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Wir müssen weiterhin vorsichtig sein

Halle 12 der Messe Nürnberg
Die FAU prüft Studierende in Halle 12 der Messe Nürnberg. Hier können bis zu 1500 Studierende unter Einhaltung aller Infektionsschutzauflagen gleichzeitig ihre Prüfungen ablegen. (Bild: FAU/ Friedrich Schüller)

Für Prüfungen hat die FAU die Halle 12 der Messe Nürnberg angemietet

Das Sachgebiet Arbeitssicherheit unterstützt die FAU und das Klinikum dabei, Arbeit und Studium so zu gestalten, dass keine Gefahr besteht – egal ob in Laboren, Werkstätten, Büros oder Hörsälen. Welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Arbeit des Sachgebiets hatte und warum Studierende derzeit Prüfungen auch auf dem Nürnberger Messegelände schreiben, darüber berichtet Sachgebietsleiter Friedrich Schüller.

An der FAU arbeiten und studieren Menschen aus vielen verschiedenen Ländern – mit den Beschäftigten des Klinikums sind das über 55.000 Menschen. Von ihnen soll sich niemand an der FAU mit dem Coronavirus anstecken ­­– oder im Falle einer Erkrankung andere anstecken können. Das Abstandsgebot umzusetzen, war daher von Anfang an das Wichtigste. Zu Beginn der Pandemie waren Präsenzveranstaltungen ja noch verboten, aber der Forschungsbetrieb musste trotzdem weiterlaufen und Prüfungen standen im März auch noch an. Wir haben viel diskutiert über Mund-Nasen-Bedeckungen, Reinigung und Desinfektion und frühzeitig einen Pandemieplan sowie konkrete Handlungshilfen erstellt. Inzwischen ist da eine ganz klare Linie drin. Dank unseres bereits vorhandenen Pandemie-Notfallplans war nur ein Anruf nötig und der FAU-Krisenstab war gebildet. Er tagt seitdem einmal pro Woche per Zoom und bereitet alle relevanten Entscheidungen an der FAU vor.

Zeitstrahl

Strukturiertes Vorgehen ist wichtig: Der Zeitstrahl zeigt, wie das Sachgebiet Arbeitssicherheit auf den Corona-Ausbruch reagiert hat. (Bild: FAU/ Metin Gönç)

FAU hilft ihrem Klinikum

Im Mittelpunkt stand bei uns zu Beginn die Patientenversorgung, der Klinikbetrieb hatte Vorrang vor allem anderen. Das Klinikum hat schon seit Jahren Notfallpläne, die haben wir auch schon häufig geübt. Deswegen hat es das Klinikum auch innerhalb von zwei Wochen geschafft, den kompletten Betrieb auf Corona umzustellen. Dort wo Schutzausrüstung knapp wurde, hat die Universität ausgeholfen. Schutzbrillen und Masken waren ja auf einen Schlag vom Markt und wurden dann an Lehrstühlen gefertigt. Auch Chemikalien zur Herstellung von Desinfektionslösung wurde von FAU-Lehrstühlen bereitgestellt.

Die Forschung stand nie still

Als die Corona-Epidemie von der Weltgesundheitsorganisation zur Pandemie erklärt wurde, hatten wir schon eine Handlungsanweisung für den Wissenschaftsbetrieb erstellt. Die hat geregelt, wie in Räumen der Universität weiter geforscht werden kann. Zwar war das kompliziert und aufwändig zu organisieren, aber so mussten wir unser Forschungsbetrieb im Wesentlichen nicht unterbrechen.

Der Kern des Arbeitsschutzgedankens

Alle Personen, die an der FAU Teams leiten, sind nach dem Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, Gefährdungen in ihrem Verantwortungsbereich zu ermitteln und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend zu unterweisen. Das ist der Kern des Arbeitsschutzgedankens in Deutschland seit weit über 120 Jahren. Mit unseren Handlungsanweisungen haben wir dies aufgegriffen: Es handelt sich um Gefährdungsbeurteilungen angereichert mit Konzepten, wie bestimmte Handlungen sicher möglich sind. Auf Basis der Handlungsanweisungen haben wir dann zum Beispiel Laborleiterinnen und -leiter beraten. Bei uns ist für jedes Gebäude jemand aus dem Team verantwortlich und kennt sich damit bestens mit den Gegebenheiten vor Ort aus. Außerdem haben wir Expertinnen und Experten in allen Bereichen, zum Beispiel Biologen und Chemiker – Infektionsschutz gehört da natürlich auch dazu. So können wir mit den Forscherinnen und Forschern auf Augenhöhe kommunizieren und sie beraten.

