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Über Rechenschieber, Formelschablonen und Fränkische Wörterbücher

Gruppenbild mit Wissenschaftlern: In den Händen halten Sie ihre Urkunden.
25 Jahre an der Uni ist eine lange Zeit. Deswegen ehrte die FAU ihre wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer Urkunde. (Bild: FAU/Rebecca Kleine Möllhoff)

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berichten von ihren Erlebnissen

Früher noch Rechenschieber und Formelschablonen verwendet oder sich über die ersten Nachrichten aus dem Internet gefreut und heute auf der Suche nach neuen Dialekten oder Theorien über Raum und Zeit. Was sich in 25 Jahren Uni alles verändert und wie der Arbeitsalltag von Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern heute aussieht, berichten Dr. Almut König, Prof. Dr. Klaus Mecke, Dr. Carlos Dücker-Benfer, Prof. Dr. Rudolf Kammerl und Dr. Arif Ekici, die dieses Jahr ihr 25-jähriges Dienstjubiläum feiern.

Portraitbild mit Mitarbeiterin (links) und Uni-Präsident: Stolz präsentiert sie ihre Urkunde

Stolz präsentiert Dr. Almut König vom Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft ihre Urkunde. (Bild: FAU/Rebecca Kleine Möllhoff)

Dr. Almut König vom Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft

Dr. Almut König feiert dieses Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum im öffentlichen Dienst. Sie ist von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften an die FAU entsendet und arbeitet seit Oktober 2015 an der Forschungsstelle „Fränkisches Wörterbuch“ des Lehrstuhls für Germanistische Sprachwissenschaft. Als wissenschaftliche Redaktorin erforscht sie die Dialekte in Franken. „Das Paradebeispiel für lexikalische Variation in Franken ist die Kartoffel, die zum Beispiel im Raum Nürnberg, Fürth und Erlangen Potake – ausgesprochen Bodaggn – heißt und von Kartoffel über Erdapfel, Erdbirne oder Grundbirne viele verschiedene Bezeichnungen hat“, erklärt die Expertin. Einen Lieblingsdialekt hat die Mitarbeiterin nicht, dafür aber einige Lieblingswörter: „Mir gefallen vor allem Interjektionen, also Ausrufewörter wie Allmächt!, Jesses! oder Mein Lebtag! Sie machen die Rede so lebendig“, erzählt sie. „Für die Markttage des Wissens haben wir das Dialektquiz „Sprechen Sie Fränkisch“ vorbereitet, bei dem die Leute die Bedeutung typischer regionaler Wörter erraten mussten. Sogar Prof. Dr. Joachim Hornegger hat mitgemacht und auch fast alles richtig gehabt“, erinnert sich Almut König zurück. Übrigens: Wer sein Fränkisch testen möchte, findet in der Reihe „Momentla“ viele Begriffe und die passenden Erklärungen dazu.

Bild von Professor wie er an einem Tisch sitzt und zu einem Publikum spricht. Im Hintergrund: eine beschriebene Tafel

Bereits seit sieben Jahren forscht Prof. Dr. Klaus Mecke an einer Raum- und Zeit-Theorie. (Bild: David Hartfiel)

Prof. Dr. Klaus Mecke vom Lehrstuhl für Theoretische Physik

Prof. Dr. Klaus Mecke arbeitet seit 2005 am Lehrstuhl für Theoretische Physik und feierte dieses Jahr ebenfalls sein 25-jähriges Jubiläum. Wenn er nicht gerade Studierende betreut, Gremiensitzungen besucht oder den Wissenschaftsbetrieb verwaltet, forscht er – nun bereits seit sieben Jahren – an einer Theorie über Raum, Zeit und Materie, die die Gesetze der Relativitätstheorie mit der Quantentheorie verbindet. „Die schönsten Momente in meiner Arbeit habe ich immer dann, wenn ein Gedanke aufblitzt, der verspricht, ein Problem zu lösen“, erzählt Professor Mecke. Kommt ihm dann ein zündender Einfall, greift er nach Papier und Bleistift – zwei Arbeitsutensilien, auf die der Professor neben seinem Laptop nicht verzichten könnte – und notiert sich seine Idee. „Der Computer und das Internet haben meine Arbeit sehr erleichtert, da altes Wissen sofort nachlesbar geworden ist“, schildert er. „Als Student musste ich eine Formelschablone verwenden, um ein Summenzeichen akkurat auf ein Papier zu bringen. Als ich promovierte, hatten wir am Lehrstuhl nur einen einzigen Computer, für dessen Benutzung man sich in eine Liste eintragen musste und als ich 1994 als Postdoktorand in den USA war, habe ich das erste Mal Nachrichten im Internet lesen können“, berichtet der Professor von früher. Von der FAU wünscht er sich, dass diese den Mut aufbringt, bestehende Strukturen zu verändern, um Freiräume zu schaffen. „So kann sich die Kreativität der vielen Beschäftigten besser entfalten“, meint Prof. Mecke.

Professor im schwarzen Umhang und mit Kappe und Brille als Zauberer verkleidet. Vor ihm Reagenzgläßer und chemische Substanzen: Das Scheinwerferlicht ist auf ihn gerichtet.

