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Alte Zeichnungen, neu untersucht

Gabriel Weyer (1576-1632): Der Prophet Elias wird von einem Engel gespeist. Feder in schwarzer Tinte, Nürnberg, 1624. (Bild: FAU)

Ernst von Siemens-Kunststiftung unterstützt Neukatalogisierung der Graphischen Sammlung der FAU

In Kunstkreisen genießt die Graphische Sammlung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg weltweit hohes Ansehen. Sie ist geschlossen aus dem 18. Jahrhundert überliefert, ihre Bestände an Zeichnungen alter Meister sind epochenweise einzigartig. Dank einer Spende der Ernst von Siemens-Kunststiftung kann die wissenschaftliche Neubearbeitung und Restaurierung der Sammlung abgeschlossen werden.

Was im Jahr 2005 begann, kann nun also vollständig beendet werden: Die FAU-Kunsthistoriker um Prof. Dr. Hans Dickel können alle rund 1.800 Zeichnungen aus dem 14. bis 17. Jahrhundert, die in der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg gehütet werden, aufarbeiten. Die Zeichnungen werden wissenschaftlich inventarisiert, restauriert und in neue Passepartouts gesetzt und mit neuen Forschungsergebnissen in Katalogen veröffentlicht. Der letzte Projektteil dieser wissenschaftlichen Neubearbeitung der Graphischen Sammlung umfasst 800 Zeichnungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. In den kommenden vier Jahren geht es darum, sie zu erfassen, Zuschreibungen an Künstlerpersönlichkeiten vorzunehmen und die jeweilige Thematik zu erkennen.

Zeichnung

Johann Rottenhammer (1564-1625): Diana mit ihren Frauen, von Aktäon beim Bade überrascht.
Feder in schwarzbrauner Tinte, grau und braun laviert, weiß gehöht, um 1615. (Bild: FAU)

Möglich wurden die wissenschaftliche Neubearbeitung und die Restaurierung, deren Kosten sich auf etwa 765.000 Euro belaufen, dank der Unterstützung verschiedener Stiftungen. Die Ernst von Siemens-Kunststiftung hat fast die Hälfte der insgesamt eingeworbenen Drittmittel in Höhe von 700.000 Euro beigesteuert. Zahlreiche weitere Stiftungen aus der Region, bundesweit und international, darunter der Universitätsbund Erlangen-Nürnberg und die Getty Foundation (Los Angeles), unterstützen das Projekt ebenfalls. Darüber hinaus fördern die FAU und die Universitätsbibliothek die Aufarbeitung mit eigenen Mitteln.

Für die rund 1000 älteren Zeichnungen ist der aktuelle Forschungsstand bereits in den drei Bänden „Zeichnen vor Dürer: die Zeichnungen des 14. und 15. Jahrhunderts (2009)“, „Zeichnen seit Dürer: die süddeutschen und schweizerischen Zeichnungen der Renaissance“ (2014) und „Zeichnen in Cranachs Werkstatt: die sächsischen Zeichnungen der Renaissance“ (2018) dokumentiert. Die 800 Arbeiten aus dem 16. und 17. Jahrhundert werden in zwei weiteren hochwertigen Bänden veröffentlicht.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Hans Dickel
Tel.: 09131/85-29234
hans.dickel@fau.de

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