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Bärte für Männergesundheit

Prof. Dr. Bernd Wullich, Direktor der Urologischen Klinik. (Bild: privat)

„Movember“ fördert Erlanger Forschung zu Prostatakrebs mit 74.000 Euro

Eine haarige Angelegenheit: Tausende Männer verbannten ihren Rasierer für 30 Tage in die Schublade und ließen sich einen Bart stehen. Keine Modeerscheinung, sondern eine Aktion mit gutem Zweck, denn die Teilnehmer verfolgen das Ziel, der Gesundheit von Männern dauerhaft ein neues Gesicht zu geben. „Movember“ nennt sich die Aufklärungskampagne, bei der sich Männer im Monat November einen Schnurrbart (Englisch: Moustache) stehen lassen und Spenden sammeln. Mit dem Geld werden die Erforschung und die Prävention von Prostata- und Hodenkrebs unterstützt. Ein Teil des Betrags, den die deutschen Movember-Teilnehmer zusammentrugen, geht nun ans Universitätsklinikum Erlangen: Mit 74.000 Euro wird eine Forschungsstelle in der Urologischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Bernd Wullich) gefördert. Erlangen ist einer von bundesweit zwei Standorten, die in diesem Jahr unterstützt werden.

„Movember How-to“ – ein Video von Movember

Die Urologische Klinik mit ihrer Forschungsabteilung Molekulare Urologie untersucht neue molekulare Marker für das Prostatakarzinom. Diese Marker sollen helfen, die Diagnose Prostatakarzinom früher und klarer zu stellen bzw. auszuschließen, den Verlauf der Erkrankung besser vorherzusagen und damit Therapieentscheidungen in Zukunft zu unterstützen. Darüber hinaus arbeitet die Forschungsgruppe an der Entwicklung von neuen Therapieansätzen, wobei es darum geht, bereits bestehende Chemotherapien effektiver zu gestalten bzw. deren Nebenwirkungen spürbar zu verringern. In dem durch Movember geförderten Projekt werden Substanzen, die bereits bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden, auf ihre Nutzbarkeit für die Therapie des Prostatakarzinoms untersucht. Diese Tests erfolgen vorerst in Zellkulturen. Ziel ist es, diese Substanzen mit bereits bestehenden Chemotherapieansätzen zu kombinieren. Es soll analysiert werden, ob durch den Einsatz der Substanzen eine größere Wirksamkeit der Chemotherapeutika bei gleichzeitiger Verringerung der Nebenwirkungen möglich ist. Erst durch die großzügige Unterstützung von Movember ist es möglich, dieses Projekt zu realisieren. Dabei wird der Großteil des zur Verfügung gestellten Geldes für die Stelle eines Doktoranden eingesetzt, der in den gut ausgestatteten Laboren der Urologischen Klinik dieses Projekt zunächst für ein Jahr bearbeiten wird.

Movember – weltweites Wachstum

Seinen Anfang nahm Movember zur Jahrtausendwende in Australien. Seit 2003 wurden weltweit bereits rund 409 Millionen Euro gesammelt. Durch den 30-tägigen Verzicht auf das Rasieren im Monat November tragen die Teilnehmer ihr Statement unübersehbar im Gesicht: Sie setzen sich für die Gesundheit von Männern ein und wollen dem Thema ein neues Gesicht geben. Mit den eingeworbenen Spenden werden dementsprechend Programme unterstützt, die das Leben von Männern retten und verbessern. Die in Deutschland gesammelten Gelder werden an den Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e. V. (BPS) und die in Deutschland durchgeführten Forschungsarbeiten zur Unterstützung des Movember Global Action Plan ausgeschüttet. Die wohltätige Organisation Movember ist als Stiftung organisiert.

Deutsche Website von Movember: http://de.movember.com

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Bernd Wullich
Telefon: 09131 822-3178
bernd.wullich@uk-erlangen.de

 

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