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Eine Reise in die Vergangenheit mit Dr. Paul Gumminger

Portraitbild von Dr. Paul Gumminger vor einem weißen Hintergrund
Dr. Paul Gumminger hat an der Medizinischen Fakultät studiert und promoviert und kehrte anlässlich des Jubiläums nach 15 Jahren wieder an seine Alma Mater zurück. (Bild: Nadine Mühlehner)

Alumni blicken zurück

Anlässlich ihres 275. Geburtstages lud die FAU ihre Alumni, die vor 50, vor 25 und vor 15 Jahren ihren Doktortitel erworben haben, ein und ehrte diese gemeinsam mit den Promovierten diesen Jahres. Wie das Leben an der FAU um 1968 und 1993 aussah, haben uns bereits Prof. Dr. Wolfgang Gast und Prof. Dr. Maria Kufner erzählt. Heute reisen wir mit Dr. Paul Gumminger, der an der Medizinischen Fakultät der FAU promovierte, in das Jahr 2003.

Dr. Gumminger, wie hat es sich angefühlt nach 15 Jahren wieder zurück an Ihre Fakultät zu kehren?

Die Feier anlässlich des 15-jährigen Jubiläums war eine wunderbare Möglichkeit, wieder an die frühere Wirk- und Ausbildungsstätte zurückzukehren. In diesem Rahmen hinterließ die Ehrung und Anerkennung durch die FAU einen bleibenden Eindruck und es ergab sich die Möglichkeit frühere Kontakte zu pflegen. Nicht nur die interessanten Gespräche mit ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen, sondern auch die Treffen mit den früheren Ausbildern waren eine Freude. Gleichzeitig wurden viele Erinnerungen an die Studentenzeit geweckt und es war doch für mich selber überraschend, welch starkes Bindungsgefühl und virtuelles Band zur Alma Mater besteht, auch wenn ich aus beruflichen und örtlichen Gründen nur wenige Kontakte pflegen konnte.

Was hat sich an Ihrer Fakultät alles verändert?

Den Umzug der Inneren Medizin und Kardiologie in den Neubau erlebte ich live mit und durfte bereits damals in der neuen Klinik arbeiten. Seitdem sind immer mehr Fachrichtungen umgezogen und es ist ein beeindruckender hochmoderner Klinikkomplex entstanden. Aber auch bei den anderen vorklinischen und klinischen Einrichtungen hat sich viel getan und es sind zum Beispiel neue Hörsäle gebaut worden. Manche Einrichtungen sind in ihrer altehrwürdigen Funktion und Struktur geblieben, so dass es mir vorkommt, als hätte ich erst gestern hier studiert.

Gemeinsames Bild mit Prof. Dr. Joachim Hornegger (links) und Dr. Paul Gumminger (rechts): Prof. Dr. Joachim Hornegger zeigt eine blaue Umschlagsmappe mit FAU-Logo.

FAU-Präsident Prof. Dr. Joachim Hornegger überreichte den Alumni auf der Feier eine Ehrenurkunde. (Bild: Martina Gumminger)

Wie sah denn Ihr Studenten- und Doktorandenleben früher aus?

Da ich mich nach Abschluss meines Studiums vollständig auf meine Facharztweiterbildung konzentrieren wollte, war es mir wichtig, mein Studium sowie meine Promotion schnell abzuschließen. Insofern war diese Zeit von einem hohen Maß an Lern- und Forschungsbereitschaft geprägt – auch nachts sowie an den Wochenenden und Feiertagen. Dennoch ist mir mein Studium und meine Promotion bis heute in positiver Erinnerung geblieben. Das studentische Leben, der fachliche Austausch durch die Lerngruppen mit anderen Kommilitonen sowie die Arbeit im Institut mit der hervorragenden Betreuung durch alle damals dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen meiner Ziele geleistet.

Worum ging es in Ihrer Doktorarbeit und warum haben Sie sich damals gerade für dieses Thema entschieden?

Meine Dissertation habe ich am Institut für Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene geschrieben und das Thema lautete „Die Funktionelle Charakterisierung von zwei Interleukin-4-Mutanten in vitro und am Infektionsmodell der murinen Leishmaniose“. Bei der Wahl des Themas war mir wichtig, eine experimentelle Fragestellung zu bearbeiten, um einen möglichst breiten Zugang zu den verschiedensten wissenschaftlichen Arbeitsweisen zu finden. Durch mein Thema konnte ich damals viele hochmoderne Untersuchungstechniken selber ausführen und kennenlernen. Das hilft mir noch heute in meiner täglichen Arbeit im Verstehen aktueller Untersuchungs- und Behandlungsmethoden weiter. Die Immunologie bot sich damals als besonders interessantes Betätigungsfeld an, da viele Erkrankungen sowie zahlreichen Stoffwechsel- und Interaktionsprozesse im Körper eine wesentliche Verbindung zu diesem Gebiet aufzeigen.

