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FAU aktuell

Auf dem Weg zur energieautarken Fabrik

Dr. Sven Kreitlein (FAPS Geschäftsführer Green Factory), Dr. Silvia Kuttruff (Wirtschaftsreferat Stadt Nürnberg). Prof. Jörg Franke (FAPS Lt. Lehrstuhl) (Bild: Lehrstuhl FAPS)

Freistaat fördert Forschungsverbund Green Factory Bavaria für weitere zwei Jahre mit Millionenbetrag

Wie können Maschinen, Prozesse und ganze Fabriken energiesparender gestaltet werden? Welche Transportlösungen etwa sind flexibler und energieeffizienter als ein Fließband? Wie lassen sich elektronische Bauteile aus Kupfer möglichst ressourcenschonend verbinden? Diesen und anderen Fragestellungen widmeten sich 28 Forschungsprojekte des Verbunds Green Factory Bavaria, in denen seit 2013 verschiedene Hochschulen und Forschungseinrichtungen unter der Leitung der FAU kooperieren. Zunächst war das Projekt bis Ende 2016 geplant – doch nun soll die Forschung in der Green Factory Bavaria weitergehen: Am Rande des  Green Factory Bavaria Kolloquiums konnten die Verantwortlichen für den Forschungsverbund um Prof. Dr. Jörg Franke vom Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik an der FAU, eine Bewilligung von weiteren vier Millionen Euro Forschungsgeldern verkünden: Der Freistaat Bayern fördert das interdisziplinäre Forschungsprojekts für energiesparende Produktionstechnologien zunächst bis Ende 2018 weiter, um auf Basis der bisherigen Arbeit konkrete Lösungsansätze zu erarbeiten.

Dabei soll ein neues Konzept die Verzahnung der Forschungseinrichtungen mit der Anwendung noch stärker voranbringen: Die geplanten 18 neuen Forschungsprojekte werden thematisch drei neu eingerichteten so genannten „Leuchttürmen“ zugeordnet. Einer davon soll bei Bosch in Nürnberg angesiedelt sein, ein weiterer bei Siemens in Amberg. Die zwei Industrieunternehmen haben sich bereit erklärt, ihre Produktionsstätten als sogenannten Energieeffizienz-Leuchtturmstandort zur Verfügung zu stellen, um dort die gebündelten Erkenntnisse aus den einzelnen Projekten direkt umzusetzen und diese Einrichtungen als Demonstrationsplattformen für weitere Aktivitäten des Wissenstransfers zu nutzen.

Während die beiden industrieorientierten Leuchttürme an die Unternehmen selbst angedockt sind, ist der eigentliche Forschungsleuchtturm nach wie vor auf AEG beheimatet.

Konkret wollen die Forscherinnen und Forscher in den kommenden zwei Jahren tragfähige Konzepte in der energieeffizienten Prozesstechnik erforschen und implementieren. So geht es zum Beispiel um Themen  wie die abwasserfreie Fabrik, die CO2-neutrale Produktion von Elektronikbauteilen oder den ressourceneffizienten Einsatz neuer 3D-Drucktechnologien.

In der Green Factory Bavaria arbeiten neben der FAU die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, die Hochschulen in Ansbach, Coburg, Hof, Triesdorf, Würzburg/Schweinfurt und Amberg/Weiden, die Technische Universität München sowie die Fraunhofer-Institute in Augsburg und Bayreuth zusammen.

Dr. Michael Fraas, Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg, sieht in der Weiterförderung des zukunftsweisenden Projekts eine weitere Stärkung des Energieforschungsstandorts Franken: „Ressourcen- und energieeffiziente Herstellungsverfahren sind ein wichtiger Wettbewerbsfaktor für die Unternehmen. Im Rahmen der Nürnberger Industriepolitik unterstützen wir Schlüsselinitiativen wie den Forschungsverbund Green Factory Bavaria und bieten auch selbst aktiv Unterstützungsangebote für Nürnberger Unternehmen an, z.B. regelmäßige kostenfreie Ressourcen- und Energieeffizienzinitialberatungen. Mit den starken Industriepartnern Siemens und Bosch geht die Green Factory Bavaria mit Rückenwind in die Verlängerung.“

Projektleiter Prof. Dr. Jörg Franke verspricht sich für die kommenden zwei Jahre wegweisende Erkenntnisse für die Herausforderungen einer Industrie 4.0: „Durch die enge Vernetzung mit den Vorzeigewerken Bosch Nürnberg und SIEMENS Amberg gehen wir nicht nur gemeinsamen einen großen Schritt in das digitale Zeitalter der Produktion, sondern leisten auch einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende, in dem wir Kernkompetenzen, Systemintegration, regionale Sichtbarkeit und die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft verbinden.“

Weitere Informationen:

Dr. Sven Kreitlein
Tel.: 0911/5302-9069
sven.kreitlein@faps.fau.de

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