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„So klappt’s mit der Professur“

Ein Mann mit schwarzem Pulli sitzt im schwarzen Ledersessel. Im Hintergrund ist eine Panoramaaufnahme zu sehen sowie Preparate aus der Medizin.
„Schon eine nichtzufriedenstellende oder unglücklich formulierte Antwort kann die Chance auf die Professur kosten", sagt Prof. Dr. Friedrich Paulsen, Vizepräsident People. (Bild: FAU/Rebecca Kleine Möllhoff)

Prof. Dr. Friedrich Paulsen über den ersten FAU-Postdoc-Day

Um eine Professur zu erhalten, müssen Bewerberinnen und Bewerber die Berufungskommission von sich überzeugen. Wie das gelingt und welche Fragen sie im Vorstellungsgespräch erwarten, erfahren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem FAU-Postdoc-Day am 9. März in verschiedenen Workshops. Prof. Dr. Friedrich Paulsen, Vizepräsident People, erzählt mehr über das Programm.

Postdocs unterstützen

Als Vizepräsident People bin ich gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen dafür verantwortlich, dass unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gefördert werden. Für unsere Promovierenden gibt es bereits zahlreiche Angebote, für unsere Postdocs ist das Angebot allerdings bislang sehr übersichtlich. Da viele Postdocs eine Professur anstreben, haben wir mit unterschiedlichen Einrichtungen wie dem Zentralinstitut für Wissenschaftsreflexion und Schlüsselqualifikationen sowie verschiedenen Forschungsreferaten der zentralen Universitätsverwaltung überlegt, wie wir unsere Postdocs am besten unterstützen können. Daraus ist dann die Idee des Postdoc-Day entstanden, an dem wir zwei verschiedene Workshops anbieten, die sich mit diesem Thema beschäftigen.

Viele Wege führen zur Professur

Es gibt viele Wege, an eine Professur zu gelangen. Deswegen haben wir für unseren ersten Workshop verschiedene Referentinnen und Referenten eingeladen, die von ihrem Weg zur Professur berichten und für Fragen zur Verfügung stehen. Der klassische Weg zu einer Professur verläuft über die Habilitation und anschließend über die W 2- oder W 3-Professur. Ein weiterer, mittlerweile etablierter Weg geht über die W 1-Juniorprofessur. Auch die Thematik des sogenannten „Tenure Tracks“ wird behandelt, wodurch die Chance besteht nach einer befristeten Bewährungszeit eine Professur auf Lebenszeit zu erhalten. Über die Möglichkeiten wird es auch rechtlichen Input geben. Denn nur wenige Kandidatinnen und Kandidaten gelangen über einen Tenure Track an eine unbefristete Professur. Weshalb das so ist und was dabei rechtlich zulässig ist oder auch nicht, wird im Rahmen des Postdoc-Day erklärt.

Ein Blick hinter verschlossene Türen

Die Bewerbungsverfahren für Professuren bestehen immer aus einem öffentlichen und einem nicht öffentlichen Teil. Im öffentlichen Teil halten die Bewerberinnen und Bewerber einen Vortrag – manchmal auch einen Lehrvortrag – und müssen sich anschließend einer Diskussion stellen. Als Postdoc kennt man dieses Verfahren ohnehin schon, da man auf Fachkongressen, Kolloquien und Retreats regelmäßig Vorträge hält, die anschließend diskutiert werden. Zusätzlich gibt es bei jedem „Vorsingen“ für eine Professur auch einen nicht öffentlichen Vortrag. Diesen lernt man normalerweise nur kennen, wenn man das erste Mal zu einer Vorstellung eingeladen wird. Um den potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten die Angst vor diesem nicht öffentlichen Teil zu nehmen, stellen wir in einem zweiten Workshop die Vorstellungsgespräche mit einer Berufungskommission nach. So erfahren die Besucherinnen und Besucher, was auf sie zu kommt und können sich vor ansonsten überraschenden Fragen wappnen. In der Regel sind die Fragen von Berufungskommission zu Berufungskommission häufig ähnlich, sollten jedoch nicht unterschätzt werden. Schon eine einzige nichtzufriedenstellende oder unglücklich formulierte Antwort kann die Chance auf die Professur kosten. Außerdem gibt es die Möglichkeit, im Vorfeld Bewerbungsunterlagen an uns zu schicken und am Postdoc-Day selbst an einem fiktiven Bewerbungsgespräch teilzunehmen. Jedoch muss ich gleich einwenden, dass aufgrund des Zeitmangels nur zwei Interessierte mitmachen können.

Mögliche Postdoc-Days in Folge

Wir sind schon sehr gespannt, wie der Postdoc-Day bei unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ankommt. Wenn die Veranstaltung gut läuft, werden wir diese in Zukunft fortführen. Ich kann mir vorstellen, dass wir dann in einer weiteren Veranstaltung zum Beispiel die Wege von Postdocs in die Wirtschaft näher beleuchten. Mir ist klar, dass wir durch dieses Veranstaltungsformat den einen oder anderen Postdoc verlieren könnten. Schließlich helfen wir ihnen, an Professuren zu kommen. Auf der anderen Seite haben viele unserer Postdocs nur befristete Arbeitsverträge. Gerade deshalb müssen wir sie intensiv unterstützen. Doch auch wenn unsere Postdocs andere Professuren oder Jobs außerhalb der FAU annehmen, profitiert die FAU davon. Denn so erfährt unsere FAU auch auf der nationalen und internationalen Landkarte mehr Bekanntheit, kann mit den ehemaligen Postdocs kooperieren und sie später an die FAU berufen.


Weitere Informationen zum Programm sowie zur Anmeldung finden Sie auf der Webseite des Postdoc-Days.

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