Navigation

Multiresistente Erreger bekämpfen

Prof. Dr. Diana Dudziak
Koordinatorin des gemeinsamen Teilprojektes der FAU und der Universität Regensburg, Prof. Dr. Diana Dudziak, Professur für Biologie Dendritischer Zellen an der Hautklinik des Universitätsklinikums Erlangen (UKE). (Bild: FAU/Rudi Ott)

FAU Teil eines neuen Forschungsnetzwerk

Grundlegend neue Ansätze gegen multiresistente Keime zu entwickeln, ist das Ziel des neuen Bayerischen Forschungsnetzwerks „Neue Strategien gegen multiresistente Krankheitserreger mittels digitaler Vernetzung – bayresq.net“. Eine Wissenschaftlerin der FAU forscht ebenfalls in einem interdisziplinären Teilprojekt des Netzwerks, das der Freistaat Bayern für fünf Jahre mit insgesamt fast 10 Millionen Euro fördert.

Immunsystem besser verstehen

Im Kampf gegen multiresistente Bakterien untersucht Prof. Dr. Diana Dudziak, Professur für Biologie Dendritischer Zellen an der Hautklinik des Universitätsklinikums Erlangen und Koordinatorin des Projekts, gemeinsam mit Mikrobiologinnen und -biologen der Universität Regensburg das Immunsystem unserer Haut. Dort finden sich normalerweise Bakterien, die für deren Funktion wichtig sind. Diese sogenannten kommensalen Bakterien können aber unter bestimmten Umständen Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln. Ohne irgendwelche Auswirkungen zu zeigen, existieren diese Bakterien jedoch jahrelang auf der Hautoberfläche. Geraten sie zum Beispiel durch Wunden oder durch den Einsatz von Beatmungsröhren bei einer OP im Körper an eine andere Stelle, kann dies zu lebensbedrohlichen Infektionen führen.

„Wir möchten verstehen, warum unser Immunsystem kommensale Bakterien wie den Staphylococcus epidermis toleriert und keine Abwehrmechanismen in Gang setzt“, erklärt Prof. Dudziak. Dafür untersuchen die Forscherinnen und Forscher die sogenannten Kontrollpunkte, mit denen das Immunsystem Bakterien identifiziert. „Ziel des Projektes ist es, diese Immuntoleranz gezielt zu durchbrechen, um schützende Immunantworten gegen multiresistente Keime zu ermöglichen“, erklärt Prof. Dudziak.

Ein neues Forschungsnetzwerk

„Das neue Forschungsnetzwerk bayresq.net soll dazu beitragen, eine wesentliche Lücke in der Erforschung und langfristigen Bekämpfung dieser Krankheitserreger zu schließen“, sagt der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Siebler. In den sechs interdisziplinären Projekten nutzen die teilnehmenden Universitäten das Potenzial digitaler Methoden zum Beispiel, um neue Formen von Antibiotika selektiv gegen bestimmte Erreger zu richten. Mit Hilfe von Hochdurchsatzverfahren und maschinellem Lernen soll diese Anpassung automatisiert werden. Big Data zu nutzen, macht wiederum auch neue Ansätze möglich, wie etwa Vorhersagen über die Antibiotikaresistenz und Virulenz von Bakterien anhand einer Analyse des Genoms. Dies kann eine zielgerichtete Therapie ermöglichen. Hierfür wird jedes der sechs Projekte mit jeweils 1,3 Millionen Euro unterstützt, die der Freistaat Bayern zur Verfügung stellt.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Diana Dudziak
Tel.: 09131/85-39346
diana.dudziak@uk-erlangen.de

Weitere Hinweise zum Webauftritt