Navigation

Zurück in die Steinzeit

Prof. Mischka an einem Ausgrabungsort: Sie sitzt in der Hocke und zeigt auf etwas. Im Hintergrund ist eine Art Sandgrube zu sehen.
Für ihre Forschungen ist Prof. Dr. Doris Mischka regelmäßig an Ausgrabungen beteiligt. (Bild: C. Mischka)

Mit Stein und Keramik ein Stück Geschichte rekonstruieren

Puzzeln in 3D, Steinschlagen und Mord und Totschlag in der Steinzeit – mit diesem Programm versetzt das Institut für Ur- und Frühgeschichte das Publikum auf der Langen Nacht der Wissenschaften am 19. Oktober ins Staunen. Um ihre Kolleginnen und Kollegen nicht zu lange auf die Folter zu spannen, verrät heute Prof. Dr. Doris Mischka vom Institut für Ur- und Frühgeschichte, was sie genau erwartet.

Der Geschichte auf den Grund gehen

Wir möchten den Besucherinnen und Besuchern möglichst viele Einblicke in die Ur- und Frühgeschichte geben. Deshalb führen wir sie durch unsere Prähistorische Sammlung und bieten verschiedene Vorführungen und Mitmach-Aktionen an – von Experimenten zur Herstellung prähistorischen Gefäße bis zu Workshops zum Steineschlagen. Wir zeigen verschiedene Techniken, um Schalen, Krüge oder Spinnwirteln – Werkzeug zum Spinnen von Fäden – aus Ton zu formen. Allerdings ohne Töpferscheibe, sondern nur mit den Händen – so wie früher eben. Kinder können auch Brotlaibidole nachmachen. Das sind kleine Tonobjekte, die aus der Bronzezeit stammen und mit Verzierungen wie Punkten oder Linien gemustert sind. Es gibt viele Spekulationen darüber, wofür diese gedient haben – möglicherweise als Zahlensystem oder Kalender. Wir bieten auch einen Workshop an, in dem Interessierte aus Scherben Gefäße zusammensetzen und so wie Archäologen alte Funde rekonstruieren und studieren. Man könnte das auch als Puzzeln in 3D bezeichnen.

Archäologin berichtet von Ausgrabungen

Die Ideen stammen teils von Studierenden sowie Lehrerinnen und Lehrern, die sich zu einer museumspädagogischen Arbeitsgruppe – der Vorzeitkiste – zusammengetan haben. Außerdem hat eine Studentin für ihre Masterarbeit Ausgrabungsfunde aus Simmelsdorf-St. Helena im Nürnberger Land ausgewertet und erzählt, wie man mit solchen Relikten wissenschaftlich arbeitet und wie sie bei der Bestimmung und Kartierung von Grabbeigaben vorgeht. Daher stammt zum Beispiel die Idee, aus Tonscherben Gefäße wieder zusammenzusetzen.

Steinschlagen wie die Neandertaler

Ich freue mich schon besonders auf‘s Steinschlagen. Hierfür haben wir einen Archäotechniker eingeladen. Das ist jemand, der sich die Arbeitstechniken aus der Urgeschichte angeeignet hat und vorführt, wie man aus Stein Artefakte wie Beile, Äxte oder Faustkeile anfertigt. Passend dazu bietet ein Kollege dann am Abend auch einen Vortrag zum Thema „Mord und Totschlag in der Steinzeit“ an.

Den Entdeckergeist wecken

Die Besucherinnen und Besucher sollen sehen, wie spannend die Archäologie ist. Mit ihrer Hilfe kann man aus Kleinigkeiten – die für Laien belanglos erscheinen – ganz viel über die Geschichte herausfinden. Natürlich ist es bei vielen Funden unmöglich zu sagen, wozu diese gedient haben, da können wir dann nur spekulieren. Aber das ist ja gerade das Spannende. Der Entdeckergeist wird angeregt – und das wollen wir auch bei den Besucherinnen und Besuchern auf der Langen Nacht der Wissenschaften erreichen.


Neugierig geworden? Dann probieren Sie doch bei der Langen Nacht der Wissenschaften am 19. Oktober das Töpfern oder 3D-Puzzeln aus und gehen Sie der Geschichte auf die Spur.

Wann: am 19. Oktober von 14 bis 23.30 Uhr
Wo: In der Prähistorischen Sammlung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte, Kochstraße 4 in Erlangen, im Untergeschoss beim großen Mammut


Schauen Sie doch, was die Kolleginnen und Kollegen aus der Naturwissenschaftlichen Fakultät geplant haben.

Weitere Hinweise zum Webauftritt