Als Mensch und Wissenschaftler vom Austausch profitieren

Prof. Dr. Ken-ichi Kakimoto
Prof. Dr. Ken-ichi Kakimoto von der NITech in Japan ist der neue FAU-Ambassador.

Werkstoffwissenschaftler Prof. Dr. Ken-ichi Kakimoto ist FAU-Botschafter

Das Ingenieurwesen hat Ken-ichi Kakimoto schon als kleinen Jungen gereizt. Kein Wunder, schließlich hat sich bereits sein Vater dieser Profession im Flugzeugbau verschrieben. Doch während der Schulzeit wandelte sich der Berufswunsch vom heutigen Vizepräsidenten des Nagoya Institute of Technology (NITech) in Japan. Schuld daran war das Fernsehprogramm in seiner Heimat. „Die Hauptfigur in einer der bekanntesten TV-Serien, die ich sehr mochte, war ein Lehrer“, sagt Ken-ichi Kakimoto. Also wollte auch er es gleichtun. Heute hat er sich beide beruflichen Träume erfüllt: als Materialforscher und Wissenschaftler an einer Fakultät für Ingenieurwissenschaften.

Und noch eines liegt Professor Dr. Ken-ichi Kakimoto am Herzen: die FAU. Mehr als zehn Jahre schon pflegt der japanische Wissenschaftler enge Kontakte zu den Materialwissenschaften an der FAU in Forschung und Lehre. Seit 2013 tut er das als Direktor des „NITech Europe Liaison Office“. Dort hat er es sich zur Aufgabe gemacht, die Zusammenarbeit zwischen FAU und NITech in Forschung und Lehre zu intensivieren und auszubauen.

„Unsere Zusammenarbeit ist sehr erfolgreich“, unterstreicht Ken-ichi Kakimoto. „Wir blicken zurück auf bis dato rund 300 Fakultätsaustausche sowohl von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern als auch von Studierenden.“ Für seine Verdienste beim Ausbau der internationalen Reputation und Sichtbarkeit der FAU in Forschung und Lehre wurde Ken-ichi Kakimoto 2020 zum FAU-Ambassador ernannt. Diese Würde verleiht die FAU an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die hohes Ansehen in ihrem Forschungsgebiet genießen, für ihre Leistungen mit internationalen Preisen oder Ehrungen ausgezeichnet wurden und in besonderer Weise mit der FAU verbunden sind.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

„Es ist für mich eine große Ehre, der erste FAU-Ambassador aus einem asiatischen Land zu sein“, betont Ken-ichi Kakimoto. Die Auszeichnung ist für ihn gleichzeitig der Auftrag, Ideen aus beiden Perspektiven, der westlichen und der fernöstlichen, zusammenzuführen. Mit dieser grenzüberschreitenden Zusammenarbeit möchte er einen Mehrwert für die Wissenschaft schaffen. „Ich werde mich mit vollem Herzblut für ein internationales Netzwerk aus Wissenschaft und Wirtschaft einsetzen, einschließlich Austauschprogrammen für Studierende beider Universitäten“, sagt der Ingenieur.

Ken-ichi Kakimoto schätzt an „seiner“ FAU nicht nur die Atmosphäre auf dem Universitätsgelände und die Menschen dort: „Hier wirken tatsächlich außerordentlich talentierte und qualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende, die Tag für Tag mit Eifer und Engagement daran arbeiten, Fortschritte in der Forschung zu erzielen.“ Beeindruckt ist er noch von etwas anderem: „Die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern und die Förderung von internationalen Forschenden funktionieren in meinen Augen an der FAU sehr gut.“

Über den Tellerrand hinaus

Nicht nur davon will Ken-ichi Kakimoto lernen. Für ihn ist der Austausch zwischen Japan und Mittelfranken ein Gewinn für beide Seiten. „Abgesehen davon, dass wir untereinander Wissen und Methoden in unserem Forschungsfeld austauschen, kann man durch eine solche Zusammenarbeit in vielerlei Hinsicht mehr profitieren“, betont der renommierte Wissenschaftler, dessen Forschungen auf dem Feld der bleifreien piezoelektrischen Keramik sowohl in der Wissenschaft als auch in der Wirtschaft hohes Ansehen genießen. Seine innovativen Forschungsansätze wurden bereits von der japanischen Regierung ausgezeichnet.

„Die Studierenden können zum Beispiel lernen, dass es für gutes wissenschaftliches Arbeiten auf die Qualität und Stärke des Einzelnen, vor allem aber auch auf Teamarbeit und den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus ankommt“, sagt Ken-ichi Kakimoto. Und weiter: „Dadurch, dass die Studierenden in einem internationalen Forschungsteam mitarbeiten können, haben sie die Möglichkeit, ihre wissenschaftlichen Fähigkeiten, aber auch ihren persönlichen Horizont zu erweitern.“

Wiedersehen an der FAU

Ken-ichi Kakimoto weiß , wovon er spricht. Drei Jahre, von 1986 bis 1989, arbeitete er als Post-Doc im Pulvermetallurgischen Labor des Max-Planck-Instituts (MPI) für Metallforschung in Stuttgart. Eine Zeit, die er – nicht nur aus wissenschaftlicher Hinsicht – keinesfalls missen möchte. „Seit Kindesbeinen bin ich von deutschen Autos fasziniert. Auch das Thema meiner Doktorarbeit stand in Verbindung zur Forschung von Peter Greil, der zu dieser Zeit am MPI-Stuttgart arbeitete und den ich damals schon sehr verehrte“, berichtet der FAU-Botschafter.

Den von ihm so geschätzten Kollegen traf Ken-ichi Kakimoto zehn Jahre nach seiner Rückkehr aus Stuttgart. Nicht irgendwo, sondern an der FAU. Dort war Professor Dr. Peter Greil lange Jahre Inhaber des Lehrstuhls für Glas und Keramik. Es folgten zahlreiche gemeinsame Forschungsarbeiten. Für Ken-ichi Kakimoto sind dies „Schicksal“ und „ein echtes Wunder“. Nicht nur das: Die langjährige Forschungskooperation mit Peter Greil war auch einer der Grundsteine für das, was er heute als Botschafter der FAU tut: Er repräsentiert sie in seinem Heimatland und berichtet der wissenschaftlichen Gemeinschaft über seine Erfahrungen an der FAU.


Der aktuelle alexander hat unter anderem folgende Themen: Ausgrenzung und Extremismus überwinden, eine App um Geschichte nacherleben zu können, 5G-Technologie, unsere neue Humboldt-Professorin, Studi-Start-ups und Uni-Start-up-Programme, ein Senkrechtstarter und unseren neuen FAU-Ambassador.

FAU-Magazin alexander Nr. 115 (April 2021)

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