Bauprojekte der FAU voll auf Kurs

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Frohe Runde: Bei seinem Besuch an der FAU gab Wissenschaftsminister Sibler die Sanierungspläne für das Erlanger Schloss bekannt. Im Bild: FAU-Präsident Joachim Hornegger, Studierendenvertreterin Lara Ebbinghaus, Innenminister Joachim Herrmann, Wissenschaftsminister Bernd Sibler und MdL Walter Nussel. Foto: Harald Sippel

Erlanger Schloss erstrahlt Ende des Jahrzehnts in neuem Glanz

Eine neue Heimat für den Bereich der Erziehungswissenschaften und ein saniertes Schloss für die FAU: Die Ausschreibung für den geplanten Bestellbau ist nun erfolgt. Außerdem hat die Staatregierung für 2022 Planungsmittel für das Erlanger Markgrafenschloss vorgesehen. Damit rückt dessen Generalsanierung in greifbare Nähe. Das gab Wissenschaftsminister Bernd Sibler am 22. Dezember 2021 bei seinem Besuch an der FAU in Erlangen bekannt.

Zusammen mit Innenminister Joachim Herrmann, dem Präsidenten der FAU Joachim Hornegger und FAU-Kanzler Christian Zens informierte er über aktuelle und zukünftige Bau- und Sanierungsmaßnahmen an der drittgrößten bayerischen Universität.

„Wir sind mit unseren Investitionen an der FAU voll auf Kurs. Insgesamt kommen wir auf 15 Großbauprojekte, die in den letzten Jahren fertiggestellt wurden oder bei denen aktuell die Bagger rollen. Für weitere bereits genehmigte Projekte haben wir seit 2019 schon rund eine Milliarde Euro in Teilen ausgegeben oder fest verplant. An keiner anderen Hochschule im Freistaat ist in den letzten Jahren so viel in Bewegung gekommen wie an der FAU. Damit verbessern wir die Studienbedingungen von gut 20.000 Studentinnen und Studenten – also der halben Universität. Dass wir heute die Ausschreibung für den Bestellbau für die Erziehungswissenschaften und die neue Perspektive für das Schloss vorstellen können, zeigt: Wir stehen zur FAU und ihrer Weiterentwicklung“, so der Wissenschaftsminister.

Innenminister Joachim Herrmann erklärte: „Die FAU leuchtet weit über Erlangen und Bayern hinaus. Mit Investitionen in Milliardenhöhe baut der Freistaat ihren Rang als Forschungsstätte von Weltrang weiter aus. Das ist ein Riesenschub für die gesamte Region und den Wirtschaftsstandort Mittelfranken. Dazu tragen auch Meilensteine wie das im Juli eingeweihte Helmholtz-Institut für Erneuerbare Energien auf dem Südgelände bei. Mit knapp 36 Millionen Euro Förderung hat der Freistaat den Neubau inklusive Erstausstattung und Großgeräte vollständig finanziert. Außerdem konnte im Mai mit der Grundsteinlegung des neuen Max-Planck-Zentrums für Physik und Medizin ein ganz neues Kapitel etwa im Kampf gegen Krebs aufgeschlagen werden, für das wir rund 60 Millionen Euro investieren.“

FAU-Präsident Joachim Hornegger ergänzte: „Wir freuen uns ungemein, dass die großen, zukunftsweisenden Bauprojekte unserer FAU weiter Fahrt aufnehmen. Mit Bauvorhaben wie dem Himbeerpalast, dem Hörsaalgebäude in der Henkestraße und dem Bau für unsere Lehrkräftebildung haben wir zunächst die Bedürfnisse von Lehre und Forschung priorisiert. Nun darf mit unserem Markgräflichen Schloss bald auch unser zentrales Repräsentationsgebäude und das Wahrzeichen der Stadt Erlangen wieder erstrahlen – und wird mehr noch als bisher der gesamten Stadtbevölkerung offenstehen.”

Bereits fertiggestellt sind unter anderem der erste Bauabschnitt des Neubaus des Chemikums mit einem Gesamtvolumen von etwa 100 Millionen Euro sowie der Forschungsbau für ein Interdisziplinäres Zentrum für nanostrukturierte Filme des Exzellenzclusters „Engineering of Advanced Materials“, der mit rund 40 Millionen zu Buche schlägt. Zudem ist der Neubau für die Fächer Mathematik und Informatik bereits bezogen. Die Generalsanierung der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät läuft aktuell. Die Investitionen in diese und weitere Projekte der letzten Jahre betragen insgesamt rund 400 Millionen Euro.

Finanzierung für zentrale Zukunftsprojekte gesichert

Zudem ist die Finanzierung für zentrale Zukunftsprojekte gesichert. In den kommenden Jahren wird nochmals deutlich mehr investiert. Auf dem Südgelände werden zwei neue Hörsaalgebäude für die Technische und Naturwissenschaftliche Fakultät entstehen, zudem werden knapp 120 Millionen Euro für den Neubau für die Technische Chemie bereitgestellt.

In noch größere finanzielle Dimensionen stoßen die Erweiterung und der Umbau des Himbeerpalasts, das neue Audimax- und Hörsaalzentrum der Philosophischen Fakultät und der Neubau für den zweiten Bauabschnitt des Chemikums. Die Finanzierung ist für alle genannten Projekte gesichert, die Planungen laufen.

Um den am Standort Nürnberg ansässigen Erziehungswissenschaften möglichst zügig neue und moderne Räumlichkeiten und Gebäude zur Verfügung stellen zu können, hat sich die Staatsregierung für eine Bestellbau-Lösung ausgesprochen.

Konkret bedeutet das Konzept des Bestellbaus, dass ein Investor auf seinem Grundstück ein Gebäude nach den Vorgaben des Freistaats errichtet. Im Gegenzug wird das Gebäude für mindestens 20 Jahre fest angemietet. Nach dieser Zeit ist für den Freistaat eine Ankaufsoption vorgesehen. Seit dem gestrigen Dienstag können sich Investoren für dieses ÖPP-Projekt bewerben. Das Vorhaben soll im Norden der Stadt Nürnberg und in Laufweite der künftigen Stadt-Umland-Bahn verwirklicht werden. Die beiden Universitätsstädte Erlangen und Nürnberg erfahren dadurch eine noch bessere Verzahnung.

Eine realistische Perspektive gibt es auch für das Erlanger Schloss. Das staatliche Bauamt Erlangen hat die baufachlichen Vorbereitungen für einen Bauantrag inzwischen abgeschlossen. Die Universität kann den abschließenden Projektantrag nun beim Wissenschaftsministerium einreichen. Vorbehaltlich der Zustimmung durch den Bayerischen Landtag zum Haushaltsentwurf der Staatsregierung für 2022 kann der Antrag im Frühjahr des kommenden Jahres genehmigt werden. Der für die Finanzierung erforderliche finanzielle Spielraum wäre in den Planungen der Staatsregierung vorhanden.

„Wir verfolgen die Schloss-Sanierung mit höchster Priorität. Ich hoffe, dass wir zum Ende des Jahrzehnts das für die Universität und das gesamte Stadtbild ikonische Bauwerk nach abgeschlossener Generalsanierung wieder einweihen können“, betonte Sibler.