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Junge Zuwanderer entdecken den Lehrerberuf

Bild: veer.com

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Schülercampus „Mehr Migranten werden Lehrer“ heute in Nürnberg eröffnet

Sie sind in der Türkei oder in Polen geboren, in Griechenland, Albanien, Russland oder Bosnien. Heute leben sie in Bayern. Und sie verbindet vor allem eins: Sie möchten Lehrer werden. Am diesjährigen Schülercampus kommen 27 ausgewählte Oberstufenschüler mit Migrationsgeschichte in Nürnberg zusammen, um sich in einem viertägigen Intensivseminar über das Lehramtsstudium und den Lehrberuf zu informieren. Sie treffen dabei auf Lehramtsstudierende, Referendare und erfahrene Pädagogen mit Migrationshintergrund, beteiligen sich an Diskussionen, hospitieren in Schulen und besuchen die FAU. Dabei erhalten sie unter anderem Informationen über die Rahmenbedingungen und Inhalte des Lehramtsstudiums, die pädagogischen Profile der verschiedenen Schularten sowie Berufswege und Aufstiegsmöglichkeiten.

Das Programm beinhaltet zudem auch eine gezielte Beratung zur Lehrerbedarfsprognose, damit die jungen Menschen ihre Studienwahl auf der Basis umfassender Informationen bewusst treffen können.

„Lehrkräfte mit Migrationshintergrund sind eine große Bereicherung für die Schulen. Sie sind mit der Kultur, den Bräuchen und Einstellungen in Deutschland und im Herkunftsland ihrer Familien vertraut. Sie sind oft zweisprachig aufgewachsen und sie besitzen hohe interkulturelle Kompetenz. Wir wollen diese talentierten jungen Menschen dazu motivieren, den Lehrerberuf zu ergreifen und Brückenbauer an den Schulen zu werden“, betonte Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich bei der Eröffnung des fünften Schülercampus „Mehr Migranten werden Lehrer“ heute in Nürnberg. Als Vertreter der Stadt Nürnberg hieß Bernhard Jehle, Leiter des Instituts für Pädagogik und Schulpsychologie der Stadt Nürnberg (IPSN), die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Auftaktveranstaltung willkommen.

„Wir möchten junge Leute mit Migrationshintergrund für das Lehramtsstudium gewinnen, sie betreuen und beraten – nicht, weil wir glauben, dass sie die besseren Lehrer sind, sondern weil wir der festen Überzeugung sind, dass in einer pluralen Gesellschaft wie der unseren ganz selbstverständlich auch Lehrkräfte mit Migrationshintergrund an unseren Schulen unterrichten sollen“, erklärt Prof. Dr. Mechthild Habermann, Vorsitzende des Zentrums für Lehrerinnen- und Lehrerbildung an der FAU. „Das eigentliche Ziel aber ist es, diese Sonderstellung „Migrationshintergrund“ endlich zu überwinden. Die ständige Herausstellung einer Minderheit stigmatisiert letztlich nämlich ebenfalls. Deswegen müssen wir als Gesellschaft schnellstens dazu kommen, dass wir diese Frage überhaupt nicht mehr diskutieren müssen.“

Vom 14. bis 17. März 2014 können die Schülerinnen und Schülern aus Familien mit Zuwanderungsgeschichte in Nürnberg Einblicke in das Lehramtsstudium und die Chancen und Möglichkeiten des Lehrberufs gewinnen. Ziel des Schülercampus: die Zahl der Lehrkräfte mit Migrationshintergrund an Bayerns Schulen mittel- und langfristig zu erhöhen. Denn sie können an den Schulen eine Vorbildfunktion übernehmen und ihren Schülerinnen und Schülern wichtiger Ansprechpartner und eine positive Identifikationsfigur sein.

Die Leiterin des Förderbereichs Bildung und Erziehung der ZEIT-Stiftung, Dr. Tatiana Matthiesen, erklärte bei der Veranstaltung: „Der Schülercampus ‚Mehr Migranten werden Lehrer’ zeigt seine Stärken, je öfter wir ihn anbieten: Durch stetiges Informieren und Werben für das Lehramtsstudium wollen wir dazu beitragen, junge Menschen mit Zuwanderungshintergrund für den Lehrerberuf zu gewinnen, damit diese ihren Erfahrungsschatz und Blickwinkel an den Schulen verstärkt einbringen können.“

Der Schülercampus wurde 2008 von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius initiiert. In Bayern wird das Projekt in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, dem Bayerischen Netzwerk für Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte LeMi e. V., dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München (ISB), der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, dem Institut für Pädagogik und Schulpsychologie Nürnberg (IPSN) und der Giesecke & Devrient Stiftung durchgeführt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.mehr-migranten-werden-lehrer.de.

Weitere Informationen:

Dr. Birgit Hoyer
Tel.: 09131/85-22394
birgit.hoyer@fau.de

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