Wissenschaft auf AEG

Öffentliche Vorträge über aktuelle Forschung

Mit der Event-Reihe „Wissenschaft auf AEG“ will die FAU aktuelle und hochspannende Forschungsprojekte einem breiten Publikum vorstellen. Wissenschaftlich Interessierte sind zu den öffentlichen Vorträgen ebenso willkommen wie Schülerinnen und Schüler sowie Studierende aller Fachrichtungen.

Dabei ist der Veranstaltungsort „Auf AEG“ ganz bewusst gewählt: Die Aufbruchsstimmung, die dieser Ort transportiert, bietet ein ideales Klima für Wissen und Wissenschaft. Und macht offen für neue Erkenntnisse. Im Anschluss an die Vorträge stehen die Wissenschaftler gerne für Fragen zur Verfügung.

Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsort „Wissenschaft auf AEG“

Energie Campus Nürnberg (EnCN)
„Auf AEG“
Fürther Straße 250, Forum 2. OG
90429 Nürnberg

Anfahrt

Mitleid mit der Maschine

  • Bild: FAU/AERIA

    Bild: FAU/AERIA

    Montag, 13.11.2017, 18.30 bis 20 Uhr

  • Dr. Martin Boss
    Lehrstuhl für Klassische Archäologie

Alle Worte, mit denen wir die Erscheinungen des digitalen Zeitalters, der Mechanisierung und Automatisierung beschreiben,
gehen samt und sonders auf lateinische oder griechische Begriffe zurück – mit einer einzigen Ausnahme, und das ist der „Roboter“. Seltsamerweise ist aber die älteste Geschichte um einen Roboter ebenfalls in der griechischen Mythologie zu finden – es ist Geschichte des Τάλος (Talos) in der Argonautensage, ein vom Gott Hephaistos durch μηxανικὴ τέxνη (die Kunst der Erfindung) erschaffener αὐτόματος (Automat).

Der Vortrag folgt den Spuren dieser frühesten Maschinenwesen und versucht nachzuzeichnen, wo die Griechen die Grenze von künstlicher Schöpfung und einem Geschöpf mit einem eigenen Willen zogen. War es in der Antike denkbar, für Talos so etwas wie συμπάθεια, (also Mitleid) zu empfinden?

Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe „Eine Uni – ein Buch“.


Spinnenseide als Grundgerüst für Herzersatzgewebe

  • Bild: Felix Engel

    Bild: Felix Engel

    Montag, 4.12.2017, 18.30 bis 20 Uhr

  • Prof. Dr. Felix Engel
    Experimentelle Nieren- und Kreislaufforschung

Trotz erheblicher Fortschritte, Herzschäden vorzubeugen und zu minimieren, leiden immer mehr Menschen an Herzinsuffizienz. Die Hauptursache für solch eine verminderte Herzfunktion ist der irreversible Verlust von Herzmuskelzellen
durch Herzerkrankungen, vor allem ischämischer Erkrankungen wie dem Herzinfarkt. Zurzeit gibt es keine Therapie, die einen solchen Schaden umkehren kann. Ein vielversprechender Ansatz ist die Herstellung von Herzmuskelgewebe aus Stammzellen und geeigneten Materialen zu deren Stabilisierung und Organisation. Seidenproteine stellen ein vielversprechendes Gerüstmaterial dar, denn sie sind elastisch, werden vollständig im Körper abgebaut ohne toxische Abbauprodukte zu erzeugen, und sie lösen keine oder nur eine geringe Immunantwort aus. In Zusammenarbeit mit Prof. Thomas Scheibel (Universität Bayreuth) konnten wir nun zeigen, dass das rekombinante optimierte Seidenprotein eADF4 (κ16), das mithilfe von E. coli Bakterien in großen Mengen bei hoher gleichbleibender Qualität hergestellt werden kann, für die Herstellung von Herzgeweben
geeignet ist.


Von Lego mit Nanoteilchen zu schillernden Farben und abweisenden Oberflächen

  • Bild: Steffen Egly

    Bild: Steffen Egly

    Montag, 15.1.2018, 18.30 bis 20 Uhr

  • Prof. Dr. Nicolas Vogel
    Lehrstuhl für Feststoff- und Grenzflächenverfahrenstechnik

Selbstorganisation beschreibt die Fähigkeit einzelner Bausteine, sich von selbst in eine geordnete Struktur zusammenzulagern.Selbstorganisationsprozesse sind in der Natur weitverbreitet. Aus einzelnen Molekülen entstehen so hochkomplexe Strukturen, die letztendlich die Grundlage von komplexen Lebensformen bilden. In ähnlicher Weise lassen sich verschiedene faszinierende Eigenschaften in der Natur durch eine kontrollierte Strukturierung einfacher Bausteine erklären, beispielsweise die schillernden Farben von Vögeln, Käfern oder Schmetterlingen, die wasserabweisenden Eigenschaften der Lotuspflanze oder die hohe mechanische Stabilität der Schalen von Muscheln. Technologisch versucht man von der Natur zu lernen und funktionelle Materialien aus einfachen Bausteinen herzustellen. Der Vortrag gibt einen Überblick über diesen Ansatz und zeigt an einzelnen Beispielen das Potential dieses Forschungsgebietes auf.


Videos: Rückblick zu den vergangenen Veranstaltungen

Strafverfolgung im Internet, Science Fiction und Realität, Gesundheit in Sparta – Videos zu den Vorträgen von Wissenschaft auf AEG finden Sie in unserem Rückblick.

Zwitter und Dragqueen. Sexuelle Ambivalenz in der hellenistisch-römischen Skulptur


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