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FAU gewinnt Preis für energiesparende KI-Chips

Hauptplatine im Computer mit Leiterbahnen zum Prozessor
Bild: Colourbox

Bundesforschungsministerin zeichnet FAU-Forscher aus

Welcher Chip schafft es, in EKG-Daten Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern mit mindestens 90 Prozent Genauigkeit zu erkennen und dabei am wenigsten Energie zu verbrauchen? So lautet die Aufgabe des Pilotinnovationswettbewerbs „Energieeffiziente KI-Systeme“ des Bundesforschungsministeriums (BMBF). Nun wurden die Sieger von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek ausgezeichnet – mit dabei Prof. Dr. Dietmar Fey, Dr. Marc Reichenbach, Prof. Dr. Dr. Robert Weigel von der FAU und ihre Projektpartner Prof. Amelie Hagelauer von der Universität Bayreuth und Dr. Marco Breiling von Fraunhofer IIS.

„Künstliche Intelligenz verschlingt heute noch zu viel Energie, bietet aber enormes Potenzial für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland. KI hält zunehmend Eingang in unser tägliches Leben. Hier setzt das Bundesforschungsministerium mit seiner Förderung an und hat Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus dem ganzen Land aufgerufen, sich mit den besten Ideen zur Entwicklung eines energiesparsamen KI-Chips zu bewerben. Ich freue mich für die heute ausgewählten vier Siegerteams, die jetzt die einzigartige Chance bekommen, ihr Projekt mit jeweils rund einer Million Euro weiterzuentwickeln“, sagt Anja Karliczek anlässlich der Preisverleihung.

Insgesamt hatten sich 27 Teams aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen beworben, von denen es elf Teams in die Finalrunde schafften. Prof. Fey, Dr. Reichenbach und Dr. Breiling setzten sich mit ihren Teams in der Kategorie „ASIC 130 Nanometer“ mit ihrem Projekt „Low-Power Low-Memory Low-Cost EKG-Signalanalyse mit ML-Algorithmen (Lo3-ML)“ durch. Der Chip enthält nicht-flüchtige Speicher, sogenannte RRAMs, samt Ultra-Low-Power-Schaltungen zum Schreiben und Lesen. Dabei werden die Daten aufgezeichnet während der KI-Algorithmus inaktiv ist. Für die Verarbeitung der Daten wird der Algorithmus sehr schnell aktiviert, um seine Aufgabe ebenfalls in äußerst kurzer Zeit zu erledigen. Auf diese Weise erreicht der Chip eine Energieeinsparung von bis zu 95 Prozent im Vergleich zu Systemen, die dauerhaft aktiv sind.

Jedes Siegerteam erhält nun als Preis die exklusive Möglichkeit, ein Forschungsprojekt zur weiteren Umsetzung seiner Idee mit einem Budget von einer Millionen Euro beim BMBF einzureichen und sie in Anwendungen zu überführen. Bereits während des Wettbewerbs wurden die Teams mit insgesamt rund vier Millionen Euro unterstützt.

Der Pilotinnovationswettbewerb „Energieeffizientes KI-System“ ist einer von drei Wettbewerben, die als Ideenradar im Vorfeld der Gründung der Agentur für Sprunginnovationen (SprinD) des BMBF ausgeschrieben wurden. Die Agentur soll ein flexibles und schnelles staatliches Förderinstrument sein, das den Durchbruch hochinnovativer Ideen in den Markt unterstützt und beschleunigt. Ein Instrument der Förderung sind Innovationswettbewerbe zu gesellschaftlichen Herausforderungen, die drei Pilotwettbewerbe widmen sich den Themen „Energieeffiziente KI-Systeme“, „Organersatz aus dem Labor“ und „Weltspeicher“.

Weitere Informationen gibt es in der Pressemeldung des BMBF zur Preisverleihung, auf der Webseite zum Wettbewerb sowie auf der Webseite der Agentur für Sprunginnovationen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Dietmar Fey
Lehrstuhl für Informatik 3 (Rechnerarchitektur)
Tel.: 09131/85-27003
dietmar.fey@fau.de

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