gut, weil an beiden Universitäten Lehre und Forschung eng verzahnt sind“, sagt Eskofier, der an der FAU auch die Kontaktperson für Wissenschaftler ist, die sich für gemeinsame Projekte mit dem MIT interessieren. Das Programm ist Teil der MIT International Science and Technology Initiatives (MISTI), deren Ziel es ist, Wissensgenerierung voranzutreiben, Schüler und Studierende für Naturwissenschaften und Technologie zu begeistern sowie strategische Partnerschaften mit Forschern, Unternehmen und Regierungen weltweit zu fördern.

Durch MIT-Germany lassen sich beispielsweise gemeinsame Projekte in Forschung und Lehre fördern, neue Projekte in der Startphase finanzieren und den internationalen Austausch von Wissenschaftlern fördern. „Davon sollen wiederum Studierende profitieren, die den Austausch begleiten. Das Programm ermöglicht außerdem Studierenden des MIT Auslandsaufenthalte an der FAU und bei ihren regionalen Industriepartnern, zum Beispiel adidas und Siemens Healthineers“, sagt Justin Leahey, Manager des MIT-Germany-Programms.

Oder die Global Teaching Labs: Sie zielen auf Schülerinnen und Schüler und sollen für die MINT-Fächer begeistern. „Dabei arbeiten Studierende eng mit Schulen in der Region zusammen und bieten dann maßgeschneiderte Kurse zu naturwissenschaftlichen oder ingenieurwissenschaftlichen Themen an, mit denen Forschung in die Schulen gebracht werden soll. Gleichzeitig verbessern Studierende damit ihre Fähigkeiten in der Lehre“, erklärt Leahey. Die Arbeiten Richers und Eskofiers sind zwei Beispiele für die rege wissenschaftliche Zusammenarbeit über Landesgrenzen und Kontinente hinweg. Durch das MIT-Germany-Programm soll diese noch weiter vertieft werden.

 


Das FAU-Magazin alexander

Titelbild alexander Nr. 109

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Dieser Text erschien zuerst in unserem Magazin alexander. Weitere Themen der Ausgabe: nachwachsende Raubtierzähne und Kopffüßer, eine Roboterschmiede und ein Alumnitreffen in Kanada.

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