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M/SM: Modelle der Romantik: Gesellschaft, Künste, Wissenschaften.

Dozent/in

Details

Zeit/Ort n.V.

  • Mi 8:30-10:00, Raum 00.3 PSG ICS

Inhalt

Der Begriff der Romantik enthält vielfältige Facetten. Die Literaturwissenschaft unterscheidet verschiedene Phasen, Zentren und poetische Konzepte zwischen 1795 und 1850, die Musikologie diagnostiziert eine Reichweite bis ins frühe 20. Jahrhundert; in der Kunstgeschichte gibt es eine Konzentration auf romantische Malerei im frühen 19. Jahrhundert, aber eine Wirkungsgeschichte bis zur Neoromantik und zum Jugendstil. Außerdem ist die Romantik ein europäisches Phänomen mit weitreichenden Verzweigungen. Das Seminar beschäftigt sich weniger mit solchen Datierungen und Ausbreitungen als vielmehr –natürlich unter Berücksichtigung der genannten Differenzierungen – mit Modellen der Romantik. Was zeichnet das Romantische als Grundhaltung oder Weltsicht aus? Welche Themen und Problemkonstellationen werden in der romantischen Literatur, aber auch in den romantischen Künsten und Wissenschaften, adressiert (Subjektkonzepte, Naturauffassungen, gesellschaftliche Umwälzungen, technische und wissenschaftliche Innovationen, zivilisationskritische Reflexionen etc.) Welche Geschichtsbezüge und welche politischen Dimensionen werden stark gemacht? Welche ästhetischen Konzepte werden als Bewältigungsmodelle oder utopischen Visionen entworfen? Wie gestaltet sich die Selbstbeschreibung der Romantik in historiographischen Darstellungen der Zeit? Immer stellt sich dabei nicht zuletzt die Frage nach dem Stellenwert der Künste in der sich etablierenden bürgerlichen Gesellschaftsformation. Geplant ist eine mehrschrittige Herangehensweise. Zunächst werden – von exemplarischen literarischen Texten ausgehend – die zentralen Themen avisiert; sodann erfolgt eine Differenzierung nach verschiedenen Feldern, wobei die im ersten Teil erarbeiteten Perspektiven hier fruchtbar gemacht werden (Literatur, Musik, Malerei, romantische Wissenschaften); schließlich werden ‚Modelle der Romantik‘ auf der Metaebene (zeitgenössische Historiographie und Ästhetik) untersucht. Ein Seminarplan mit genauen Angaben zum Ablauf und mit Literaturhinweisen zur Vorbereitung steht ab Mitte März auf studOn bereit (ohne Passwort zugänglich).

Zusätzliche Informationen

Erwartete Teilnehmerzahl: 25