Eine herausragende transatlantische Netzwerkerin

Prof. Dr. Heike Paul, Inhaberin des Lehrstuhls für Amerikanistik, insbesondere nordamerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft, an der FAU, wird mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2018 ausgezeichnet. (Bild: FAU/KL)

FAU-Forscherin Prof. Dr. Heike Paul wird mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ausgezeichnet

Zu den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bekanntgegebenen Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträgern 2018 zählt die Erlanger Amerikanistin Prof. Dr. Heike Paul. Die Aufnahme ins Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm setzt herausragende wissenschaftliche Leistungen voraus und gilt als wichtigste Forschungsförderauszeichnung in Deutschland. Paul zählt zu den renommiertesten Vertreterinnen und Vertretern der Amerikanistik in der Bundesrepublik. Den Lehrstuhl für Amerikanistik, insbesondere nordamerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft, an der FAU hat sie seit 2004 inne. Der Preis würdigt neben ihren wissenschaftlichen Leistungen ihre hohe internationale Sichtbarkeit, sowie ihre herausragende Rolle als transatlantische Netzwerkerin.

Bereits als Nachwuchswissenschaftlerin an den Universitäten in München (LMU) und Leipzig, als Postdoktorandin an der Harvard University, als Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, als Lehrstuhlinhaberin an der FAU, als Gastprofessorin am Dartmouth College sowie als Visiting Scholar in den USA, Kanada, Großbritannien und der Schweiz hat Heike Paul sich mit ihren breit gefächerten Arbeiten zur amerikanischen Literatur, Kulturtheorie und Populärkultur national wie international einen Namen gemacht. In Erlangen brachte sie ihre Expertise in das interdisziplinäre DFG-Graduiertenkolleg 706 „Kulturhermeneutik im Zeichen von Differenz und Transdifferenz“ ein, dessen stellvertretende Sprecherin sie mehrere Jahre war. Seit 2011 fungiert sie als Sprecherin des DFG-Graduiertenkollegs 1718 „Präsenz und implizites Wissen“.

Prof. Dr. Heike Paul, Inhaberin des Lehrstuhl für Amerikanistik, insbesondere nordamerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft, an der FAU

Bild: FAU/KL

Ihre herausragenden wissenschaftlichen Erkenntnisse finden sich auf dem Gebiet des transatlantischen Kulturkontakts und thematisieren Phänomene kultureller Mobilität, die sie im Rahmen ihrer Habilitation Kulturkontakt und Racial Presences: Afro-Amerikaner und die deutsche Amerika-Literatur, 1815-1914 an der Universität Leipzig sowie in diversen weiterführenden Projekten und hochrangigen Publikationen untersucht hat. Sie ist eine Autorität auf dem Gebiet der amerikanischen Mythen, die sie auf innovative Weise in unterschiedlichen gesellschaftlichen Funktionsbereichen (Kunst, Politik, Religion) aufspürt und unter anderem in ihrem Buch The Myths That Made America gewinnbringend analysiert – gerade auch im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen im US-amerikanischen politischen Selbstverständigungsdiskurs. Fundierende Mythen sieht sie als eine zentrale Dimension in der Erforschung kollektiver Identitäten, ihrer historischen Entwicklung, ihrer impliziten Gehalte sowie der politischen Institutionen, die sie tragen.

Darüber hinaus hat sich Paul dem Wissenstransfer zwischen Hochschule und Öffentlichkeit, insbesondere an Museen, Schulen oder Kultureinrichtungen verschrieben und fungiert als unermüdliche Mentorin für den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie als erste Vorsitzende des Fördervereins für Familie und Wissenschaft an der FAU. In der akademischen Selbstverwaltung sticht sie hervor als Mitglied der Bewertungsgruppe Anglistik/Amerikanistik des Wissenschaftsrates (2010-2013), zudem arbeitet sie in diversen Gremien ihrer Fakultät an der FAU mit. Sie hat zurzeit zentrale Funktionen in ihrer scientific community inne: im Vorstand der Bayerischen Amerika Akademie (BAA) in München als Direktorin und als Mitherausgeberin der Schriftenreihe der DGfA. Für Studierende engagiert sie sich insbesondere als Fulbright Contact/Vertrauensdozentin und Vorsitzende der Kommission zur Vergabe der USA-Stipendien an der FAU.


Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich verliehen und ist der wichtigste Forschungsförderpreis in Deutschland. Pro Jahr können bis zu zehn Preise mit einer Summe von jeweils 2,5 Millionen Euro verliehen werden. Ziel des Leibniz-Programms ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern. Die Förderung wird nur auf Vorschlag Dritter gewährt. Die Entscheidung über die Preisträgerinnen und Preisträger trifft der Hauptausschuss aufgrund einer Empfehlung eines Auswahlausschusses. Beim diesjährigen Verfahren wurden 136 Bewerbungen eingereicht, aus denen das Gremium 11 Preisträger (ein geteilter Preis) ausgewählt hat. Verliehen werden die Leibniz-Preise 2018 am 19. März in Berlin.

Ausgezeichnet werden können qualitativ herausragende Forscherinnen und Forscher, die gemessen an dem Stadium ihres wissenschaftlichen Werdegangs frühzeitig exzellente grundlegende Leistungen in ihren Forschungsgebieten im internationalen und nationalen Rahmen erbracht haben und von denen in Zukunft erwartet werden kann, dass sie durch weitere wissenschaftliche Spitzenleistungen die Forschungslandschaft in Deutschland nachhaltig prägen werden. Die Verleihung des Preises ist nicht auf bestimmte Wissenschaftsbereiche beschränkt. Kriterium für eine Nominierung ist allein die wissenschaftliche Exzellenz der bisherigen Arbeit der Forschenden. Der Preis kann an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Forschergruppen aus allen Wissenschaftsbereichen, die an einer Forschungseinrichtung in Deutschland oder an einer deutschen Forschungseinrichtung im Ausland tätig sind, verliehen werden.


Link zur Pressemitteilung der DFG: http://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2017/pressemitteilung_nr_52/index.html

Pressfotos zum Download:

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