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Gute Noten, die sich auszahlen

Shaknoza Imomova, Medizinstudentin aus Tadschikistan, erhält ein Deutschlandstipendium, das von Dr. Stefan Thürmer, HNO-Arzt aus Nürnberg, gestiftet wurde. (Bild: Georg Pöhlein)

Shaknoza Imomova, Medizinstudentin aus Tadschikistan, erhält ein Deutschlandstipendium, das von Dr. Stefan Thürmer, HNO-Arzt aus Nürnberg, gestiftet wurde. (Bild: Georg Pöhlein)

Deutschlandsstipendium fördert talentierte Studierende

Er ist seit 36 Jahren Arzt und sie will es werden. Doch bis sie am Ziel ist, liegen noch mindestens fünf Jahre Studium vor ihr. Sein Geld wird ihr auf dem Weg dahin helfen. Vater und Tochter? Nein, es handelt sich um Dr. Stefan Thürmer, HNO-Arzt aus Nürnberg, und Shakhnoza Imomova, Medizin-Studentin aus Tadschikistan. Sie sind sich noch nie in ihrem Leben begegnet. Bis zum Dezember vergangenen Jahres. Da lernten sie sich auf der Stipendenfeier der FAU im Erlanger Redoutensaal kennen.

Der Arzt unterstützt die junge Frau über ein Deutschlandstipendium mit monatlich 150 Euro, weitere 150 Euro kommen vom Staat dazu. Seitdem stehen sie in Kontakt, ein Besuch der Praxis in Nürnberg soll bald folgen.„Das Stipendium hilft mir, mein Leben hier zu finanzieren“, sagt die 21-Jährige. Neben ihrem Studium arbeitet sie außerdem am Uni-Klinikum als studentische Hilfskraft, um Geld zu verdienen. Die Eltern in Tadschikistan können ihre Tochter nicht unterstützen.

Und auch wenn es vierzig Jahre her ist, dass Stefan Thürmer Medizinstudent war, kann er Shakhnoza Imomova gut verstehen: Er arbeitete damals als Fremdenführer, übersetzte Fachartikel ins Deutsche und absolvierte bis zu drei Nachtdienste pro Woche, damit das Geld für sich, die beiden Kinder und seine Frau reichte – rückblickend eine harte Zeit, wie er sagt. „Wahrscheinlich würde das heute gar nicht mehr so funktionieren. Darum möchte ich junge Leute unterstützen.“

Persönlicher Kontakt inklusive

Die Idee, mit dem Deutschlandstipendium einem Studierenden unter die Arme zu greifen, ist dem FAU-Absolventen durch Zufall gekommen: „Ich habe im Alumni-Newsletter der FAU davon gelesen, mich danach im Internet informiert und war angetan“, sagt er, „obwohl ich zuerst dachte, dass dafür nur Firmen gesucht werden.“

In der Tat sind es überwiegend Unternehmen, die mit dem Stipendium einerseits talentierte Studierende unterstützen und andererseits das Modell nutzen, um sich frühzeitig nach qualifiziertem Nachwuchs umzusehen. Mittlerweile finanzieren jedoch auch drei Privatpersonen ein Deutschlandstipendium. In der Regel lernen sich beide Seiten kennen. Wie intensiv der Kontakt ist – ob es bei einem Treffen bleibt oder ob ein Besuch und vielleicht sogar ein Praktikum folgen – ist Stiftern und Geförderten überlassen.

„Die Idee, dass ich den Studenten auch kennenlernen kann, finde ich sehr sympathisch“, so Thürmer. Was ihm jedoch vor allem am Herzen lag: Es sollte ein angehender Mediziner sein. Die Universität achtet bei der Auswahl der Stipendiaten bezüglich der Studienrichtungen auf die Wünsche der Stifter. Darüber hinaus spielen vor allem die Noten der Bewerber sowie Auslandsaufenthalte, ehrenamtliche Arbeit oder besondere persönliche Umstände eine Rolle. Hingegen ist es egal, ob jemand gerade erst Abitur gemacht hat oder bereits studiert.

Und wie fühlt es sich an, von einem fremden Menschen Geld zu bekommen? „Ich sehe es als Anerkennung meiner Leistungen“, erklärt Imomova und fügt hinzu: „Es motiviert mich vielmehr, denn ich will ja Dr. Thürmer nicht enttäuschen.“

Wie funktioniert das Deutschlandstipendium?

Mit dem Deutschlandstipendium werden talentierte Studierende mit 300 Euro monatlich gefördert. Der eine Teil kommt von einem Stifter – das können Unternehmen, Vereine und Stiftungen oder Privatpersonen sein – und den anderen Teil zahlt der Bund dazu. Wer in den Genuss der Förderung kommen will, braucht vor allem gute Noten. Nach der Bewerbung wählt die FAU passende Kandidaten nach den Vorgaben der Förderer aus.

Wer ab Sommer Studierende mit dem Deutschlandstipendium unterstützen will, kann sich an Martina Weber, (Tel.: 09131/85-70201, martina.weber@fau.de) wenden.

Weitere Informationen zum Stipendium:

Für Studierende: www.fau.de/studium/D-Stip
Für Stifter: www.deutschland-stipendium.fau.de

 

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