Zwei Alumni und ein Student der FAU wollen Bildung für jedermann überall zugänglich machen

Foto von Quirin links und Benjamin recht. Beide in einem blauen T-Shirt.
Zwei der fünf Flexudy-Teammitglieder: Quirin Malcherzyk (links) und Benjamin Albrecht (rechts). (Foto: Nirasha Dusik)

Zeiteffizientes und mobiles Lernen – eine App macht das möglich

Ob Terminkalender, Kontaktdaten, das Bearbeiten von Dokumenten oder E-Mails schreiben – das Smartphone ist für viele längst zum digitalen und mobilen Büro geworden. Auch Studierende nutzen ihre mobilen Endgeräte zunehmend für die Organisation ihres Studiums und das Lernen. Eine App, die das Lernen unterstützt, haben der FAU-Alumnus Quirin Malcherzyk und Pascal Pierre, Student an der FAU, zusammen dem FAU-Alumnus Benjamin Albrecht sowie ihren Bekannten Deli Sarsar und Steffen Süß entwickelt: „Flexudy„.

Durch Quizzen effizienter und mit Spaß lernen

Die Idee zu der App kam Pascal Pierre während seines Bachelorstudiums der Wirtschaftsinformatik an der FAU, welches er 2019 abschloss. „Die Menge an Lerninhalten in den Vorlesungen war enorm. Um den Überblick zu behalten und gezielter lernen zu können, habe ich neben meinen Mitschriften auch eigene Prüfungsaufgaben erstellt, zum Beispiel in Form von Quiz“, erklärt Pascal Pierre. „Ich habe meine Unterlagen auch an Kommilitonen und Kommilitoninnen weitergegeben und die fanden vor allem die Quiz sehr hilfreich.“

Der Lerneffekt bei Abfrage und Wiedergabe der Lerninhalte sowie der spielerische Charakter erlaubten ein intensives und fokussiertes Vorbereiten auf die Prüfungssituation. So merkte Pascal Pierre schnell, dass es eine große Nachfrage für lernunterstützende Unterlagen gab. In der Vorlesung „Forschungsmethodisches Seminar“ lernte Pascal Pierre zudem die Technologie „Natural Language Processing“ (NLP) kennen. Mit Hilfe von NLP wird natürliche Sprache maschinell verarbeitet. „NLP schien mir perfekt geeignet, um Lernunterlagen anhand eines Algorithmus automatisch zu erstellen. Bei einer Umfrage unter Studierenden kam dann auch heraus, dass eine große Mehrzahl eine Smartphone-App zum Lernen nutzen würde“, erzählt Pascal Pierre. Auch in der weiteren Entwicklung von „Flexudy“ spielte die FAU eine entscheidende Rolle.

Die FAU als „Geburtsort“ von „Flexudy“

Um „Flexudy“ Realität werden zu lassen, holte Pascal Pierre zunächst Deli Sarsar, einen erfahrenen Softwareentwickler, ins Boot und nahm im Wintersemester 2018 am „5-Euro-Business-Wettbewerb“ der FAU teil. Dort lernten er und Deli Sarsar Quirin Malcherzyk kennen, der bis März 2020 Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik an der FAU studierte. „Flexudy“ nahm nun mehr und mehr Gestalt an.

„Das wesentliche Fundament für die Entwicklung unserer künstlichen Intelligenz und des dahinterstehenden Geschäftsmodells haben wir uns an der FAU angeeignet“, bekräftigt Pascal Pierre. So hat sich an der FAU nicht nur das Team um „Flexudy“ gefunden, sondern auch das Gründerbüro der Universität war ein weiterer wichtiger Pfeiler bei der Entwicklung der App: „Hier hat man als kommendes Startup kompetente Ansprechpartner/-innen, die uns seit einiger Zeit begleiten. Wir empfinden das ganze Umfeld der FAU als gründerfreundlich“, bestätigt Quirin Malcherzyk.

Mittlerweile besteht das Team aus fünf Personen, die mit ihrer Expertise alle zum Erfolg von „Flexudy“ beitragen: Pascal Pierre, Deli Sarsar, Quirin Malcherzyk, Benjamin Albrecht und Steffen Süß. Das Team arbeitet quer über die Welt vernetzt zusammen, von München bis Kanada. Daher finden die Kommunikation im Team vermehrt online statt: „Die virtuelle Welt ist quasi unser Büro“, erläutert Quirin Malcherzyk.

Doch was genau kann „Flexudy“ nun eigentlich?

„Flexudy“ – mit KI Lerninhalte mobil erstellen, aufbereiten und zusammenfassen

Lernende Algorithmen sind das Herzstück von „Flexudy“ wie Quirin Malcherzyk erklärt: „Mit Hilfe von KI generiert unsere Technologie aus jeglichen Lernmaterialien in verschiedenen Sprachen automatisiert Frage-Antwort-Karteikarten, Lückentexte, Zusammenfassungen und zukünftig Multiple Choice Fragen.“ Die Anwendung der App ist für die Nutzer sehr einfach. Man wählt eine Datei oder eine Webseite aus, öffnet diese in der App und der Rest geschieht automatisch.

Die Technik hinter „Flexudy“ ist da schon komplexer: Damit die App Fragen und Zusammenfassungen generieren kann, kommen verschiedene Deep-Learning-Modelle, Clustering- und Ranking-Algorithmen zu Einsatz, trainiert werden die Modelle mit frei zugänglichen Bibliotheken. „Klassischerweise werden Modelle Im Bereich NLP derart trainiert, dass sie auf einem konkreten Anwendungsfeld funktionieren“, berichtet Quirin Malcherzyk. „Flexudy“ ist in dieser Hinsicht jedoch flexibler, da die Gründer für die App ein innovatives KI-Modell erschaffen haben, welches unabhängig von Sprache und Themengebiet korrekte Ergebnisse erzielt und so die Anwendung in vielen Fachgebieten und Sprachen ermöglicht.

Mehr Chancengleichheit in der Bildung

Mit diesen ersten wichtigen Schritten ist das Projekt „Flexudy“ aber noch lange nicht abgeschlossen. Als nächstes steht die Gründung der eigenen Firma und die kontinuierliche Verbesserung der KI an. Geplant ist, dass die App in Zukunft Fragen von Nutzerinnen und Nutzern so individuell beantwortet, dass die Antworten passgenau auf die jeweilige Person zugeschnitten sind.

Neben der Erleichterung des Lernprozesses verfolgen die Gründer von „Flexudy“ aber auch ein weitaus größeres Ziel. „Unsere App soll die Bildung revolutionieren und sie für jedermann überall zugänglich machen, sodass der Bildungserfolg losgelöst wird von Bildungsniveau der Eltern. Zudem möchten wir eine Alternative zum teilweise sehr teuren Nachhilfeunterricht sein“, sagt Pascal Pierre. „Wir wollen nichts weniger, als die Idee von Bildung, so wie sie heute ist, neu zu erfinden und diesen ominösen Elfenbeinturm niederreißen“, ergänzt Quirin Malcherzyk.


Damit die App weiter verbessert werden kann, würden sich das „Flexudy“-Team über zahlreiche Bewertungen unter support@flexudy.com freuen. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage von „Flexudy“.

Informationen zum Gründerbüro der FAU.