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Eröffnung des Bayerischen Forschungszentrums für Interreligiöse Diskurse

Gruppenfoto mit Abstand vor Orangerie
Den Austausch zwischen Religionen zu erforschen und zu fördern das ist das Ziel des Bayerischen Forschungszentrums für Interreligiöse Diskurse (BaFID), das an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) angesiedelt ist. Im April 2021 wurde das BaFID während einer Zeremonie feierlich eröffnet. Im Bild von links: FAU-Präsident Prof. Dr. Joachim Hornegger, FAU-Kanzler Christian Zens, BaFID-Direktor Prof. Dr. George Tamer, der bayerische Innenminister Joachim Herrmann und der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler. (Bild: FAU/Harald Sippel)

Religionen im Dialog

Den Austausch zwischen Religionen zu erforschen und zu fördern – dies ist vor dem Hintergrund religiös motivierter Gewalt, Terrorismus, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit sowie der verstärkten Zuwanderung muslimischer Flüchtlinge nach Europa wichtiger denn je. Diesen Austausch fördern will das Bayerische Forschungszentrum für Interreligiöse Diskurse (BaFID), das an der FAU angesiedelt ist. Nun wurde die im vergangenen Jahr gegründete und vom Freistaat Bayern finanzierte Einrichtung offiziell eröffnet.

„Die drei monotheistischen Religionen sind keine starr-geschlossenen Einheiten, sondern diskursiv-lebendige Größen, die in sich und einander gegenüber wechselseitig offen sind. Man muss sie nur durch die richtige Brille betrachten, um ihre Diskursivität zu sehen“, sagte BaFID-Direktor Prof. Dr. Georges Tamer bei der Eröffnungsfeier. „Die tiefgehende Diskursivität dieser drei Religionen samt ihren Gemeinsamkeiten und Differenzen zu zeigen, zu analysieren und auf ihre Wirkung auf interreligiöse Koexistenz hin zu prüfen, ist nicht nur wissenschaftlich wünschenswert, sondern auch eine gesellschaftliche und politische Notwendigkeit.“

Das neue Forschungszentrum, das in seiner Form deutschlandweit einzigartig ist, verbindet Grundlagenforschung zu Judentum, Christentum und Islam und den Wissenstransfer dieser Erkenntnisse in die Gesellschaft miteinander. Für den Wissenstransfer, der zunehmend auch in der bayerischen Universitätslandschaft als wesentliches Element verankert wird, setzt das BaFID zielgruppenspezifisch auf innovative Formate, eine dreisprachige Homepage und auf die Interaktion über die Sozialen Medien. Auch Zuwanderinnen und Zuwanderern oder Flüchtlingen, deren Deutschkenntnisse noch nicht ausreichen, soll ein niederschwelliger Zugang zu den Angeboten ermöglicht werden. Die Hauptziele der wissenschaftlichen Einrichtung sind die interreligiöse Verständigung, die harmonische Koexistenz von Menschen unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften und die Stärkung des gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalts auf freiheitlich-demokratischer Basis.

Wie gut das BaFID zur FAU passt, betonte in seiner Ansprache Präsident Prof. Dr. Joachim Hornegger, der gemeinsam mit Kanzler Christian Zens an der Feier teilnahm. „Wer das Gespräch zwischen Judentum, Christentum und Islam befördern will, der fordert Toleranz und fördert Kritik. Das sind die Werte, die bei der Gründung unserer Universität Pate standen und die der FAU nach wie vor die wichtigsten sind“, sagte Prof. Hornegger.

„Mit dem Bayerischen Forschungszentrum für Interreligiöse Diskurse leistet die FAU einmal mehr einen sehr kostbaren Forschungsbeitrag, dessen Bedeutung weit über die Wissenschaft hinausgeht“, sagte Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, in seiner Rede. Herrmann ist zugleich Vorsitzender des BaFID-Kuratoriums, einem beratenden Gremium besetzt mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Kultur und Medien. „Das neue Zentrum ist außerordentlich wichtig für unser Land und seine Menschen, denn die interreligiöse Verständigung ist heute bedeutender denn je. Sie ist wesentlich mitverantwortlich für das Gelingen von Integration – und damit auch für das friedliche Zusammenleben von Gläubigen unterschiedlicher Religionen. Diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe nehmen wir sehr ernst. Wir unterstützen daher das neue BaFID mit rund 860.000 Euro aus Mitteln des Innen- und Integrationsministeriums“, erklärte Herrmann.

Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, betonte: „Annäherung, Verständigung und Integration bauen auf Diskurs und Dialog auf. Wer die Religion seines Gegenübers kennt und versteht, dem fällt es leichter, ihm mit Achtung, Empathie und Respekt zu begegnen. Dazu kann das neue Forschungszentrum beitragen. Zugleich ist es bestes Beispiel dafür, wie wichtig die wissenschaftliche Arbeit der Geistes- und Kulturwissenschaften und der Transfer ihrer Erkenntnisse für unsere Gesellschaft ist.“

Weitere Informationen

www.bafid.fau.de
Kirsten Waltert
BaFID
Tel.: 09131/85-23474
kirsten.waltert@fau.de 

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