Seiteninterne Suche

FAU aktuell

Neues Zentrum für fächerübergreifendes Forschen an der FAU eröffnet

Bild: Colourbox.de

Wissenschaftlicher Zusammenschluss zur Lösung drängender gesellschaftlicher Probleme

Digitalisierung, Klimawandel, eine überalternde Gesellschaft – Gegenwart und Zukunft bergen große Herausforderungen. Diesen zu begegnen, haben sich Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachrichtungen an der FAU zum Ziel gesetzt. Das neu gegründete Center for Management, Technology and Society (CMTS) unterstützt und koordiniert die Entwicklung praktischer Lösungen, die aus interdisziplinären Forschungsvorhaben entstehen.

Keine einfachen Antworten auf die Fragen der Zeit

Um die komplexen Fragen unserer Zeit zu beantworten, gilt es diese in Gänze zu verstehen. Dazu braucht es unterschiedliche und hochspezialisierte Disziplinen, die mit ihrer eigenen Methodik diese Fragen untersuchen. Aus der Zusammenlegung der von den Geistes-, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften erbrachten Erkenntnisse lässt sich dann eine umfassende Lösung für die Praxis entwickeln.

Das CMTS sieht sich deshalb in erster Linie als Kooperationsplattform für Forschung, Lehre und Transfer. „Die FAU als Volluniversität ist mit ihren fünf Fakultäten für solch einen fächerübergreifenden Ansatz besonders gut geeignet“, sagt Prof. Dr. Markus Beckmann, einer der Koordinatoren des CMTS. „Allerdings lebt das Zentrum von der freiwilligen Zuarbeit der Wissenschaftler. Deshalb versteht sich das Zentrum auch eher als Impuls- und Gast- denn als Taktgeber“, sagt Beckmann weiter.

Zum einen will das Zentrum so Kooperationsmöglichkeiten und -aktivitäten sichtbar machen, bündeln und Forschung vernetzen sowie aktuelle Themen identifizieren und daraus neue Vorhaben ins Leben rufen. Zum anderen will das Zentrum den akademischen Nachwuchs auf interdisziplinäres Arbeiten vorbereiten, die unterschiedlichen Fächer bei der Zusammenarbeit beraten und unterstützen sowie die gewonnenen Ergebnisse in der Öffentlichkeit verstärkt verbreiten.

Damit sich die FAU-Forscher besser über ihre Ergebnisse austauschen und zusammenfinden können, bietet das CMTS themenspezifische Vorträge, Workshops und Meetings an. Zudem gibt das Zentrum Unterstützung für gemeinsame, themenorientierte Forschungsvorhaben und -anträge. Neben dem freien und offenen Austausch rückt das CMTS Themen mit besonderem interdisziplinärem Kooperationspotential in den Fokus. Zu diesen sollen dann fächerübergreifende Lehrangebote, Forschungsaustausche über die Fakultäten hinweg und Dialoge mit der Praxis und Gründungsinteressierten erfolgen.

Wir haben mit Prof. Dr. Markus Beckmann, Lehrstuhlinhaber für Corporate Sustainability Management über das CMTS gesprochen:

Wie kam es zum Zusammenschluss im CMTS?

Sich über die engen Fächergrenzen auszutauschen und an konkreten Problemen die verschiedenen Disziplinen zusammenzubringen, hat an der FAU eine lange und gute Tradition. Derartige Projekte gibt es an ganz vielen Stellen an der FAU. Bisher fehlte aber ein zentraler Ort, der diese Formen der Zusammenarbeit sichtbar macht, bündelt und begleitet. Im Zuge der Diskussion über mögliche Perspektiven auf AEG kamen Kolleginnen und Kollegen aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, aus der Philosophischen Fakultät und aus der Technischen Fakultät auf die Idee einen solchen Ort zu schaffen, und zwar sowohl virtuell als offenen und bunten Kooperationsverbund als auch ganz konkret vor Ort mit eigenen Veranstaltungen und Räumen.

Bisher nehmen vornehmlich Technische Fächer, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften sowie Theologie und Philosophische Fakultät teil – Können auch noch weitere Fachbereiche hinzustoßen? Und wenn ja, gibt es ein Fach, welches Sie sich noch wünschen?

Na klar, weitere Fachbereiche sind herzlich eingeladen! Genau darum geht es ja beim CMTS: produktive Grenzüberschreitungen zur Gewohnheit zu machen, um gemeinsam spannendes Neuland zu betreten. Ganz persönlich freue ich mich darüber, dass sich aktuell bereits erste Projekte anbahnen, in denen auch die Naturwissenschaften vertreten sein werden. Als Professor für Nachhaltigkeitsmanagement weiß ich, dass an der Schnittstelle zwischen Technik, Management und Gesellschaft immer auch Fragen der Ökologie eine Rolle spielen –Stichwort Klimawandel, Emissionen oder Artenvielfalt. Und für primär soziale Herausforderungen wie den demographischen Wandeln eröffnet natürlich die Zusammenarbeit mit der Medizin ein extrem wichtiges Potential.

Warum ist speziell ein Theologe dabei?

Gute Frage! Auf den ersten Blick mag es in der Tat überraschen, dass in einem solchen Wissenschaftszentrum die Theologen eine prominente Rolle spielen. Auf den zweiten Blick passt das jedoch sehr gut. Interdisziplinarität klingt zunächst harmlos, hat es dann aber in sich. Schließlich geht es darum, die Welt durch verschiedene Brillen zu betrachten und damit auch ganz unterschiedliche Zugänge zur Realität aushalten zu können. Die Theologen bringen hierzu eine lange Tradition ein – und beschäftigen sich natürlich ihrerseits gleichermaßen mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen, beispielsweise im Deutschen Ethikrat, in dem das CMTS durch eines seiner Mitglieder prominent vertreten ist.

Weitere Informationen:

www.cmts.fau.de

Prof. Dr. Markus Beckmann
Tel.: 0911/5302-651
markus.beckmann@fau.de

Imagefilm der Friedrich-Alexander Universität

Vorsprung durch Vernetzung - Der Imagefilm der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Neue Völkerwanderung in Europa?

Europa erlebt eine neue Völkerwanderung. Oder doch nicht?

Das fränkische Schichtstufenland

Das fränkische Schichtstufenland – Alte Kontroversen und neue Vorstellungen