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Sechste Humboldt-Professur für die FAU

Porträt Kristian Franze vor FAU-Roll-Up
Dr. Kristian Franze. (Bild: FAU/Boris Mijat)

Dr. Kristian Franze von der Universität Cambridge für höchstdotierten internationalen Forschungspreis Deutschlands ausgewählt

Auf den letzten Metern des Jahres 2019 kann die FAU einen weiteren Erfolg verbuchen: Zum dritten Mal in Folge und zum insgesamt sechsten Mal ist eine von ihr vorgeschlagene Forschungspersönlichkeit von der Alexander-von-Humboldt-Stiftung für eine Humboldt-Professur ausgewählt worden – dem höchstdotierten internationalen Forschungspreis hierzulande: Dr. Kristian Franze erhält für seine Forschung zur physikalischen Biologie fünf Millionen Euro.

Von den Augen über das Gehirn bis hin zu den Zehen: Nervenzellen durchziehen unseren Körper. Sie entscheiden darüber, wie wir die Welt wahrnehmen und steuern unsere Reaktionen. Doch woher wissen Nervenzellen, wohin sie wachsen, und mit welchen Zellen sie sich verbinden sollen? Und was kann die Funktion dieser Nervenzellen beeinflussen oder stören – und so im schlimmsten Fall zu Krankheiten führen? Das untersucht Kristian Franze mit bahnbrechenden Erfolgen. Er konnte zeigen, dass nicht nur, wie lange bekannt, chemische Signale, sondern auch mechanische Kräfte Nervenzellen entscheidend beeinflussen. So spielt die Steifheit des Gewebes eine wichtige Rolle für die Funktion von Nerven und ihre Entwicklung und kann sich zudem nach Verletzungen ändern. Ein besseres Verständnis dieser Prozesse könnte helfen, Nervenzellwachstum durch bereits zerstörtes Gewebe anzuregen und so vielleicht eines Tages dazu beitragen, Querschnittslähmungen zu behandeln.

Kristian Franze ist einer der führenden Wissenschaftler, der die Bedeutung der Mechanik für das Nervensystem untersucht und dieses wachsende Forschungsfeld entscheidend geprägt hat. An der FAU soll er nun Konzepte aus der Physik in die medizinische Forschung einbringen. So soll ein weltweit einzigartiges Zentrum entstehen, das beide Forschungsbereiche interdisziplinär verbindet. Franze wird als Humboldt-Professor Direktor des Instituts für Medizinische Physik und Mikrogewebetechnik an der FAU. Gleichzeitig wird er dem Leitungsgremium am Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin angehören, das die FAU gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts und dem Universitätsklinikum Erlangen gegründet hat. (Zum Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin gibt es eine ausführliche Pressemeldung.)

Über den Preisträger

Der in Deutschland geborene Dr. Kristian Franze ist seit 2017 als Reader an der Universität Cambridge im Vereinigten Königreich tätig. Nach seinem abgeschlossenen Studium der Tiermedizin an der Universität Leipzig, wo er 2007 im Fachbereich Physik promoviert wurde, ging er mit einem Feodor Lynen-Forschungsstipendium der Humboldt-Stiftung als Postdoc an die Universität Cambridge. Im Anschluss arbeitete er an der Universität Leipzig, bevor er seine akademische Laufbahn 2011 als Lecturer in Cambridge fortsetzte. Für seine Forschung wurde er mehrfach international ausgezeichnet, unter anderem 2018 mit einem ERC Consolidator Grant.

Über die Auszeichnung

Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung zeichnet mit der Professur weltweit führende und im Ausland tätige Forscherinnen und Forscher aller Disziplinen aus. Die Alexander-von-Humboldt-Professur soll es deutschen Hochschulen ermöglichen, Spitzenkräfte nach Deutschland zu holen und ihnen eine langfristige Perspektive für die Arbeit in Deutschland zu bieten. Die aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanzierte Professur ist mit bis zu fünf Millionen Euro über fünf Jahre dotiert. Weitere Informationen zur Humboldt-Professur gibt es auf deren Webseite.

Weitere Informationen:

Pressestelle der FAU
Tel.: 09131/85-70229
presse@fau.de

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