Übersicht Aufgaben der Arbeitssicherheit

Mit diesen Aufgaben waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sachgebiets Arbeitssicherheit befasst. (Bild: FAU/ Metin Gönç)

Nur noch 86 Personen im Audimax erlaubt

Ein großer Teil der Prüfungen aus dem Wintersemester musste verschoben werden. Wir mussten erst einmal ermitteln, in welche Räume wir wie viele Studierende überhaupt unterbringen können. In der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ist genau festgelegt, wie viel Abstand eingehalten werden muss. Im Audimax mit seinen knapp 900 Sitzplätzen konnten so auf einmal nur noch 86 Personen sitzen. Weil es kaum Bestuhlungspläne gab, sind wir ausgeschwärmt und haben von den größten Hörsälen und Seminarräumen Pläne erstellt und ermittelt, wie viele Personen dort Platz finden können.

Über 300 Räume begutachtet

Inzwischen sind es weit über 300 Räume, die wir in unserer Positiv-Liste erfasst haben und für die jetzt Corona-Regeln-gerechte Sitzordnungen vorliegen. Wir haben mit dem Prüfungsamt einen guten Modus gefunden, um Prüfungen für alle Beteiligten sicher stattfinden zu lassen: Dozentinnen und Dozenten suchen einen passenden Raum aus der Positiv-Liste aus, melden ihre Prüfung über ein Webformular an und erhalten dann alle nötigen Infos. Bis wir dieses Verfahren hatten, haben wir Sonderlösungen für jede einzelne Prüfung gefunden. Wir wollten auf jeden Fall verhindern, dass Prüfungen gar nicht stattfinden können und die Studierenden dadurch ein Semester verlieren. Da haben alle Beteiligten extrem lösungsorientiert zusammengearbeitet – einer der Gründe, warum die FAU im Vergleich zu anderen Universitäten bisher gut durch die Corona-Zeit gekommen ist.

Prüfungen auf der Messe Nürnberg

Es gibt an der FAU Prüfungen, bei denen bis zu 1500 Studierende gleichzeitig geprüft werden müssen. Unter Einhaltung der Abstandsregeln fasst der größte Raum an der FAU, die Tentoria auf dem Erlanger Südgelände, aber maximal 156 Personen. Mit der Anmietung der Messe Nürnberg können wir so die Vorgaben des Prüfungsamtes und der Ministerien erfüllen und gleichzeitig alle Abstandsregeln und Hygieneschutzmaßnahmen umsetzen. Vom 20. Juli bis 21. August werden dort täglich zwei Prüfungen mit bis zu 1.500 Studierenden geschrieben.

Trotz Corona den Louvre besuchen

Um den Infektionsschutz zu gewährleisten, soll es gemäß der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung so wenig Präsenzveranstaltungen wie möglich geben. Es gibt aber durchaus Veranstaltungen, die unter bestimmten Voraussetzungen stattfinden können: Die Praktika und der Forschungsbetrieb laufen weiter. Auch der Übungsbetrieb in der Theater- und Medienwissenschaft muss möglich sein. Wir haben auch Regelungen für die Geländepraktika gefunden – für Exkursionen von Südfrankreich bis Island. Die Kunstwissenschaftlerinnen und Kunstwissenschaftler können den Louvre in Paris besuchen. Das Hygienekonzept regelt die An- und Abreise, wie man sich vor Ort verhalten muss – alles ist haarklein festgelegt.

Sicher arbeiten im Büro

Vom Bundesarbeitsministerium wurde ein Arbeitsschutzstandard definiert. Dieser folgt dem TOP-Prinzip im Arbeitsschutz wonach technische Schutzmaßnahmen vor organisatorischen und diese wiederum vor persönlichen Schutzmaßnahmen angewendet werden müssen. Zu den technischen Schutzmaßnahmen gehören zum Beispiel die Plexiglasschreiben an den Ausleihen der Uni-Bibliothek. Nach den deutschen Arbeitsschutzstandards ist es nicht zulässig, dass Beschäftigte den ganzen Tag eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, wenn dies durch technische oder organisatorische Maßnahmen umgangen werden kann.

Durch das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckungen schützen wir uns gegenseitig von den Flüssigkeitströpfchen, die wir beim Sprechen und Atmen ausstoßen. Sie sind immer dann zu tragen, wenn die Einhaltung des Abstandsgebots nicht sicher gewährleistet ist.

Da Mund-Nasen-Bedeckungen die auftretenden Aerosole nicht zurückhalten können, müssen diese durch Lüftung ausreichend verdünnt werden.

Für den Dienstbetrieb in der Verwaltung gelten die Hygieneregeln weiterhin. Das Abstandsgebot ist einzuhalten. Büros können auch weiterhin mit mehreren Personen belegt werden, wenn das Abstandsgebot eingehalten werden kann und für ausreichende Durchlüftung gesorgt ist. Beim Betreten und Verlassen der Büros muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, wenn sich Personen zu nahe kommen können. Bedarfsweise können sich die Beschäftigten in der Belegung der Büros abwechseln und auch von zuhause arbeiten. Wir müssen weiterhin vorsichtig sein.

Die Webseite des Sachgebiets Arbeitssicherheit ist für alle FAU-Angehörigen aus dem FAU-Netz erreichbar.

 

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