Navigation

Wissenschaft auf AEG

Öffentliche Vorträge über aktuelle Forschung

Aufgrund der aktuellen Problematik in Zusammenhang mit dem Coronavirus müssen die Vorträge bei Wissenschaft auf AEG im Sommersemester 2020 leider entfallen. Im Wintersemester 2020/21 kann die Reihe hoffentlich wie gewohnt fortgesetzt werden.

Wissenschaft auf AEG – „Best-of“

Um Ihnen die Wartezeit bis dahin etwas zu verkürzen, haben wir für Sie die besten Vorträge hier noch einmal zusammengestellt. Wir wünschen Ihnen viel Freude bei Einblicken in die Funktion unseres Geruchssinns, die Rolle von Maschinenwesen in der griechischen Sagenwelt, die Nanowissenschaften und weiteren spannenden Themen.

Analog finden Sie die ein Best-of unserer Erlanger Vorträge bei Wissenschaft im Schloss.

Riecht, stinkt, duftet? Wie wir Gerüche empfinden

Prof. Dr. Andrea Büttner, Lehrstuhl für Aroma- und Geruchsforschung, WiSe 2016/17

Reagenzgläser mit Beschriftung

Bild: FAU/David Hartfiel

Klebstoff, Papier, Orangen, Zimt – alles in unserer Umwelt riecht. Der Mensch nimmt Gerüche im Unterbewusstsein zwar wahr, dennoch wird der Geruchssinn vollkommen unterschätzt, wenn es darum geht, wie wir unsere Umwelt bewerten. Käse riecht trotz Schimmel zum Anbeißen. Ledersitze im neuen Auto verbreiten einen besonderen Duft. Rote Beete riecht nach Erde. Warum empfinden das die einen als wohlriechend und die anderen nicht?

Andrea Büttner erklärt, wie der Mensch Gerüche analysiert, hat er doch durch Erfahrungen gelernt, Gerüche als angenehm oder unangenehm zu definieren. Sie geht auch auf die Ambivalenz dieses Lernprozesses ein, denn oft sind es extreme Gerüche, die der Mensch als gutriechend empfindet. Das ist mitunter problematisch, wenn sie gesundheitsschädlich sind und der Mensch das nicht mehr bemerkt.


Von Lego mit Nanoteilchen zu schillernden Farben und abweisenden Oberflächen

Prof. Dr. Nicolas Vogel, Professur für Partikelsynthese, WiSe 2017/18

Ein Pflanzenblatt mit einem Wassertropfen.

Bild: panthermedia.net JCB Prod

Selbstorganisation beschreibt die Fähigkeit einzelner Bausteine, sich von selbst in eine geordnete Struktur zusammenzulagern.

Selbstorganisationsprozesse sind in der Natur weitverbreitet und so entstehen aus einzelnen Molekülen Strukturen, die letztendlich die Grundlage für komplexe Lebensformen sind. Gleichzeitig lassen sich durch eine kontrollierte Strukturierung einfacher Bausteine verschiedene faszinierende Eigenschaften in der Natur erklären, beispielsweise die schillernden Farben von Vögeln, Käfern und Schmetterlingen oder die wasserabweisenden Eigenschaften der Lotuspflanze. Technologisch versucht man von der Natur zu lernen und funktionelle Materialien aus einfachen Bausteinen herzustellen. Nicolas Vogel gibt einen Überblick über diesen Ansatz und zeigt an einzelnen Beispielen das Potenzial seines Forschungsgebietes auf.


Mitleid mit der Maschine

Dr. Martin Boss, Stabsstelle Sammlungen und Museen, WiSe 2017/18

Antika Darstellung

Bild: Aeria

Alle Worte, mit denen wir die Erscheinungen des digitalen Zeitalters, der Mechanisierung und Automatisierung beschreiben, gehen samt und sonders auf lateinische oder griechische Begriffe zurück – mit einer einzigen Ausnahme, und das ist der „Roboter“. Seltsamerweise ist aber die älteste Geschichte um einen Roboter ebenfalls in der griechischen Mythologie zu finden – es ist Geschichte des Τάλος (Talos) in der Argonautensage, ein vom Gott Hephaistos durch μηxανικὴ τέxνη (die Kunst der Erfindung) erschaffener αὐτόματος (Automat).

Martin Boss folgt den Spuren dieser frühesten Maschinenwesen und versucht nachzuzeichnen, wo die Griechen die Grenze von künstlicher Schöpfung und einem Geschöpf mit einem eigenen Willen zogen. War es in der Antike denkbar, für Talos so etwas wie συμπάθεια, also Mitleid, zu empfinden?


Schrödingers Spiegel

Prof. Dr. Florian Marquardt, Lehrstuhl für Theoretische Physik, SoSe 2018

Quantenphysik Grafische Darstellung

Bild: Florian Marquardt

Erwin Schrödinger war einer der Gründerväter der Quantenmechanik. Sein berühmtes Gedankenexperiment von 1935 beschreibt eine Katze, die sich in einer sogenannten Quanten-Überlagerung aus tot und lebendig befindet. Sein Ziel war es damals, zu betonen, wie mysteriös und unverstanden die Quantenphysik ist. Heutzutage jedoch versuchen Wissenschaftler tatsächlich, Überlagerungszustände von makroskopischen Objekten zu erzeugen, um die Grenzen der Quantenphysik genauer zu erforschen. Zur Hilfe kommt ihnen dabei eine Idee, die sogar noch etwas älter ist als die der Katze: Schrödingers Spiegel.


Die unendliche Bibliothek der Natur

Prof. Dr. Stephan E. Wolf, Lehrstuhl für Werkstoffwissenschaften (Glas und Keramik), WiSe 2019/20

Muscheln

Bild: panthermedia/ Nina Seleznova

So zahlreich die Bedrohungen sind, mit denen Lebewesen konfrontiert werden, so vielfältig sind die Strategien, die sie in Jahrmillionen der Anpassung zu ihrem eigenen Schutz entwickelt haben. Muscheln und ihre Schalen sind eine Antwort auf das Wettrüsten, das den Überlebenskampf in der Natur beherrscht. Sie belegen eindrucksvoll, wie durch die Evolution selbst aus einfachstem Kalk Hochleistungsmaterialien gebildet werden können. Stephan E. Wolf stellt die Stabilität dieser Schalen eindrucksvoll unter Beweis und zeigt neben solch „handfesten“ Beispielen auch, was zum Beispiel der Verlust an Artenvielfalt für die Menschheit bedeutet – und wie die Wissenschaft überhaupt Antworten auf derartige Probleme finden kann, indem sie „Wissen schafft“.


Unser Medienpartner

Logo Nürnberger Zeitung


Weitere Videos zu den Vorträgen von Wissenschaft auf AEG finden Sie in unserem Videoportal.