Bunte Boote der Antike

Titelbild
Der Bug der F.A.N. mit aufgemalten Augen. die Bemalung geht auf pompejianische Wandmalereien zurück. (Bild: Alexander Hilverda)

Die Rekonstruktion antiker Farbe für F.A.N. und D.V.C.

In der Antike waren Boote bemalt. Dies gilt insbesondere auch für militärische Wasserfahrzeuge. Das teilt uns der römische Admiral Plinius der Ältere mit, aber auch seltene Funde antiker Boote belegen dies. Neben Plinius berichten auch andere Autoren über die Bemalung von Booten, allerdings sind sie sich über den Zweck nicht einig. Die Bemalung könnte dazu gedient haben, mögliche Feinde zu erschrecken, als Erkennungs- und Identifikationsmerkmal oder zur Tarnung. „Das Aussehen der Bemalung hat sich je nach Nutzungsziel vermutlich unterschieden, wie die Farbe aufgetragen wurde, dürfte hingegen einheitlich gewesen sein“, erklärt Prof. Boris Dreyer. Bei der sogenannten enkaustischen Bemalung wurden die Farben, deren Bestandteile Wachs und Naturpigmente waren, heiß großflächig aufgetragen.

Bereits 2018 haben Boris Dreyer und sein Team diese Technik bei der F.A.N. angewendet. Dabei verwendeten sie eine spezielle Rezeptur nach antiken Vorbildern der pompejianischen Wandbemalungen. Doch schon ab einer Umgebungstemperatur von 25 Grad bei direkter Sonnenbestrahlung zerfloss die Farbe. „Leider hat sich die von uns rekonstruierte Bemalung nicht als wasser-, wind- und hitzebeständig gezeigt“, erzählt Boris Dreyer. „Beständigkeit der Farbe war eine Vorgabe an die Bemalung. Insbesondere für einen angenommenen Einsatz im Mittelmeerraum mit seinen sehr viel höheren Temperaturen.“

Ein interdisziplinäres Team von Forschenden aus der Kunsttechnologie, der Wahrnehmungspsychologie, der Chemie und der Alten Geschichte der Universitäten Bamberg, Erlangen und Stuttgart ist der Sache nun weiter auf der Spur. Nach umfangreichen Laborversuchen, die Dr. Marcus Speck vom Lehrstuhl für Organische Chemie II der FAU durchführte, wurde bei der Renovierung der F.A.N. im Herbst 2021 erstmalig eine neue Version eines Zweikomponentenfarbstoffs aus Wachs und Pigmenten auf die Kieferplanken aufgetragen. „Wir erwarten, dass dieser Farbauftrag erst bei 60 Grad schmilzt“, erklärt Althistoriker Dreyer. „Wir sind gespannt, ob sich dies auch im Härtetest im Sommer 2022 bestätigt. Sowohl für die F.A.N, als auch für die Danuvina Alacris, die Eichenplanken hat.“

Weitere Informationen

Prof. Dr. Boris Dreyer
Professur für Alte Geschichte
Tel: 09131/85-25768
boris.dreyer@fau.de