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Ein Blick hinter die Kulissen

(Bild:FAU/Boris Mijat)

Das Experimentiertheater.

Seit 50 Jahren gilt das Experimentiertheater der FAU als Ort, an dem alles möglich ist. Dabei versetzen die besonderen Räumlichkeiten und die moderne technische Ausstattung Theaterbegeisterte regelrecht in Staunen.

Einstige Rumpelkammer

Elegante Sitzhocker, auf denen sich bunte Gewänder türmen. Wild über den Boden verstreute Pumps und große Spiegel, vor denen sich Frauen einen glitzernden Lidstrich ziehen und Männer ihren angeklebten Schnurbart zurechtzupfen. Diese Assoziationen schießen durch den Kopf, betritt man die Garderobe des Experimentiertheaters – das übrigens auch Ex genannt wird. Dass die Garderobe mal eine alte Rumpelkammer war, ist kaum vorstellbar. Inzwischen ist sie mit weißem Mobiliar, großen Spiegeln und einer Küchenzeile ausgestattet. „Im Zuge von Umbauarbeiten haben wir das Ex komplett modernisiert“, erzählt Gerd Budschigk, der seit 2006 als technischer Leiter am Theater arbeitet und jeden Winkel kennt. „Die Studierenden können sich hier nun für ihre Auftritte fertigmachen und die Garderobe als Aufenthaltsraum nutzen“, ergänzt er.

Das Plakat der ersten Vorstellung aus dem Jahr 1970 hängt immer noch. (Bild:FAU/Boris Mijat)

Ein Stück Geschichte erhalten

Bevor die Show beginnt, sammeln sich alle in dem schmalen Gang, der Bühne und Garderobe miteinander verbindet. Hier scheint die Vergangenheit besonders präsent zu sein: Ein antikes mit Staub bedecktes Klavier und Wände, die mit verblichenen Plakaten zugekleistert sind. „Diesen Bereich haben wir in seinem alten Zustand belassen, um die Geschichte des Theaters zu erhalten“, erklärt Budschigk. Bei den Plakaten handelt es sich nämlich um die Originaldrucke aus den 70er und 80er Jahren. Wie auf einer Zeitleiste zeigen sie einige der Theaterstücke, die im Ex bis 1985 aufgeführt wurden. Auch das Plakat vom Tag der Eröffnung des Theaters hängt noch. „Hoppla, wir leben“ hieß das Stück, mit dem das Ex am 25. Februar 1970 offiziell seine Pforten öffnete.

Vielfältige Bühnentricks

Ein Blick in die Sitzränge des Ex. Sie lassen sich leicht je nach Bedarf umbauen. (Bild:FAU/Boris Mijat)

Auf der 15 x 17 Meter großen Bühne können sich die Studierenden der Theater- und Medienwissenschaft austoben, neue Ideen ausprobieren und eigene Stücke inszenieren. Auch für Seminare und Gastspiele wird der Ort genutzt. „Das Ex ist ein Einraumtheater“, sagt Gerd Budschigk. „Da Bühnen- und Zuschauerraum nicht voneinander getrennt sind, kann die gesamte Fläche beliebig umgestaltet und für Anlässe jeder Art genutzt werden“, erklärt er weiter. Zum Beispiel eignet sich das Ex neben Theateraufführungen auch für experimentelle Performancekunst oder Fernsehproduktionen. Die Bühne lässt sich durch schwarze wallende Samtvorhänge verkleinern oder sogar in ein Labyrinth verwandeln. Der Boden ist teils mit quadratischen Plattenelementen versehen, die sich entfernen lassen und einen Zugang zur Unterbühne schaffen – ideal für Bühnentricks, bei denen Menschen aus dem Nichts verschwinden und wieder emporsteigen.

Mit dem neusten Mischpult werden die Scheinwerfer gesteuert. (Bild:FAU/Boris Mijat)

Tanzende Laserpunkte und Dolby Surround

Ein Blick zur Decke lässt erahnen, in welchem Licht der Raum erstrahlen kann: 210 Scheinwerfer setzen das Theater in Szene. Über ein High-Tech-Mischpult werden die Bodenscheinwerfer, UV-Leuchten und Fluter vom Technikraum aus gesteuert. „Dieses Modell haben wir erst seit 2019. Es ist momentan das Beste auf dem Markt“, berichtet Gerd Budschigk. Über Touchscreen-Monitore und Regler werden Scheinwerfer bedient und gesteuert. Neben den typische Lichtspots, die auf Darstellerinnen und Darsteller gerichtet sind, können auch Spezialeffekte eingestellt werden – sei dies nun Disco-Feeling durch Schwarzlicht oder eine Lichtershow mit tanzenden Laserpunkten. Auch für den richtigen Klang ist gesorgt: Mit der modernen Tonanlage, den Dolby Surround-Lautsprechern sowie den vielfältigen Beschallungsmöglichkeiten ist das Ex sogar für Musicals oder Filmvorführungen auf Kino-Niveau gewappnet. Im Experimentiertheater ist schließlich alles möglich.


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FAU-Magazin alexander Nr. 113

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