Die Niere unter Dauerbeobachtung

Symbolbild zum Artikel. Der Link öffnet das Bild in einer großen Anzeige.
Bild: colourbox

FAU und Evotec kooperieren, um Krankheitsmechanismen besser zu verstehen

Chronische Nierenerkrankungen und damit einhergehende Begleiterkrankungen verlaufen häufig sehr unterschiedlich, Risikofaktoren sind oft unklar. Um ein besseres Verständnis dafür zu gewinnen, wird seit 2009 im Rahmen der German Chronic Kidney Disease (GCKD)-Studie, unter anderem am Universitätsklinikum Erlangen der FAU, geforscht. Die genauere Auswertung von tausenden Patientendaten über einen langen Zeitraum soll den Forscherinnen und Forschern helfen, zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Um dies in Zukunft noch besser zu ermöglichen, kooperiert die FAU nun mit dem Hamburger Unternehmen Evotec.

„Eine der Herausforderungen bei der Untersuchung von chronischen Nierenerkrankungen ist die langsam zunehmende Einschränkung der Nierenfunktion, die schließlich zu Nierenversagen führen kann“, erklärt Prof. Dr. Mario Schiffer, Direktor der Klinik für Nephrologie und Hypertensiologie am Uni-Klinikum Erlangen und Mitglied des GCKD-Leitungsgremiums. Zugleich sind die Krankheitsverläufe höchst unterschiedlich, wobei es für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler immer noch schwer ist, die unterschiedlichen Verläufe vorherzusagen und spezifische Therapien zu entwickeln.

Genau hier setzt die GCKD-Studie an: In der weltweit größten Kohortenstudie im Bereich chronischer Nierenerkrankungen werden bereits seit über 10 Jahren mehr als 5.000 Patienten und Patienten regelmäßig untersucht, das Uni-Klinikum Erlangen ist eine der zehn deutschen Uni-Kliniken, die daran beteiligt sind. Seit Beginn der Studie haben die beteiligten Forschungsteams unter anderem bestimmte Biomarker gefunden, die die Prognose der Patientinnen und Patienten vorhersagen. Auch die genetischen Grundlagen von Nierenerkrankungen werden in der Studie untersucht. Ebenfalls werden Diätgewohnheiten und Medikamenteneinnahmen erfasst, um so ein möglichst umfassendes Bild von möglichen Einflussfaktoren zu bekommen.

Künftig werden die Patientenproben zusätzlich mit den Plattformen des Hamburger Unternehmens Evotec im Rahmen einer strategischen Partnerschaft analysiert. „Die Zusammenarbeit mit Evotec hilft uns, noch besser die Zusammenhänge zwischen molekularen Profilen und der Entwicklung eines Nierenversagens oder Komplikationen im Bereich des Herz- Kreislaufsystems herauszuarbeiten“, sagt Prof. Dr. Kai-Uwe Eckardt von der Berliner Charité, der Initiator und Leiter der GCKD-Studie.

Letztendlich soll durch gezieltere Diagnose- und Therapiemaßnahmen die Lebensqualität Betroffener verbessert werden. Die Zusammenarbeit mit Evotec umfasst auch eine finanzielle Förderung seitens des Unternehmens. Sie ermöglicht es, die GCKD-Studie über die kommenden vier Jahre weiterzuführen. „Die Studie ist als Langzeitstudie einzigartig und die jetzt mögliche Verlängerung wird den Wert dieses sehr großen Forschungsprojekts weiter steigern“, sagt Prof. Dr. Mario Schiffer.

Ausführliche Informationen zur Studie:
https://www.gckd.de/

Mehr Informationen zu Evotec finden Sie auf der Website der Firma.

Mehr Information:

Prof. Dr. Mario Schiffer
Lehrstuhl für Innere Medizin IV
mario.schiffer@uk-erlangen.de