Online-Programm „Make It“ unterstützt Krebskranke

Gruppenfoto bei Spendenübergabe
V. r.: Caterina Schug (wissenschaftliche Mitarbeiterin der Psychosomatik/Studienleiterin), Martina Madl (Psychoonkologin) und Prof. Dr. (TR) Yesim Erim (Leiterin der Psychosomatik) nahmen den Spendenscheck entgegen von Thomas Pickel (Schatzmeister des Vereins zur Förderung des Tumorzentrums Erlangen-Nürnberg), Dr. Elke Beyer-Finkler (stellvertretende Vorsitzende des Vereins), Christa Matschl (MdL a. D., Erste Vorsitzende des Vereins) und Karin Jäger (Mitglied im Vorstand des Vereins). (Foto: Franziska Männel/Uni-Klinikum Erlangen)

Psychoonkologische Studie der Erlanger Psychosomatik gestartet – Verein zur Förderung des Tumorzentrums Erlangen-Nürnberg spendete 9.600 Euro

Neben körperlichen Beschwerden ist es vor allem die Psyche, die Krebspatientinnen und -patienten zu schaffen macht: Die Sorge um das eigene Leben, aber auch um die Zukunft von Familie und Freunden kann Betroffene in eine tiefe Krise stürzen. Eine psychoonkologische Betreuung ist deshalb für Patientinnen und Patienten mit Krebs essenziell.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Psychosomatischen und Psychotherapeutischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen untersuchen jetzt in einer neuen psychoonkologischen Studie, inwiefern das Online-Training „Make It“ Betroffene bei der Krankheitsbewältigung unterstützt. Die Erlanger Wissenschaftler arbeiten dafür mit Kolleginnen und Kollegen der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LVR-Klinikums Essen und mit Forscherinnen und Forschern der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Uni-Klinikums Tübingen zusammen. Der Verein zur Förderung des Tumorzentrums Erlangen-Nürnberg hat die Studie jetzt mit 9.600 Euro gefördert.

„Wir wissen, dass sich viele Krebspatienten mehr Unterstützung im Umgang mit ihrer Krankheit wünschen“, sagte Prof. Dr. (TR) Yesim Erim, Leiterin der Psychosomatik des Uni-Klinikums Erlangen. „Bei uns im Haus gibt es dafür einen Psychoonkologischen Dienst, der alle Betroffenen vor Ort betreut, wenn sie das wünschen. Im persönlichen Gespräch können Erkrankte ihre Sorgen ansprechen und gemeinsam mit unseren Psychoonkologinnen Kraftquellen finden und Lösungen entwickeln. Es kann sehr befreiend sein, mit jemandem über alles zu reden, den die Krankheit persönlich nicht betrifft. Das Gefühl, sich selbst etwas Gutes zu tun, gibt vielen Betroffenen wieder neue Kraft“, erklärte Prof. Erim.

Doch nicht alle Patientinnen und Patienten haben Zugriff auf einen Psychoonkologischen Dienst. „Vor allem auf dem Land ist es für Betroffene oft sehr schwierig, in Kontakt mit Psychologen oder Krebsberatungsstellen zu kommen“, so Yesim Erim. Eine Lösung bietet jetzt das Online-Training „Make It“ (mindfulness and skill based distress reduction training in oncology = Stressreduktionsprogramm, das auf Achtsamkeit und Bewältigung basiert), das Psychoonkologinnen und -onkologen sowie Onkologinnen und Onkologen gemeinsam entwickelt haben.

Achtsamkeit und Bewältigung

„Make It“ umfasst acht Sitzungen. Sie bieten detaillierte Informationen zu den Themenbereichen Gefühle, Kraftquellen, Stressmanagement, Selbstzuwendung und Achtsamkeit. Die Sitzungen bringen Patientinnen und Patienten Bewältigungsstrategien nahe – sogenannte Skills. Außerdem enthält jede Einheit eine konkrete Achtsamkeitsübung. Die Sitzungen dauern je 20 bis 30 Minuten; alle zwei Wochen wird eine neue Einheit freigeschaltet.

Patientinnen und Patienten können sich unter auf der Webseite über das Online-Programm informieren und sich per E-Mail an caterina.schug@uk-erlangen.de jetzt schon dafür anmelden. Das Training kann dann am Tablet, Smartphone oder am PC kostenlos durchgeführt werden.

„Mithilfe von Videos, Audiodateien und Übungen erlernen die Patienten Fertigkeiten und Strategien, die ihnen helfen, besser mit ihrer Krebserkrankung umzugehen“, erklärte Prof. Erim. „Nach dem Training bitten wir alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, uns mitzuteilen, wie zufrieden sie mit dem Programm waren und wie hilfreich sie es fanden. Die Antworten vergleichen wir dann mit dem Empfinden vor dem Start des Programms. So wird unsere Studie zeigen, ob und wie stark Betroffene tatsächlich von dem Online-Training profitiert haben.“ Anhand der Studienergebnisse will das Team um Prof. Erim „Make It“ optimieren und es deutschlandweit so vielen Krebspatienten wie möglich zur Verfügung stellen.

Förderung in Höhe von 9.600 Euro

Um das Online-Programm wissenschaftlich evaluieren zu können, erhielt das Team um Prof. Erim jetzt eine Spende in Höhe von 9.600 Euro vom Verein zur Förderung des Tumorzentrums Erlangen-Nürnberg. Den Spendenscheck übergaben Christa Matschl (MdL a. D., Erste Vorsitzende des Vereins), Dr. Elke Beyer-Finkler (stellvertretende Vorsitzende des Vereins), Karin Jäger (Mitglied im Vorstand des Vereins) sowie Thomas Pickel (Schatzmeister des Vereins). „Ziel unserer Spende ist es, vor allem Krebspatientinnen und -patienten hier in der Region zu unterstützen – und das möglichst konkret und unmittelbar. Das ‚Make-It‘-Training erfüllt diesen Anspruch. Und natürlich freuen wir uns umso mehr, wenn das Online-Programm auch Betroffene außerhalb Frankens erreicht“, erklärte Christa Matschl bei der Spendenübergabe.

„Wir freuen uns, wenn möglichst viele Krebspatienten bei unserer Studie mitmachen und ‚Make It‘ ausprobieren“, betonte Prof. Erim. Teilnehmen können Krebskranke ab 18 Jahren, die gute Deutschkenntnisse besitzen.

Weitere Informationen

Informationen gibt es auf der Webseite des Programms.

Caterina Schug
Tel.: 09131/85-45929
caterina.schug@uk-erlangen.de