Dr. Paul Gumminger (links) und seinem Doktorvater (rechts).

Dr. Paul Gumminger und sein Doktorvater Prof. Dr.André Gessner freuen sich über den erfolgreichen Abschluss der Promotion. Das Bild ist im Januar 2003 entstanden. (Bild: Paul Gumminger)

Hatten Sie einen Lieblings-Professor? Wenn ja, was hat diesen ausgezeichnet?

Ja, ich hatte sogar mehrere. An dieser Stelle möchte ich gerne Prof. Dr. Winfried Neuhuber vom Institut für Anatomie und Zellbiologie erwähnen, der sowohl im Physikum als auch bei der Verteidigung der Promotion mein Prüfer war. Dank ihm bin ich schon damals zum Alumni-Verein gekommen und wurde so immer wieder auf dem Laufenden über die FAU gehalten. Andererseits möchte ich auch Prof. Dr. André Gessner erwähnen, der meine Promotionsarbeit mit seinem Team betreute und mich sicher durch die verschiedensten Forschungen und Versuche begleitete. Mein Dank gilt auch den anderen Kolleginnen und Kollegen des Instituts für Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene. Ich habe mich dort immer sehr wohl gefühlt und den fachlichen Austausch sehr geschätzt.

Inwiefern hat Sie Ihre Zeit an der FAU geprägt?

Die Zeit an der FAU war spannend und interessant zugleich, da man sich durch das Studium nicht nur Fachwissen aneignet, sondern auch die Persönlichkeit durch die zahlreichen externen Einflüsse einen Reifungsprozess durchmacht. Nicht nur im eigenen Erleben des Alltags, sondern auch durch das Beobachten und Annehmen verschiedenster Lösungsansätze, die sich zum Beispiel im klinischen Erleben des Patientenumganges oder auch in der Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Themen ergeben, kommt es zu Lernprozessen, die bis heute nachwirken.

Der erworbene Fundus an Erfahrungen und Wissen gleicht einem großen Schatz.

Und inwiefern haben Sie die Erfahrungen an der FAU für Ihr Berufsleben vorbereitet?

Die Jahre des Lernens im Rahmen des Studiums und der Promotion stellten den wesentlichen Wissensgrundstein bei der Aufnahme der beruflichen Tätigkeit dar. Natürlich änderten sich viele Lehrinhalte von damals im Laufe der Zeit durch die Fortschritte in der Medizin. Von dem damals erworbenen Wissen und vor allem von dem Erwerb von Fähigkeiten, die einen intensiv in eine Thematik einarbeiten und auch aktuelle Studienlagen interpretieren lassen, profitiert man meiner Meinung nach das gesamt Berufsleben. Somit ist die Zeit an der FAU für mich ein ständiger Begleiter und hat retrospektiv maßgeblich an meinem beruflichen Werdegang teilgehabt.

Was ist Ihnen aus Ihrer Zeit an der FAU besonders in Erinnerung geblieben?

Am intensivsten habe ich die Stationen des praktischen Jahres mit dem anstehenden Staatsexamen neben der Tätigkeit im Institut empfunden. Einerseits war der zeitlich zu erbringende Aufwand für beide Tätigkeiten sehr groß, andererseits näherte ich mich langsam dem Ende des Studiums. Meine praktische Tätigkeit beispielsweise in der Pädiatrie und Kardiologie führte mich kontinuierlich an das Ziel, als Arzt tätig werden zu können, heran.

Haben Sie einen Tipp für die heutigen Studierenden und Doktoranden?

Aus meiner Sicht ist es auch heute noch sinnvoll, das Studium und die Promotion, wenn möglich, parallel voranzubringen. Die sich dem Studium anschließende praktische berufliche Tätigkeit lässt meist nicht mehr genügend Kapazitäten für beides zu. Generell sollte die Wahl des Themas und der Fachrichtung der Promotion schon einen Bezug zu den später angestrebten Berufszielen haben. Der Fundus an Erfahrungen, Werkzeugen, Techniken und Wissen, der in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Forschungsgruppen erworben wird, gleicht einem großen Schatz in der wissenschaftlichen Herangehensweise an Problemlösungen, der für das ganze Berufsleben von Nutzen ist.

Vielen Dank für das Interview!

Das nächste Mal geht es wieder zurück in die Gegenwart, wo uns Dr. Maria Hauser von ihrer Promotion aus dem Jahr 2018 berichtet.


Hut und Schärpe

Mit Doktorhut und Schärpe zogen die Promovierten und Jubilare am 21. Juli 2018 in das Stadion der SpVgg Greuther Fürth. (Bild: FAU/Georg Pöhlein)

Weitere Eindrücke zu der diesjährigen Ehrung der Promovierten und Jubilare erhalten Sie im Kurzfilm sowie in der Bildergalerie.

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