Für die Zaubervorlesung hat sich Dr. Carlos Dücker-Benfer auch regelmäßig in Schale geworfen und als Zauberer das Publikum mit Experimenten begeistert. (Bild: Marion Wolf)

Dr. Carlos Dücker-Benfer vom Sachgebiet Arbeitssicherheit

Dr. Carlos Dücker-Benfer arbeitet seit Oktober 2016 im Sachgebiet Arbeitssicherheit, wo er seine Kolleginnen und Kollegen zum Thema Sicherheit am Arbeitsplatz berät. „Ursprünglich habe ich am Lehrstuhl für Anorganische und Metallorganische Chemie gearbeitet“, berichtet der Mitarbeiter. Denn an die FAU ist er bereits 1994 gemeinsam mit seinem Doktorvater Prof. Dr. Rudi van Eldik gekommen. „Ich war damals Teil seiner Arbeitsgruppe. Als er seinen Ruf nach Erlangen erhalten hat, bin ich ihm gefolgt“, sagt er. Deswegen hält der Mitarbeiter aus dem Sachgebiet Arbeitssicherheit auch heute noch Vorlesungen in der Chemie zum Thema „Einführung in die Toxikologie“ oder „Rechtskunde für Naturwissenschaftler“. „An die Zaubervorlesung, die es bis 2010 noch gab, erinnere ich mich immer gerne zurück. Es hat Spaß gemacht, sich mit den Kollegen neue Attraktionen und Experimente auszudenken, um das Publikum zu überraschen“, erzählt er. „Sich niemals zu ernst oder zu wichtig nehmen. Dann macht die Arbeit auch nach 25 Jahren noch Spaß“, rät Carlos Dücker-Benfer. „Und wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter realisieren, dass wir alle ähnliche Ziele haben, könnte die Zusammenarbeit manchmal auch leichter sein“, verspricht er.

Portraitbild des Professors: Im Hintergrund ein weißes Board auf dem etwas zum Thema "digitales Lernen" geschrieben steht.

Der Computer ist für Prof. Dr. Rudolf Kammerl, der das E-Learning-Zentrum der FAU leitet, nicht mehr weg zu denken (Bild: FAU/Georg Pöhlein)

Prof. Dr. Rudolf Kammerl vom Lehrstuhl für Pädagogik mit Schwerpunkt Medienpädagogik

Auch Prof. Dr. Rudolf Kammerl feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Jubiläum im Öffentlichen Dienst. Er ist seit 2016 Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogik mit Schwerpunkt Medienpädagogik und Leiter des Instituts für Lern-Innovation – das E-Learning-Zentrum der FAU. Wenn er nicht gerade Video-Konferenzen hält oder Besprechungen vorbereitet, arbeitet er an Publikationen rund um das Thema digitale Medien. Sein wichtigstes Arbeitswerkzeug? Natürlich der Computer. „Schon seit über 20 Jahren forsche ich, welche Bedeutung digitale Medien für die Sozialisation und Bildung haben. Gerade in den letzten Jahren wird auch gesellschaftlich die Relevanz des Themenbereichs immer stärker gesehen“, erklärt Prof. Kammerl. Sein Tipp, wie die Arbeit auch nach 25 Jahren noch Spaß macht: „Sich auch über Kleinigkeiten freuen und die gute Laune mit anderen teilen.“ Außerdem sagt er: „Vertrauen in die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist das Saatgut, aus dem die Zukunft wächst“

Wissenschaftler steht im weißen Doktorkittel vor einem Computer: Mit einer Zange hält er kleine Aufbewahrungsbehälter.

Am Lehrstuhl für Humangenetik arbeitet Dr. Arif Ekici unter anderem mit Blut- und DNA-Proben. (Bild: FAU/Lehrstuhl für Humangenetik)

Dr. Arif Ekici vom Lehrstuhl für Humangenetik

Dr. Arif Ekici arbeitet seit Februar 1994 am Lehrstuhl für Humangenetik, wo er das Labor der Core Unit „Next Generation-Sequencing“ der Medizinischen Fakultät leitet, regelmäßig Projekt- und Laborbesprechungen mit Kooperationspartnern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchführt oder Ergebnisse von genomweiten Analysen auswertet. „Viel Arbeit erfordert auch die Biobank, in der wir große Mengen Blut- und DNA-Proben verarbeiten und bereitstellen“, erklärt der Mitarbeiter. Gleichgeblieben ist in seinen letzten 25 Jahren Forschung nur eines – die stetige Veränderung. Dabei ist ihm ein Moment besonders gut im Gedächtnis geblieben: „Als ich auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Humangenetik in Amsterdam war, hat mir eine Editorin der renommierten Fachzeitschrift „Nature Genetics“ nach meinem Vortrag ihre Visitenkarte in die Hand gedrückt und mir eine Veröffentlichung in ihrer Zeitschrift angeboten“, erinnert er sich stolz zurück. Mit seiner Neugier bewahrt sich der Wissenschaftler den Spaß an der Arbeit: „Es ist wichtig, sich auch mit Experten aus anderen Forschungsfeldern auszutauschen“, rät Arif Ekici. „Außerdem sollte die FAU weiter mit wenig Bürokratie und viel Pragmatismus an ihrer internationalen Sichtbarkeit arbeiten.“


Gruppenbild mit Professoren, die ihre Urkunde in den Händen halten

Auch bei ihren Professorinnen und Professoren bedankte sich die FAU mit einer Urkunde zum 25-jährigen Dienstjubiläum. (Bild: FAU/Rebecca Kleine Möllhoff)

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