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Erlangen ist Vorreiter bei DMEK-Hornhauttransplantationen

Prof. Dr. Friedrich E. Kruse, Direktor der Augenklinik des Uni- Klinikums Erlangen, zählt zu den erfahrenen Chirurgen, die DMEK-Hornhauttransplantationen durchführen können. (Bild: UK Erlangen)

Auswertung von 800 Operationen bestätigt Vorteile des innovativen Verfahrens

Das Universitätsklinikum Erlangen nimmt im Bereich der Hornhauttransplantationen (Keratoplastik) deutschlandweit einen Spitzenplatz ein. Das wurde jetzt beim Jahreskongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft in Berlin deutlich. Mit über 440 durchgeführten Keratoplastiken pro Jahr steht Erlangen zahlenmäßig an erster Stelle der deutschen Universitätsaugenkliniken. Prof. Dr. Friedrich E. Kruse, Direktor der Augenklinik des Uni-Klinikums Erlangen, und sein Team zählen weltweit zu den Pionieren der neuen, schonenden Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty-Methode (DMEK).

 

Beim DMEK-Verfahren wird nur die Descemet’sche Membran mit der darauf liegenden Endothelschicht transplantiert. „Das Besondere an diesem Verfahren ist, dass nicht die gesamte Hornhaut, wie bei der perforierenden Keratoplastik, sondern nur noch die erkrankte, einlagige innere Zellschicht der Hornhaut durch eine gesunde Gewebeschicht ersetzt wird. Diese ist nur wenige hundertstel Millimeter dick“, erläuterte Prof. Kruse. „99 Prozent der Hornhaut bleiben unangetastet, was unschätzbare Vorteile für die Sehschärfe, die Erholungszeit und das Langzeitüberleben der Transplantate mit sich bringt.“

Das DMEK-Operationsverfahren erfordere allerdings sehr viel Operationsgeschick und werde nur von erfahrenen Hornhautchirurgen durchgeführt. „Das Auge muss nicht mehr großflächig geöffnet werden, sondern es genügen kleine, sich selbst abdichtende Schnitte, die im Gegensatz zu der alten, durchgreifenden Methode nicht genäht werden müssen. Dadurch ist dieser Eingriff besonders schonend für den Patienten, gleichzeitig erfolgt die Heilung sehr schnell“, so Prof. Kruse.

Gute Verträglichkeit in 800 Fällen nachgewiesen

An der Augenklinik des Uni-Klinikums Erlangen wird das DMEK-Verfahren seit über vier Jahren als Standardverfahren zur operativen Therapie von Hornhautendothelerkrankungen angewendet. Eine wissenschaftliche Auswertung der über 800 Patienten, bei denen eine DMEK-Hornhauttransplantation durchgeführt wurde, bestätigte jetzt die gute Verträglichkeit des Transplantats und die schnelle Wiederherstellung der Sehschärfe.

Mehr als 95 Prozent der Patienten erreichten nach der Transplantation eine Sehstärke von über 50 Prozent, mehr als die Hälfte aller DMEK-Patienten erreichten sogar 80 Prozent. „Unsere langjährige, umfangreiche Erfahrung mit dieser Transplantationstechnik bestätigt, dass wir mit der DMEK-Methode auf dem richtigen Weg im Kampf gegen die Erblindung infolge von Verletzungen oder Erkrankungen der Hornhaut sind“, sagte Prof. Kruse auf dem Berliner Kongress.

Weitere Informationen: www.augenklinik.uk-erlangen.de

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