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Tanzend und singend durch den Schulalltag

Vier Studierenden sitzen nebeneinander am Boden und musizieren mit verschiedenene Musikinstrumenten.
Bevor es an die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern geht, bereiten die Studierenden ihre musikalischen Unterrichtseinheiten vor. (Bild: Annemarie Haberecht)

Musicals für Kinder

Musik vermag vieles: Sie lässt alte Gefühle wieder aufleben, sie entspannt nach einem anstrengenden Arbeitstag, sie hilft bei Konzentrationsschwierigkeiten und sie schafft Emotionen. Darüber hinaus fördert und integriert sie auch geflüchtete Kinder sowie Kinder aus sozialschwachen Familien. Das zeigen Studierende der Musikpädagogik, die im Rahmen des FAU-Projekts „Musical integriert“ Schülerinnen und Schülern helfen, Deutsch zu lernen, sich in den Schulalltag zu integrieren und sich in ihrer Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

Mehr Selbstbewusstsein und ein besseres Sprachgefühl

Innerhalb des Projekts werden Kinder mit nur wenig Deutschkenntnissen spielerisch an die Sprache heranführt und können so ihre Sprachkenntnisse verbessern. „Dabei gehen wir sogar einen Schritt weiter“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Pfeiffer, Professor für Musikpädagogik und Projektkoordinator. „Nicht nur die Sprache steht im Vordergrund. Wir möchten auch, dass sich die Schüler in ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln und Selbstvertrauen erlangen“, betont er. Um ihnen zu zeigen welches Potential in ihnen steckt, üben Studierende der Musikpädagogik seit September 2018 gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern aus Übergangsklassen sowie aus sozialschwachen Familien ein Musical ein. Ziel ist es, sie beim Deutschlernen zu unterstützen, ihre Persönlichkeit zu fördern sowie ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Sich wie ein Star fühlen

Hinter dem Projekt steht ein gut durchdachtes Konzept, das Gesangs-, Tanz- und Schauspieleinheiten beinhaltet. Im Rahmen einer Projektwoche üben die Schülerinnen und Schüler bis zu fünf Unterrichtsstunden täglich und lernen typische Kinderlieder sowie einfache Choreografien und Dialoge. Dabei stehen ihnen drei Studierende – jeweils für den Schwerpunkt Tanz, Gesang und Schauspielerei – mit Rat und Tat zur Seite: „Jeder von uns hat seinen eigenen Bereich. Ich bin zum Beispiel für die Choreografien zuständig“, erzählt die Studentin Tabea Senger. „Bei den Proben begleite ich auch die Lieder auf dem Klavier mit, damit sich meine Kollegin beim gemeinsamen Singen ganz auf die Schüler konzentrieren kann“, ergänzt sie. Da die Schüler jeweils vor unterschiedlichen Herausforderungen stehen, ist das Konzept individuell anpassbar: „In den Übergangsklassen müssen wir beispielsweise viel mehr auf das Sprachliche eingehen und mit Bildkarten arbeiten, da die Kinder fast kein Deutsch verstehen. Auch während der Proben verändern wir oft für einzelne Schüler noch leicht die Textbücher“, erklärt die Studentin. Die Schülerinnen und Schüler dürfen sich dann wie echte Stars fühlen, wenn am Ende der Woche der Vorhang fällt und Eltern, Lehrer und Klassenkammeraden applaudieren. „Am schönsten ist es immer, wenn die Kinder das Stück aufführen und am Ende voller Stolz und Selbstvertrauen strahlen. Da weiß ich dann immer, dass wir ihnen wirklich etwas mitgeben konnten“, sagt Tabea Senger.

Eine gute Übung für später

„Musical integriert“ ist ein Projekt, aus dem auch die Studierenden ihren Nutzen ziehen und wertvolle Praxiserfahrungen für ihren zukünftigen Beruf als Lehrer wertvolle Praxiserfahrungen sammeln. Eigenverantwortlich bereiten sie sprachfördernde musikalische Unterrichtseinheiten vor, arbeiten dabei eng mit Lehrkräften zusammen und lernen auf die verschiedenen Anforderungen im Schulalltag zu reagieren. „Der Unterricht kann sich als äußerst herausfordernd erweisen. Zum einen aufgrund der sprachlichen Barrieren, zum andern aufgrund der kulturellen Hintergründe oder problematischen Familienverhältnissen, aus denen die Kinder teilweise stammen“, berichtet Prof. Pfeiffer. „Außerdem weiß ich nun wie viel Organisationsarbeit in solch einem Projekt steckt und dass man Schüler niemals unterschätzen darf.  Durch das eigene Ausprobieren und die richtige Unterstützung können sie regelrecht über sich hinauswachsen“, bekräftigt Tabea Senger.


Auch innerhalb des Studiums können sich die Studierenden im Bereich Musical spezialisieren. Denn neben den Schwerpunkten „Chorleitung“ sowie „Audio- und Videotechnik“ ist „Musicalregie“ eine dritte Möglichkeit. Übrigens stehen am 15. und 16. Juli wieder die Termine für die Eignungsprüfungen für das kommende Wintersemester 2019/20 an. Weitere Informationen dazu sowie zum Studium der Musikpädagogik finden Sie auf der Webseite.

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